Wildfoods Festival in Hokitika Neuseeland


wildfoods-logoAlljährlich findet in einem entlegenen Eck auf der Südinsel Neuseelands eine ganz besondere Veranstaltung statt, die sich nicht zuletzt wegen ihrer Skurrilität zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt hat. Bei dem Wildfood Festival in Hokitika dreht sich alles ums Essen, wobei Nomen Omen ist und „Wild“ wörtlich genommen werden sollte. Grashüpfer gehören hier noch zu den harmloseren Delikatessen.

Der kleine 3450-Seelen-Ort Hokitika befindet sich direkt an der Küste im Westland District. Wegen der See auf der einen und den neuseeländischen Alpen auf der anderen Seite ist Hokitika etwas isoliert vom Rest der Insel und ein entsprechend verschlafenes Städtchen. Nur am zweiten Samstag im März wird „Hoki“, wie der Ort auch liebevoll genannt wird, förmlich überrannt. Denn dann heißt es Schlemmen, was das Zeug hält, inklusive so mancher Mutprobe.

Begonnen hat alles im Jahr 1989 bei der 125-Jahr-Feier der Stadt, als eine Bewohnerin ihren selbstgemachten Wein aus Stechginster und Rosenblättern anbot. Die Begeisterung war groß und führte zu der Idee, einmal im Jahr die kulinarischen Spezialitäten der Region anzubieten. Die Westküste ist noch recht wild und ursprünglich, entsprechend ist auch die Küche „wild“ und unverfälscht. „Wildfood“ eben.

Die Auswahl der dargebotenen Speisen ist riesig, so dass auch die vorsichtigen Gemüter keinen Hunger leiden müssen. Spare-Ribs mag fast jeder, weshalb sie praktisch zum festen Programm gehören. Ansonsten variiert das Menü von Jahr zu Jahr. Für Einheimische relativ gewöhnlich sind Gerichte mit Hai, Grünlippenmuscheln oder Schnecken. Auch der Whitebait ist typisch für die Region, kleine fast durchsichtige Fische, die bündelweise in Teig getaucht und ausgebacken werden. Wären da nicht die auffälligen schwarzen Augen, könnte man fast an Fish’n Chips denken.

Spezieller wird es bei kleinen Fleischbällchen aus Opossum, den Possum-Balls, oder Kuheuter-Spießen, genannt Cow Udder. In manchen Fällen hilft es, nicht genau zu wissen, auf was man da gerade herumkaut. Bei dem eigentlichen Hit des Wildfoods-Festivals ist das allerdings schwierig, denn die „Huhu Grubs“, leben noch, wenn sie verspeist werden. Huhus sind dicke Würmer, die frisch mit der Axt aus einem Baumstamm geschlagen werden. Eine derartige Delikatesse wird nicht einfach gekauft, sondern ersteigert und der glückliche Gewinner darf sich das windende Etwas dann vor blitzenden Fotoapparaten in den Mund schieben. Nicht ganz so hart Gesottene können die Huhus auch als eingelegte Variante, in Sushi oder versteckt in Schokoladenküchlein probieren.

Was wie ein riesiger Spaß klingt ist es auch, begleitet von einem fröhlichen Rahmenprogramm wie Köchen auf Riesenstelzen, Musik, Kinderanimation und Feuerschlucker. Die feierfreudigen Neuseeländer genießen das Spektakel meist bis in die frühen Morgenstunden. Weil das Wildfoods Festival in manchen Jahren bis zu 20.000 Besucher angelockt hat, sah sich das kleine Städtchen mittlerweile gezwungen, den Run mittels eines eingeschränkten Ticketverkaufs ein wenig einzudämmen. Wer also einen Besuch plant, sollte mit dem Kauf nicht zu lange zögern.

Das nächste Wildfoods Festival findet am Samstag, dem 11. März 2017 statt, wie immer auf dem Cass Square in der Weld Street. Erwachsene zahlen $40, Kinder $10.

Weitere Infos gibt unter: http://www.wildfoods.co.nz/

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