Es gibt Orte, zu denen man nicht einfach reist, man muss sie sich verdienen. Die Torres-Inseln gehören dazu. Sie sind sehr abgelegen, selbst nach den Maßstäben der Südsee. Gute Planung, Geduld und die Bereitschaft, sich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen sind unbedingte Voraussetzungen. Hier sind die wichtigsten Fakten zu den Inseln, wie man sie erreicht und was man dort erleben kann.

Lage der-Inseln
Die Torres-Inseln bilden den nördlichsten Zipfel Vanuatus, rund 100 Kilometer nördlich von Espiritu Santo. Die vier Hauptinseln der Gruppe sind Hiw, Tegua, Loh und Toga. Sie erstrecken sich auf einer Nord-Süd-Achse von rund 42 Kilometern. Sie sind vulkanischen Ursprungs, von Korallenriffen umgeben und bedeckt von dichtem Regenwald. Die Inselgruppe erfüllt sämtliche Erwartungen an eine Südseeinsel. Die Strände sind weiß, das Wasser azurblau, die Klippen dunkel und zerklüftet. Nicht verwechseln sollte man sie mit den Torres Strait Inseln. Die fast 300 Inseln vor der australischen Nordküste liegen 1700 km weiter westlich und haben außer dem Namen keine Verbindung zu den vanuatuischen Torres-Inseln.
Bewohner und Kultur
Menschen trifft man auf den Torres-Inseln nur selten. Die Bevölkerung von etwas über 800 Menschen verteilt sich auf mehrere kleine Küstendörfer. Da sie am Übergang zwischen dem melanesischen Vanuatu und den polynesischen Ausläufern der benachbarten Salomonen liegen, befinden sich die Torres-Inseln auch kulturell zwischen den Welten. Auf Hiw und Loh werden eigene Sprachen gesprochen, die sich von den übrigen Vanuatu-Sprachen deutlich unterscheiden.

Anreise zu den Torres-Inseln
Die einzige reguläre Verbindung zur Außenwelt ist ein kleines Flugfeld auf der winzigen Insel Linua. Erreichbar ist es nur bei Niedrigwasser zu Fuß durch eine seichte Meeresstraße. Besucher erreichen die Torres-Inseln fast ausschließlich im Rahmen einer Expeditionskreuzfahrt. Die Melanesien-Kreuzfahrt mit der Heritage Adventurer ist eine der wenigen Möglichkeiten, diese Inselgruppe überhaupt anzusteuern.
Die vier Hauptinseln
Von den sieben Torres-Inseln sind nur fünf bewohnt, die vier Hauptinseln stellen wir jetzt näher vor.
» Hiw – die große Stille im Norden
Hiw ist die größte und nördlichste Insel der Gruppe. Sie ist rund 43 Quadratkilometer groß und besitzt einen kleinen Berg, dessen Gipfel auf über 360 Meter ansteigt. Die Insel ist insgesamt recht steil, dicht bewaldet und wird nur von ca. 250 Menschen bewohnt. Hiw gilt als linguistisch stark isoliert und wird von nur wenigen hundert Menschen gesprochen. Bisher gibt es nur wenig gesichertes Wissen über Hiw und die Insel ist weitgehend ursprünglich und unberührt von moderner Infrastruktur oder Tourismus. Auf der abgelegenen Seite der Insel gibt es Erzählungen zufolge einige wunderschöne Strandabschnitte und sogar einen geheimen Surfspot.
» Tegua – Einsiedlerin mit Unterwasserwelt
Tegua ist die zweitnördlichste der vier Hauptinseln. Sie ist rund 30 Quadratkilometer groß und alle 58 Einwohner leben in einem einzigen Dorf namens Lotew, das an der Ostküste liegt. Die Insel ist vollständig von Korallenriffen umgeben. Im Vergleich zu vielen anderen Südseeatollen sind diese nahezu unberührt und laden zum Schnorcheln ein. Es gibt weder organisierten Tauchtourismus noch kommerziellen Fischfang. Die vorgelagerte Insel Ngwel liegt nur 600 Meter vor der Westküste und bietet weitere herrliche Riffe, die es zu erkunden gilt.

» Loh – Herz der Inselgruppe
Loh ist das, was man als kulturelles und administratives Zentrum der Torres-Inseln bezeichnen könnte. Die Unterschiede in der Verwaltung und Organisation der Inseln sind jedoch bisweilen größer als ihre Gemeinsamkeiten. Dennoch gilt das Dorf Lungharegi als Hauptort der Inselgruppe und verfügt über einige moderne Einrichtungen, darunter eine gemeinschaftlich betriebene Telefonstation, grundlegende medizinische Versorgung. Zudem dient sie als Ausgangspunkt für Besuche der benachbarten Insel Linua mit dem erwähnten kleinen Flugplatz.
Loh ist auch der Ort, an dem das seltene Lēh-temēt-Ritual stattfindet. Bei der Zeremonie werden kunstvolle rituelle Kopfbedeckungen, die sogenannten temēt, getragen. Die Kappen sollen übernatürliche Kräfte verleihen und unmittelbar nach der Zeremonie werden sie zerstört. Im Rahmen des Rituals werden die Besucher von Kriegern des Stammes empfangen und durch den Häuptling willkommen geheißen. Wer es erleben darf, sieht eines der seltensten Rituale Ozeaniens und nur sehr wenige Menschen nehmen jedes Jahr daran teil.
» Toga – die südliche Stille
Toga ist die südlichste der vier Hauptinseln und bildet eine linguistische und kulturelle Einheit mit der Insel Loh. Die Menschen auf beiden Inseln sprechen Lo-Toga, eine gemeinsame Sprache mit rund 580 Sprechern. Die Dörfer Togas, Likwal und Litew sind klein und das Leben der Bewohner ist eng mit dem Meer verbunden. Toga wird noch seltener besucht als Loh. Viele Besucher beschreiben die Erfahrung ihres Besuchs auf Toga als einen Ort, a dem die Zeit stehen geblieben ist. Die umgebenden Riffe sind ebenfalls in einem hervorragenden Zustand, den man an anderen Orten im Pazifik vergeblich sucht.

Ihre Reise zu den Torres-Inseln
Die reguläre Verbindung der Torres-Inseln mit anderen Regionen der Welt führt über kleine Propellerflugzeuge, die zwischen Espiritu Santo und Linua verkehren. Für die meisten Reisenden ist dieser Weg jedoch logistisch kaum zu bewältigen und erfordert erhebliche Eigeninitiative.
Der beste Weg, die Torres-Inseln im Rahmen einer Ozeanienreise zu besuchen, ist eine Expeditionskreuzfahrt. Die Heritage Adventurer, das Schiff unserer Melanesien-Kreuzfahrt, ist genau für Ziele wie die Torres-Inseln konzipiert. Es ist klein genug, um in flachen Lagunen zu ankern und mit Beibooten für die Landung am Strand ausgestattet. Die Expeditionsleiter kennen die Region und die beliebtesten Orte ebenso wie die Geheimtipps der Inselgruppe.


