Wer ist eigentlich… Liliʻuokalani?


Am 2. September 2018 jährt sich der Geburtstag der letzten Hawaiianischen Königin zum 180. Mal. Lydia Liliʻu Loloku Walania Wewehi Kamaka’eha Paki hieß sie mit vollem Namen – ein Name der wie ein Spiegel ihres wechselvollen Lebens ist. Der westliche Name Lydia wurde ihr von christlichen Missionaren gegeben, doch ihr Name Liliʻuokalani wurde ihr von ihrem Bruder als Thronname verliehen. Sie war die letzte Regentin auf dem Thron des hawaiianischen Königreichs und mit ihr endete eine Ära.

Von Lydia zu Liliʻuokalani

Liliʻuokalani wurde 1838 in eine reiche und einflussreiche hawaiianische Familie geboren, die als Berater des hawaiianischen Königshauses großes Ansehen genoss. Gemäß der hawaiianischen Tradition wurde Liliʻuokalani von der Königsfamilie adoptiert um ihr zu einem höheren gesellschaftlichen Status zu verhelfen. So wuchs sie mit ihren Adoptivgeschwistern, den Kindern und Neffen des Königs von Hawaii auf. In der Schule, die von christlichen Missionaren geleitet wurde, lernte sie rasch Englisch und gewisse Fertigkeiten, die die viktorianischen Engländer für ein junges Mädchen passend fanden: Klavierspielen, Malen, Zeichnen und Nähen standen auf dem Stundenplan und die junge Lydia, wie sie nun genannt wurde, lernte brav.
Dieses Leben endete aprupt, nachdem ihr Bruder, der König Leleiohoku, gestorben war. Nun war sie die nächste in der Thronfolge und als Königin Liliʻuokalani bestieg sie am 29. Januar 1891 den hawaiianischen Thron.

Plötzlich Königin

Die junge Königin

Nachdem Liliʻuokalani so unerwartet Königin geworden war, machte sie sich sofort daran, Reformen einzuführen, die ihr schon lange im Kopf herum schwebten: Nach Besuchen bei Queen Victoria und dem U.S. Präsidenten Cleveland in Washington, kam Liliʻuokalani zu dem Schluss, dass Hawaii, wenn es als eigenständiges Land überleben wollte, als Königreich mehr Macht bekommen müsse. Dies gefiel dem mächtigen Nachbarn USA nicht und so boykottierten die auf Hawaii lebenden Amerikaner, die dort Zuckerrohrplantagen errichtet hatten, die neue Verfassung und setzten sich für die Abschaffung der Monarchie ein. Grund war natürlich Geld: Die Zuckerrohr Farmer rechneten sich aus, dass sie – sollte Hawaii von den USA annektiert werden – keine Ausfuhrzölle für Zucker mehr würden bezahlen müssten. Und so gründeten diese Plantagenherren und ihre Unterstützer ein Komitee zur Abschaffung der Monarchie, mit dem sie früher als gedacht Erfolg hatten.

Nur drei Jahre nach ihrer Thronbesteigung erstürmte die US Armee Hawaii und stellte Liliʻuokalani als Königin unter Hausarrest. Obwohl Liliʻuokalani stets für Gewaltlosigkeit einstand, wurden seitens der hawaiianischen Bevölkerung mehrere Versuche unternommen, die US Herrschaft zu stürzen – alle erfolglos.
Weil man der unter Hausarrest stehenden Königin eine Mittäterschaft bei dieser Revolution unterstellte, wurde sie zur Abdankung gezwungen. Hawaii, das nun eine Republik unter de facto amerikanischer Kontrolle war, wurde knapp 55 Jahre später dem US amerikanischen Staatsgebiet als 50. Bundesstaat hinzugefügt.

Liliʻuokalanis Erbe

Zwar war ihre Regentschaft kurz, doch Liliʻuokalani’s Einfluss auf Hawaii und die hawaiianische Kultur war auch nach ihrer Abdankung stark. Als ehemalige Regentin lebte sie mit einer kleinen Leibrente im Haus ihrer Familie in Honululu, doch auch von hier aus machte sie vor allem als Komponistin von sich reden.

Liliʻuokalani um 1917

Liliʻuokalani spielte Klavier, Orgel und Zither, doch sie hatte es sich zu ihrer persönlichen Mission gemacht, die musikalischen Traditionen ihres Landes zu erhalten und wieder zu beleben. Hunderte traditionelle hawaiianische Lieder stammten aus ihrer Feder, darunter das berühmte Lied Aloahe, das seither jeden Ankömmling auf Hawaii begrüßt und als die inoffzielle Hymne Hawaiis gilt.

Am 11. November 1917 starb Liliʻuokalani in ihrem Zuhause in Honululu an einem Schlaganfall. Bis heute wird sie, die letzte Königin, auf Hawaii verehrt wie eine Heldin.

Fotos: Alle gemeinfrei via Wikipedia
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