Wer ist eigentlich…Israel Kamakawiwo’ole?


Israel_Kamakawiwoʻole

Bei dem Namen klingelt es vielleicht nicht sofort, bei dem Songtitel „Over the Rainbow/What a Wonderful World“ schon eher. Mit diesem Medley erlangte Israel Kamakawiwo’ole im Jahr 2010 große Berühmtheit, vor allem in Deutschland, wo er dafür den Musikpreis Echo erhielt. Postum. Denn Israel Kamakawiwo’ole ist bereits vor 18 Jahren verstorben. Sein kurzes Leben war geprägt von Musik und vor allem von der Liebe zu seiner Heimat Hawaii.

Im Mai 1959 wurde Israel auf O’ahu geboren. Als Spross einer musikalischen Familie begann er schon als Kind, Ukulele zu spielen. Mit seinem Bruder Skippy und drei Freunden gründete er als gerademal 15jähriger die Band The Makaha Sons of Ni’ihau. Sie waren überaus erfolgreich, brachten 15 Alben auf den Markt und erhielten nicht nur einmal den regionalen Musikpreis.

Zu Beginn der 90Jahre startete Israel seine Solokarriere. In seiner Heimat war er bereits ein gefeierter Star und wurde liebevoll „IZ“ genannt. Mit seinem Album „Facing Future“ wurde der Hawaiianer mit seiner Ukulele dann auch außerhalb der Inselgruppe berühmt. Besonders eindrucksvoll war seine imposante Erscheinung. Schon als Jugendlicher litt er an schwerer Fettsucht. Sein massiver Körper stand in schon fast rührendem Widerspruch zu seiner hohen, zarten Stimme.

Aber nicht nur seine Musik machte Israel Kamakawiwo’ole so beliebt in seiner Heimat. Er war auch sozial sehr engagiert. Weil sich viele Menschen Eintrittskarten für Konzerte nicht leisten können, spielt Iz oft am Strand, für jedermann frei zugänglich. Zudem setzte er sich sehr für den Erhalt der hawaiischen Sprache ein. Oft schrieb er seine Texte in Ōlelo Hawai’i und leistete damit einen großen Beitrag zur Popularität der Sprache der Ureinwohner.

Seine Fettleibigkeit führte jedoch schon in jungen Jahren zu gesundheitlichen Schwierigkeiten. Mit 38 Jahren starb er nach mehreren Krankenhausaufenthalten schließlich in Honolulu. Nach dem Tod von The Gentle Giant, wie er unter seinen Fans auch hieß, wurde Staatstrauer angeordnet. Über 10.000 Freunde und Anhänger gaben IZ auf vielen kleine Booten das letzte Geleit, als seine Asche dem Ozean übergeben wurde.

Der späte und dennoch durchschlagende Weltruhm seines Coversongs Over the Rainbow/What a Wonderful World ist vor allem der Verkaufsmaschinerie des Konzerns Universal Music zu verdanken. Zuvor war das Medley schon in der US-Fernsehserie „Emergency Room“ zu hören, sowie in US-Kinofilmen wie „50 first Dates“ und „Rendevous mit Joe Black“. Doch erst, als Universal Music dem kleinen Plattenlabel Mountain Apple die Rechte an dem Song abkaufte, kam der ganz große Durchbruch. Am 3. September 2010 erschien in Deutschland die CD auf dem Markt, natürlich von einem passenden Video begleitet.

Innerhalb weniger Wochen stürmte die Single die deutschen Charts und kam auf Platz 1. Noch Ende des Monats September erreichte sie mit 300.000 verkauften Exemplaren den Platinstatus und wurde erfolgreichste Single des Jahres in Deutschland. Im März 2011 erhielt Israel Kamakawiwo’ole den Echo für den „Hit des Jahres“.

Viel wurde in den Gazetten und Magazinen damals darüber geschrieben, warum es dieser sanfte Mann in Gestalt „eines Sumoringers mit der Stimme eines dünnen Knaben“ den Menschen hierzulande so angetan hat. Fakt ist, dass nur wenige Cover der berühmten Songs von Judy Garland und Louis Armstrong so zu Tränen rühren, wie das von IZ. Vielleicht ist es auch sein früher, trauriger Tod, der die Menschen berührt. In seiner Heimat Hawaii wurde der Sanfte Riese jedenfalls schon lange vor seinem Welthit geliebt und verehrt – für seine Musik und für sein großes Herz. Jedes Kind konnte seiner Lieder mitsingen.

Am 20. September 2003 wurde für Israel Kamakawiwo’ole auf seiner Geburtsinsel ein Bronzedenkmal errichtet. Nicht erst seit seinem weltweiten Erfolg pilgern seine Freunde und Fans hierher, um The Gentle Giant ihre letzte Ehre zu erweisen.

Wer sich etwas mehr mit IZ und seiner Musik beschäftigen möchte, findet hier auf YouTube einen tollen Channel, der viele seiner Song gesammelt hat.

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