Buchtipp: Eva Taubert -Tangata Tangata

Eva Taubert hat für den neuseeländische Verlag Huia Publishers verschiedene Geschichten von unbekannten Maori-Schriftstellern gesammelt und in der Sammlug „Tangata, Tangata“ veröffentlicht.

Tangata bedeutet „Menschen“ und genau darum geht es in diesen insgesamt fünfzehn Kurzgeschichten: Sie erzählen vom Alltagsleben der Maori, von ihren Sitten und Gebräuchen, von ihren Werten und ihrer Geschichte. Gerade das Zusammengehörigkeitsgefühl prägt das Leben der Maori bis heute. Die Ureinwohner Neuseelands sind davon überzeugt, dass alles miteinander zusammen hängt und dass es neben der sichtbaren Welt auch eine unsichtbare, eine Geisterwelt gibt.

So sind die Geschichten in „Tangata, Tangata“ durchsetzt mit alten Mythen, Legenden und dem tief verankerten Geisterglaube der Maori. Wie sehr das Geheimnisvolle, Unerklärliche bis heute die Seele und den Alltag der Maori prägt, wird in all diesen Geschichten auf bezaubernd schöne Art beschrieben.

Auch die einzelnen Sitten und Alltagsriten werden in einigen der Kurzgeschichten eindrucksvoll und detailliert beschrieben. Man erfährt nicht nur viel über die Sprache, die Tänze und religiösen Riten, sondern auch über ganz profane Dinge, wie zum Beispiel das handwerkliche Geschick der Maori. Weiterlesen →

Buchtipp: Anke Richter – Was scheren mich die Schafe

Das Buch könnte auch heißen „Als ich und meine Familie nach Neuseeland auswanderten“ und ähnlich langweilig anmuten wie eine Auswanderer-Soap im Privatfernsehen, doch wir haben es hier mit einer Autorin zu tun, die nicht nur unfassbar witzig ist, sondern auch eine messerscharfe Beobachtungsgabe hat, die sie mit viel Selbstironie einsetzt. Und so ist ihr Buch eben keine dröge Auswanderer-Geschichte, sondern eine zum Brüllen komische Realsatire, die die Lachmuskeln strapaziert. Als die Journalistin Anke Richter mit Sack, Pack und ihrer Familie nach Neuseeland zieht, stellt sie fest – sie ist viel deutscher als gedacht. Weiterlesen →

Buchtipp: Rick Williamson- Tavua, der weiße Kannibale

TavuaBei dem Gedanken an die Südsee stellen wir uns vor allem weiße Strände, Palmen und kristallklares Meer vor. Leicht wird vergessen, dass in manch abgelegenem Inselparadies Jahrtausende alte Kulturen beheimatet sind und einige wenige wegen ihrer isolierten Lage bis heute noch bestehen – wie etwa die Pygmäenstämme auf Espiritu Santo, der größten Insel von Vanuatu. Dem Fotografen und Autor Rick Williamson ist das fast Unmögliche gelungen, als Mitglied in diese letzten noch existierenden Stämme aufgenommen zu werden – auch wenn das heißt, unter Kannibalen zu leben.

Es bedarf schon extremer Neugier und noch mehr Mutes, um das zu tun, was der damals Mitte 30-jährige Rick Williamson gewagt hat. Er begab sich alleine und ganz bewusst in das Gebiet eines Pygmäenvolkes, das für seine Aggression gegen Fremde, insbesondere Weiße und für seinen Kannibalismus bekannt ist. Und tatsächlich gelang ihm das fast Unmögliche. Er wurde als vollwertiges Mitglied in den Stamm aufgenommen, allerdings nicht ohne vorher bizarre und lebensgefährliche Initiationsriten über sich ergehen zu lassen. Schließlich wird Williamson Häuptling des Clans. Weiterlesen →