Kundenreisebericht: Ouvea, Lifou & Île des Pins (Neukaledonien) Mai 2016


Sehr geehrter Herr Poppen, sehr geehrte Frau Fliri, sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst vielen Dank für Ihre grds. wirklich gut durchorganisierte Reise nach Neukaledonien vom Mai diesen Jahres. Gerne habe ich einen Reisebericht wie folgt nunmehr verfasst:

Zunächst flog ich von München nach Helsinki. Es war ein kurzweiliger Flug bei strahlendem Wetter, man konnte z.B. gut die Ostsee von unten, teilweise ähnlich schimmernd und farblich durchaus vergleichbar wie in der Karibik sehen. Umsteigen in Helsinki war problemlos, allerdings durfte der obligatorische Mückenbiß – gleich nach dem Aussteigen – natürlich nicht fehlen. Weiter ging`s dann mit einem über zehnstündigen „Monster-Flug“ über die unendlichen Weiten Russlands bzw. der Taiga Sibiriens in Richtung Wladiwostok und über`s Japanisches Meer hinüber nach Tokio Narita, wo ich ca. drei Stunden Umsteigezeit hatte. Allerdings musste man dort mit einem Shuttle-Bus, der nur jede halbe Stunde fuhr, noch an ein anderes, entfernt gelegenes Terminal fahren, was ziemlich viel Zeit kostete, auch weil ein regulärer Bus auch noch plötzlich ausfiel. Jedoch bliebt zum Glück trotzdem noch etwas Zeit, am Flughafen wirklich frisches japanisches Original Sushi noch vor dem Weiterflug Richtung Südpazifik zu geniessen. Somit wurde kurzfristig aufkommender Stress gleich wieder eingedämmt.

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Motu nahe der Pinieninsel

Der letzte Flug ging dann von Tokio nach Noumea Tontouta, dem internationalen Flughafen Neukaledoniens, etwas außerhalb der Hauptstadt Neukaledoniens, wo ich nach ca. 36 Stunden Reisezeit etwas erschöpft ankam, und per Auto-Transport, der zügig abgewickelt wurde, zu einem schönen Innenstadthotel direkt nach Noumea gebracht wurde. Dort habe ich erst mal etwas „relaxt“ und konnte leider nur wenig schlafen, da mich die ganze „Reiserei“ und „Hetzerei“, besonders in Narita, doch schon recht mitgenommen hatte. Relativ unausgeschlafen und noch etwas übermüdet, nahm ich dann am nächsten Morgen ein leckeres Frühstück ein, allerdings mit einem unerwartet teuerem zusätzlichen Aufschlag, den ich noch (nach-)zahlen sollte, weil ich mich dummerweise (?) am offenen Buffet mit vielen Früchten und anderen Leckereien bedient hatte, obwohl ich angeblich laut dem Hotel-Mitarbeiter nur ein Continental Frühstück gebucht hatte. Da waren die Herrschaften im Hotel offenbar ziemlich rigoros und wenig kulant bzw. kundenfreundlich. Ich wollte zu dieser Urlaubsanfangszeit jedoch nicht schon einen grundsätzlichen Streit vom Zaun brechen, so dass ich dann nach einigem „Hin und Her“ den unerwartet geforderten Extra-Obulus tatsächlich auch noch gezahlt habe (so ca. zehn € Aufpreis).

Nachdem ich dann etwas konsterniert das City-Hotel in Noumea verlassen hatte, ging`s via Kleinbus-Transporter zum Regionalflughafen „Magenta“, wo ich mit einer Verkehrsmaschine der dortigen Air Neukaledonie Richtung Ouvea planmäßig abhob. Zum Glück war gutes Wetter und man hatte dann bald darauf eine tolle Sicht auf die Insel Ouvea und den sie umgebenden Pazifik, ein einziges großes Meer und beeindruckende Farbenspiele in nahezu allen leuchtenden und strahlenden Blau-, Türkis- und Grün-Tönen (letzteres natürlich besonders was die auffallend üppige Vegetation im Inselinnern betrifft).

Leider musste ich dann bei meinem Resort auf Ouvea feststellen, dass kaum einer der Mitarbeiter bzw. Familienangehörigen dort überhaupt (wenigstens etwas) Englisch sprach und es somit, da ich bedauerlicherweise selbst kein Franzözisch gelernt habe bzw. spreche, massive und nachhaltige Verständigungsschwierigkeiten gab. Wir lösten diese Problematik dann v.a. mittels dem „google translator“ am hoteleigenen Computer, was aber zuweilen recht mühsam und aufwändig war, auch weil der gebrauchte Computer immer wieder abstürzte. So konnte ich ihnen auch beispielsweise nie ganz klar machen, dass ich gerne ein Fahrrad oder Mountain-Bike leihen würde – irgendwie hatten sie dies nicht so richtig verstanden, was ich damit genau meinte.

So bekam ich denn auch kein Fahrrad zum Ausleihen dort, hatte aber meistens trotzdem Glück, da mich regelmäßig Einheimische – und einmal sogar auch die örtliche Gendamerie – mitnahmen mit ihren Autos (ähnlich einem Anhalter), vorwiegend als sie mich alleine und meistens schon etwas verzweifelt neben der Strasse als Fussgänger „dahintrotten“ sahen. Die zu bewältigenden Distanzen auf der Insel wurden von mir wirklich erheblich unterschätzt, waren also viel größer und schwieriger als Fussgänger zu bewältigen als theoretisch zunächst gedacht. Einmal habe ich sogar mit einem netten Einheimischen, der als Grundschullehrer auf Ouvea arbeitet und in einer einfachen Unterkunft im Inselinneren nahe dem Hauptort und Verwaltungssitz Wadrilla wohnt, eine „private“ Insel Tour gemacht samt ausführlichen, interessanten Hintergrundinformationen von ihm als Insel-Kenner (gegen ein moderates „Benzingeld“ von ca. 20 Euro als kleine Gegenleistung).

Der schönste Ort der Insel war in meinen Augen die „Mouli Brigde“, eine Brücke die zwei Inselteile verbindet und der dortige nah gelegenen Strand mit ganz fantastischen Blau- und Türkis Tönen sowie ein frisches und äußerst schmackhaftes „Meeresfrüchte-Essen“ in einem Freiluft-Bistro ganz in der Nähe gelegen in Richtung der Halbinsel Mouly und kurz vor dem Hotel Paradis d’Ouvéa. Letzteres besticht durch seine traumhaften und unendlich weit scheinenden Sandstrände.

Ouvea besticht durch seine Ursprünglichkeit, seiner abgeschiedenen Lage und den weitläufigen, traumhaften Stränden, die dadurch ein ganz natürliches Insel-Paradies-Gefühl fernab von jeglichem Massentourismus widerspiegeln – nicht selten war ich der einzigste Strandspaziergänger weit und breit, z.B. auf der Halbinsel Mouly und seinem langgezogenen, feinen Sandstrand in Richtung der Inselspitze.

Anschließend bin ich mit einer – im Vergleich zum Flug nach Ouvea – noch erheblich kleineren Flugmaschine der auf der Inselgruppe einheimischen Air Loyauté, zur Hauptinsel der Loyalitätsgruppe, Lifou gereist und seiner Hauptstadt mit dem kurzen und einprägsamen Namen Wé.

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Außergewöhnlich war zunächst der Anflug von Ouvea auf Lifou mit dieser wirklich extrem kleinen Maschine, zudem waren nur noch drei weitere Mitreisende und zwei Piloten (darunter eine junge Dame als Co-Pilotin, die offenbar eine Flug- und Lehrstunde mit uns als „Versuchspersonen“ absolvieren durfte). Dies empfand ich dann doch schon als etwas grenzwertig – zum Gück war jedoch gerade wieder gutes Wetter, die Sicht war klar und der nur kurze Flug verlief daher zum Glück im Wesentlichen auch problemlos.

Dort direkt in bzw. ganz nahe der Hauptstadt Wé gibt es einen schönen Strand namens Baie de Chateaubriand sowie im Süden der Insel einen absoluten, wiederum bei meinem Besuch sehr einsamen Traumstrand, den ich quasi für mich alleine hatte, und zwar die sehr bezaubernde Luengoni Bay.

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Baie de Chateaubriand

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Luengoni Bay

Beeindruckend war bei meiner Lifou Reise auch die gepflegte Hotel-Anlage sowie der nette Hotelchef, mit dem man problemlos kommunizieren konnte auf Englisch, und der mich mehrmals im Auto auf seine Touren meistens in Richtung der Hauptstadt Wé mitnahm (die Anlage selbst lag einige km außerhalb der Hauptstadt in Richtung Luengoni) und mir weitere nützliche Tipps für kleinere Insel Ausflüge gab.

Sicherlich der Höhepunkt der Neukaledonien Reise war dann der abschließende mehrtätige Besuch der Île des Pins mit ihrer beeindruckenden Vegetation, vor allem der auffallend mächtigen, bis zu 40m hohen Araukarien.

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Araukarien

Die Pension dort sowie die nahe Umgebung samt dem höchsten Berg der Insel waren sehr ansprechend, und nette Einheimische haben mir gleich einige wertvolle Hinweise und Vorschläge zu Ausflügen auf der Insel gegeben. Die Insel ist auch nicht so weitläufig wie Lifou, so dass ich schön alles mit dem Fahrrad (der Verleih durch ein nahes Hotel war hier kein Problem!) erkunden konnte. Toll war vor allem die sehr fein, in nahezu allen möglichen Varianten schimmernden Blau, Grün und Türkis Töne des nahen Pazifiks sowie auch das Schnorcheln in einem naturalen Pool, dem sog. Piscine Naturelle, im Nord Osten der Insel wo ich sogar ein Original Unterwasser-Foto geschossen habe.

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Ile de Pins

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Auch der Pensionswirt selbst war ganz nett und fast immer gut gelaunt sowie gesprächig, und hat mir einige weitere wertvolle Tipps zu kleineren Unternehmungen auf der Insel gegeben. Es gab dort dort neben der eigentlichen Pension auch ein gutes Restaurant, wo man reichhaltig und abwechslungsreich auch zu Abend essen konnte. Sogar Schnecken habe ich einmal gegessen – à la France, die aber eher etwas durchwachsen und zäh geschmeckt haben, begeistern konnte ich mich persönlich leider nicht dafür. Die Fisch- und Langustengerichte waren aber durchgängig sehr frisch und immer lecker, wie man es sich eben erhofft bei einem Urlaub so nahe am weiten blauen Meer.

Außerdem war auf der Île des Pins die Besteigung der „höchsten“ Berges, des Pic N’Ga, immerhin knapp 270m hoch, spannend und auch nicht allzu schwer bei festem Schuhwerk machbar, auf dessen Spitze man dann eine sagenhafte Rundum-Aussicht hatte, sowie auch eine Einladung bei einem Einheimischen zum Mittagessen und einem kleinen Umtrunk, einem Auswanderer aus der Karibik (aus Martinique), der schon seit ca. 30 Jahren auf der Pinieninsel lebt, und sein Brot v.a. mit Touristenführungen von den ca. 170 mal im Jahr ankernden Kreuzfahrtschiffen verdient. Er erzählte mir u.a. von den einheimischen Feiern und Bräuchen, z.B. dass grundsätzlich nur anlässlich des alljährlichen Yam-Festes Ende März eine geringe Anzahl von (normalerweise streng geschützten) Schildkröten zum Verzehr an die Häuptlinge der verschiedenen Insel Stämme „freigegeben“ werden.

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Blick vom Pic N’Ga

Des Weiteren war ich noch in einer interessanten Höhle im Nord-Westen der Insel, sowie auf zwei vorgelagerten sog. Motus-Inseln (also quasi Inselchen vor der Haupt-Insel), wo ich u.a. eine hochgiftige Seeschlange sah. Zum Glück sind diese Schlangen allerdings nicht so aggressiv wie sie giftig sind. Ein australisches Ehepaar, das ich bei diesem Motus-Ausflug traf, und das aus dem nahen Brisbane zum Hochzeitstag anreiste, konnte mir da schon von ganz andere Attacken seitens australischer Gifttiere berichten.

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Am letzten Tag war ich dann ein letztes Mal für einige Stunden quasi als Transit-Reisender noch in Noumea unterwegs, u.a. zum Besuch des wunderschönen örtlichen Aquarium sowie in einem Museum der Kanaken und Melanesier (auch der Kultur des angrenzenden Vanuatu Archipels). Abschließend bin ich noch zum Hafen, wo ich einen schönen Sonnenuntergang sah. Der internationale Flug Richtung Tokio Narita startete dann verspätet erst nach Mitternacht, wieder zunächst über die Weiten der südozeanischen Wasserwüste sowie später der diesmal gut sichtbaren sibirischen Taiga nach Helsinki und von dort zurück nach München.

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Sonnenuntergang in Noumea

Insgesamt war es ein wirklich lohnendes, aufregendes Südsee Abenteuer mit vielen schönen Eindrücken. Unvergeßlich bleiben mir die schönen, einsamen Strände auf den Inseln sowie die in vielfältigen Farbkombinationen v.a. aus Blau, Türkis und Grün schimmernden visuellen Eindrücke und Stimmungen. Wer auf touristisch meist wenig erschlossenem Gebiet einen wirklich spannenden, aber auch größtenteils erholsamen und abwechslungsreichen Urlaub erleben will, ist in Neukaledonien samt seiner zugehörigen Außen – Inseln (Loyalitätsinseln und besonders auch der Île des Pins) bestens aufgehoben, denke ich.

Mit freundlichen Grüßen, Christoph M.-S.

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