Koala Steckbrief – Alles über Australiens Kulttier

Koalas sind, neben Kängurus, die berühmtesten Tiere des australischen Kontinents und in Down Under so etwas wie ein nationales Maskottchen. Trotzdem sind Koalas stark gefährdet und ihr Bestand schrumpft von Jahr zu Jahr, sodass in Australien viel Aufwand betrieben wird, diese ganz besonderen Tiere zu schützen. Die Gründe für ihre schwindende Population sind vielfältig: Der Klimawandel und der zunehmende Verlust ihrer natürlichen Lebensräume sind ein großer Faktor. Ein weitere Faktor ist jedoch auch die ganz spezielle Lebensweise der Koalas. Sie sind nämlich echte Sensibelchen und können nur unter ganz bestimmten Bedingungen überleben. Grund genug, dass wir uns heute ausführlich mit dem australischen Kulttier beschäftigen möchten.

Der Koala – ein kleiner Steckbrief

Name: Koala
Weitere Namen: Beutelbär
Lateinischer Name: Phascolarctos cinereus
Klasse: Säugetiere
Größe: 60 – 80 cm
Gewicht: 4 – 12 kg
Maximales Alter: 8 – 15 Jahre
Aussehen: silber-graues, dichtes Fell, gedrungene Figur, relativ große Ohren mit weißem Fell, große breite Nase
Ernährungstyp: Pflanzenfresser (herbivor), ernährt sich ausschließlich von Eukalyptus
Verbreitung: Australien
ursprüngliche Herkunft: Australien
Lebensraum: offene Wälder, kommt aber auch in städtischen Parkanlagen vor
natürliche Feinde: Dingos, Raubvögel, Schlangen
Geschlechtsreife: mit 2 – 4 Jahren
Paarungszeit: Oktober – Februar
Tragzeit: 28 – 35 Tage
Wurfgröße: 1 Jungtier
Sozialverhalten: Einzelgänger
Schutzstatus: Gefährdet, vor allem durch die Verringerung seines natürlichen Lebensraumes durch den Menschen

 

20 wissenswerte Fakten zum Koala

» Koalas sind keine Bären, sondern Beutelbären und gehören zur Gattung der Beutelsäuger (Metatheria). Damit sind Koalas neben Kängurus die bekanntesten Vertreter der Beuteltiere, die nur auf dem australischen Kontinent vorkommen.

» 35 Tage dauert es, bis ein Koalababy geboren wird. Nach der Geburt krabbelt das nur 2 cm große Jungtier in den Beutel der Mutter und bleibt dort mindestens 6 Monate bis es völlig ausgereift ist.

» Koalas leben ausschließlich an der Ostküste Australiens und dort am liebsten in lichten Eukalpytuswäldern. Inzwischen kommen sie jedoch auch zunehmend in Städten vor, wo sie in Parkanlagen oder Gärten zu finden sind.

» Mittlerweile sind bis zu 80 Prozent der natürlichen Lebensräume der Koalas zerstört, sodass die Beutelbären in die Städte und Siedlungen ausweichen müssen. Dort jedoch finden sie meist zu wenig Nahrung, werden durch den Lärm und die Lichtverschmutzung krank, oder werden überfahren.

» Bis zu 4000 Koalas sterben in Australien jährlich durch den Autoverkehr. Auch Waldbrände, wie zuletzt die verheerenden Brände von 2020 dezimieren den Bestand der Tiere stark.

» Die Gesamtpopulation der Koalabären in Australien wird auf etwa 40.000 Tiere geschätzt. Deshalb gilt der Koala auch als gefährdete Tierart und bedarf eines umfangreichen Schutzprogramms.

» Vor einigen hundert Jahren bevölkerten noch Millionen von Koalas den australischen Kontinent.

» Buschbrände, wie sie in Australien durch den Klimawandel noch häufiger vorkommen, als bisher, bedeuten fast immer das Todesurteil für Koalas. Sie sind, aufgrund ihres Körperbaus und ihres hohen Schlafbedarfs einfach zu langsam, um rechtzeitig vor Feuer fliehen zu können.

» Koalas haben ein ausgesprochen schlechtes Immunsystem und sind sehr anfällig für Bakterien und Viren. Auch von Verletzungen erholen sie sich nur langsam.

» In Australien grassiert seit einige Jahren ein aggressives Virus, das die Population der Koalas stark dezimiert: Durch das Virus werden die Tiere blind oder unfruchtbar.

» Koalas ernähren sich ausschließlich von den Blättern und der Rinde des Eukalyptusbaumes – eine sehr einseitige Nahrung, die zudem schlecht verdaulich ist. Und selbst da sind die Koalas äußerst wählerisch: Rund 600 australische Eukalyptusarten gibt es, davon sind nur wenige Arten für Koalas als Nahrung geeignet.

» Dennoch ist das Verdauungssystem der Koalas perfekt auf die Eukalyptuspflanze angepasst: Ihr Verdauungstrakt kann die Giftstoffe des Eukalyptus heraus filtern und die harten Pflanzenfasern aufspalten. In ihrem bis zu zwei Meter langem Blinddarm, der mit besonderen Bakterien besiedelt ist, wird der Eukalyptus verdaut.

» Der Verdauungsvorgang der Koalas kostet jedoch viel Energie, was auch der Grund dafür ist, dass Koalas die meiste Zeit des Tages schlafend verbringen:  Bis zu 20 Stunden dauert das tägliche Verdauungsschläfchen der Koalas. Während dieser Zeit dösen die Koalas in den Baumkronen matt vor sich hin. Die verbleibenden Stunden werden mit der Nahrungsaufnahme verbracht.

» Der Name “Koala” stammt aus der Sprache der Aborigines und bedeutet soviel wie “trinkt nicht”. Tatsächlich nehmen Koalas den größten Teil ihrer benötigten Flüssigkeit über ihre Nahrung auf, dennoch müssen sie von Zeit zu Zeit auch Wasser trinken.

» Forscher haben beobachtet, dass Koalas Regentropfen trinken: Wenn es regnet und die Tropfen an den Bäumen hinunterlaufen, lecken Koalas diese mit der Zunge auf. Dies scheint die einzige Art der Wasseraufnahme für Koalas zu sein.

» Koalas unterhalten sich miteinander. Ihr Lautrepertoire ist sehr umfangreich und reicht von lautem Bellen (bei der Paarungszeit) über schrille Schreie (als Warnruf), bis hin zu beruhigendem Brummen und Schnurren (wenn sie mit ihren Jungen interagieren).

» Dennoch sind Koalas außerhalb der Paarungszeit strikte Einzelgänger und mögen es gar nicht, wenn „fremde“ Koalas in ihr Revier eindringen. Die Eindringlinge werden dann durch Knurren vertrieben, manchmal werden gerade männliche Koalas auch richtiggehend handgreiflich und bekämpfen sich gegenseitig.

» In Gefangenschaft können die Tiere bis zu 20 Jahre alt werden und werden dabei gezielt gezüchtet, um die Population stabil zu halten.

» Die Zoohaltung von Koalas, gerade im Ausland, ist sehr kostenintensiv: Koalas fressen nur ganz frische Eukalyptusblätter, die eigens aus Australien importiert werden müssen. Dies ist der Grund, warum man in Zoos außerhalb von Australien kaum Koalas findet.

» In Australien gibt es zahlreiche Auffangstationen für wildlebende Koalas, die durch Unfälle oder Brände verletzt wurden. Dort werden Jungtiere und erwachsene Koalas mit spezieller Eukalyptusnahrung gefüttert und aufgepäppelt. Einige Tiere werden auch in speziellen Zuchtprogrammen eingesetzt, um die Koala Population zu stabilisieren.

Wildlebende Koalas in ihrem Habitat zu beobachten, ist ein unvergessliches Erlebnis. Wir bieten zahlreiche Rundreisen an der Ostküste Australiens an, bei denen Sie auf Tuchfühlung mit den einzigartigen Beuteltieren gehen können. Echte Australien-Erlebnisse unserer PTH-Kund*innen können Sie auch in unseren Reiseberichten nachlesen. Für eine individuelle Reiseplanung stehen wir Ihnen natürlich jederzeit zur Verfügung!

Bilder: CC 00 alle via Pixabay

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