Wer ist eigentlich… Edmund Hillary?

In der Portraitreihe berühmter Menschen aus der Pazifikregion möchten wir Ihnen diesmal einen Mann vorstellen, dessen Lebensgeschichte nicht umsonst zahlreiche Bücher füllt: Sir Edmund Hillary. Der Neuseeländer war der erste Bergsteiger, der den Mount Everest, den höchsten Berg der Welt bezwungen hat.

Edmund Percival Hillary wurde am 20. Juli 1919 in Auckland, Neuseeland, geboren. Schon als Kind ging er zum Bergsteigen in die Neuseeländischen Alpen und mit noch nicht mal 30 Jahren bestieg er Neuseelands höchsten Berg, den Mount Cook (auch Aoraki genannt) über den bis dahin als unbegehbar geltenden Südgrad. „Diese sonderbare Gabe, es zu wagen“, die Reinhold Messner seinem Kollegen Edmund Hillary zuschrieb, sollte ihn noch zu weiteren historischen Leistungen befähigen.

1948 - Besteigung des Mt. Cook in Neuseeland

Nachdem Hillary 1951 als Teil einer britischen Expedition in Nepal eine neue Route zur Besteigung des Mount Everest erkundet hatte, schaffte er am 29. Mai 1953 tatsächlich, was so viele vor ihm schon versucht hatten. Er erklomm den Gipfel des mit 8848 Meter höchsten Berges der Welt. Mit ihm zusammen war Tenzing Norgay, ein nepalesischer Sherpa. Im Anschluss an die Besteigung brach in der Öffentlichkeit ein Streit darüber aus, wer von den beiden zuerst den Fuß auf dem Gipfel gesetzt hatte. Tenzing und Hillary betonten jedoch stets, sie seien zusammen auf den Gipfel gekommen und blieben lebenslang Freunde.

Fairness, Rücksicht und Humor zeichneten Edmund Hillary Zeit seines Lebens aus. Als die BBC über seinen Erfolg der Erstbesteigung berichtete, kommentierte er nur trocken, wenn die BBC es melde, müsse es ja stimmen.

Lebenslang Freunde: Edmund Hillary & Tenzing Norgay

Von der englischen Queen inzwischen zum Ritter geschlagen, engagierte sich Sir Hillary für Mensch und Natur. Mit dem von ihm ins Leben gerufene Himalayan Trust zur Unterstützung der nepalesischen Sherpas wurden Krankenhäuser und Schulen in deren Heimat gebaut. Dies sei die wichtigste Arbeit seines Lebens, sagte Hillary einmal. Er war Ehrenpräsident der Naturschutzorganisation Mountain Wilderness und er kritisierte den zunehmenden, kommerziellen Bergsteigertourismus am Mount Everest. Deutliche Worte fand er 2006 für einen neuseeländischen, behinderten Bergsteiger, der einen fast erfrorenen Engländer in der Todeszone liegen und somit sterben ließ. Kameradschaft hätte Egoismus und Kommerz weichen müssen, so Hillary.

Von 1984 bis 1989 lebte Sir Edmund Hillary als Botschafter Neuseelands in Indien, Bangladesh und Nepal. Er wurde mit zahlreichen Ehrungen bedacht, darunter die Ehrendoktorwürde der Victoria University of Wellington und die Ehrenbürgerschaft Nepals. 1999 wurde Sir Hillary zusammen mit seinem Freund Tensing Norway von TIME unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts gewählt. Sogar ein Asteorid wurde nach Hillary benannt.

Privat hatte Edmund Hillary hingegen einen harten Schicksalsschlag zu verkraften. 1975 kamen seine Frau und eines seiner drei Kinder, die 16 jährige Belinda, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Hillary heiratete später erneut, die Witwe eines ehemaligen Expeditionsfreundes.

Der Berg, der ihn berühmt machte

Schon länger von gesundheitliche Problemen geplagt, verstirbt Sir Edmund Hillary am 11. Januar 2008 nach einem Herzinfrakt in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Auckland. Als Nationallegende Neuseelands erhielt er ein Staatsbegräbnis. Auf seinem Sarg lag der Eispickel, den Hillary bei der Erstbesteigung des Mount Everest dabei gehabt hatte. Der bekannteste Neuseeländer, der je gelebt hat, so die Ministerpräsidentin Helen Clark in ihrer Trauerrede, wurde eingeäschert und gemäß seinem eigenen Wunsch im Hafen von Auckland verstreut.

Mit 88 stirbt Hillary in seiner Heimatstadt Auckland

Heute ist Sir Edmund Hillary in Neuseeland noch immer allgegenwärtig. Das Auckland War Memorial Museum verwaltet seinen Nachlass und würdigt sein Leben in Ausstellungen. Es gibt zwei Statuen von ihm, eine steht unterhalb des Mount Cook im Sir Edmund Hillary Alpine Center, die andere in Orewa, nördlich von Auckland. Sogar ein Seniorenheim wurde nach ihm benannt. Am häufigsten begegnen die Menschen in Neuseeland Sir Hillary jedoch beim täglichen Einkauf: sein Portrait schmückt den Fünf-Dollar-Schein.


Fotos: Hillary Speech by Crown Studios; Ltd Tenzing & Hillary by Jamling Tenzing Norgay; Aoraki by Jörg Hempel; Mount Everest by Luca Galuzzi; Hillary by Graeme Mulholland alle via Wikipedia;

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