Zwei auf einen Streich! Curtain Fig National Park & Crater Lakes Nationalpark in Queensland

Zwei auf einen Streich bekommt man, wenn man in der Region um Cairns und Yungaburra im australischen Bundesstaat Queensland unterwegs ist. Die Rede ist natürlich von Nationalparks, an denen Australien wahrlich keinen Mangel hat. Gleich vier wunderschöne Parks liegen hier in den Atherton Tablellands, zwei davon in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander.

Der Curtain Fig Nationalpark und der Crater Lakes Nationalpark zählen beide zum UNESCO Weltnaturerbe und befinden sich etwa 45 km beziehungsweise 60 Kilometer südlich von Cairns. Die Region ist ohnehin reich an tropischen Wäldern und wunderschönen Gegenden und in jedem Fall einen Ausflug wert.

» Der Crater Lakes Nationalpark – tropisches Vulkanparadies

Ursprünglich bestand der Crater Lakes Nationalpark aus zwei separaten Parks, bevor sie 1994 zusammen gelegt wurden. Bereits 1934 hat die australische Regierung die Gegend rund um den Lake Barrine und den Lake Eacham als Nationalparks ausgewiesen. Diese beiden wunderschönen Vulkanseen zeichnen sich nicht nur durch ihre Tiefe, sondern auch durch ihr kristallklares Wasser aus. Die beiden Seen liegen nur etwa acht Kilometer auseinander und sind vor über 17.000 Jahren entstanden, als flüssige Lava in Kontakt mit Grundwasser geriet. Der dadurch entstandene Druck erzeugte entlud sich in einer Explosion, die die tiefen Krater bildete, die wir heute bewundern können.

Lake Eacham

Der Lake Barrine und der Lake Eacham haben beide einen Durchmesser von etwa einem Kilometer und sind circa 65 Meter tief. Die tiefblauen Kraterseen sind nicht nur Lebensraum für zahlreiche Fisch- und Vogelarten, sondern beherbergen auch Schildkröten und seltene Echsen wie die Australische Wasseragame.

Einst war vor allem der Lake Eacham Heimat von endemischen Fischarten, also Arten, die nur in diesem See vorkamen. Der Eacham Regenbogenfisch war bis in die 1970er Jahre im Lake Eacham endemisch, bis er von neu ausgesetzten, größeren Fischen verdrängt wurde. Zuchtprogramme für den Lake Eacham  Regenbogenfisch waren leider nicht erfolgreich und so gibt es diese besondere Fischart heute nur noch in einigen wenigen Aquarien zu bestaunen.

Diese Geschichte zeigt, wie fragil das ökologische Gleichgewicht ist und wie wichtig es ist, diese einzigartige Flora und Fauna zu schützen. Aus diesem Grund sind nur einige Stellen an den Seen zum Baden ausgewiesen, während der Großteil des Ufers Schutzzone für die teils bedrohten Tierarten ist. An einigen Punkten rund um den See gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel Wasserschildkröten zu beobachten, daneben gibt es natürlich auch Picknickplätze, zahlreiche Wanderwege und Liegeflächen; das Campen ist hier jedoch verboten.

Lake Barrine

Die Seen sind von dichten Regenwäldern umgeben, in denen mehr als 180 Vogelarten leben. Auch Schmetterlinge, Beuteltiere und zahlreiche Schlagen sind in den dichten Wäldern des Crater Lakes Nationalparks zuhause. Wer Glück hat, kann hier sogar den Australischen Amethystpython entdecken, der mit bis zu fünf Metern Länge die größte Schlange Australiens ist.
Das im Park gelegene Info Center bietet nicht nur geführte Wanderungen, sondern auch jede Menge Wissenswertes rund um die Flora und Fauna der Region.

» Der Curtain Fig Nationalpark – Heimat der Würgerfeige

Auch der Curtain Fig Nationalpark ist absolut sehenswert, wenn er auch mit nur zwei Quadratkilometern recht klein und überschaubar ist. Aber gerade deswegen eignet er sich perfekt als Ergänzung zum Crater Lakes Park und ist auch mit Kindern locker zu bewältigen.

Wie der Name schon sagt, ist der Curtain Fig Nationalpark vor allem wegen seines Wahrzeichens berühmt: Die Samen der Curtain Fig (zu Deutsch: Würgefeige) werden von Vögeln ausgeschieden und bleiben auf den Ästen von Bäumen kleben. Dort bilden sie lange Luftwurzeln aus, die wie Lianen von den Bäumen herab hängen und nach und nach den Baum an dem sie hängen, ersticken. So nutzt die Würgefeige ihren Wirtsbaum und breitet sich auf diesem aus, bis sie ihn ganz eingenommen hat.

Eindrucksvoll: Würgefeigen

Übrigens: Die Würgefeige, oder Curtain Fig ist nur dem Namen nach ein Feigenbaum. In Wahrheit gehört sie nämlich zur Familie der Ficus Gewächse, von denen zahlreiche Arten auch in deutschen Wohnzimmern stehen. Gerade die im Curtain Fig Park beheimateten Gewächse sind jedoch hier in Queensland endemisch und kommen sonst nirgendwo auf der Welt vor. Wer sich diese majestätischen und beeindruckenden Ficusarten ansehen möchte, bekommt in diesem Nationalpark mehr als genug Gelegenheit dafür.

Der berühmte Curtain Fig Tree im gleichnamigen Nationalpark ist schon alleine wegen seiner schieren Größe ein Naturwunder: Etwa 500 Jahre alt ist der Baum, der mit 50 Metern und einem Umfang von etwa 39 Metern ein richtiger Gigant ist. Wegen ihrer lianenartigen Luftwurzeln bildet die Curtain Fig auch einen geschützten Lebensraum für allerlei Tierarten. Doch auch die sie umgebenden Wälder sind reich an seltener Flora und Fauna: Schmetterlingsarten, Papageien, Possums und Reptilien beherbergen die Wälder des Curtain Fig Parks und finden hier ein geschütztes Zuhause. Gerade für Familien ist ein Spaziergang entlang der Wanderwege absolut ideal, denn die Wege sind leicht zu begehen und dank der hohen Bäume auch im Hochsommer schattig. Es gibt zahlreiche Picknick- und Rastplätze mit Spielgelegenheiten, sowie viele informative Schautafeln.

Curtain Fig Tree

Wer die beiden Nationalparks Crater Lakes und den Curtain Fig besuchen möchte, findet in Yungaburra und Cairns zahlreiche hervorragende Unterkünfte in allen Preisklassen. Auch Campingplätze und Lodges gibt es in der Region in großer Anzahl. Die beste Reisezeit für die Region Queensland ist im australischen Frühling, in den Monaten September, Oktober und November, bevor die Regenzeit beginnt und das Klima angenehm warm ist.


Fotos: Curtain Fig by Mike Lehmann – CC BY 3.0, Curtain Fig Tree by Dagmar Hollmann – CC BY 4.0, Lake Eacham by Bruceanthro – CC BY 4.0, Barrine Lake by Christopher S. Tsui – CC BY 3.0; alle via Wikipedia.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Lust auf mehr?