Great Walks: Heaphy Track

Durch den Nordwesten der neuseeländischen Südinsel windet sich ein weiterer der neun Great Walks des Department of Conservation, der 78,4 Kilometer lange Heaphy Track, den die Maori bereits im 16. Jahrhundert in weiten Teilen zu nutzen wussten. Er, der längste und vielleicht aufregendste der großen Wanderwege, zieht sich in der Grenzregion zwischen West Coast und Tasman District durch den Kahurangi National Park, dessen Name – Kahurangi – aus der Sprache der Maori ins Deutsche übersetzt etwa so viel wie „wertvoller Besitz“ heißt.

Ein Name, der nicht von ungefähr kommt, ist der Kahurangi National Park mit 4520 Quadratkilometern zwar nicht der größte der neuseeländischen Parks, aber das mit 1226 von 2450 einheimischen Pflanzenarten und 71 nur dort vorkommenden bei weitem artenreichste Gebiet des Pazifikstaats.

Und tatsächlich, wer sich für den nach dem berühmten Entdecker Charles Heaphy benannten Track entscheidet, wird während seiner 4- bis 6-tägigen Wandertour unzählige und mit Sicherheit unvergessliche Einblicke in die einzigartige Naturszenerie, Flora, Fauna und Tierwelt dieses südlichen Commonwealthstaats erhalten.

Wanderer sollten den Track daher mit offenen Augen und am besten auch ausgestattet mit einem Fernglas antreten, lassen sich doch so einzigartige Vögel wie die Wekaralle, der Tui, der Kereru, also die imposante Maori-Fruchttaube, der Kea und Kaka (Berg- und Waldpapagei) und mit etwas Glück vielleicht sogar ein Kiwi oder Neuseeland-Kuckuckskauz beobachten. Für all jene, die kein Faible für Ornithologie haben, bietet die Tierwelt des Kahurangi National Park übrigens auch mehr als 20 Arten fleischfressender Schlangen Schnecken und wie gesagt auch die unvergleichliche Pflanzenwelt.

Kein Wunder also, dass die örtlichen Behörden sich dazu entschlossen haben, dieses im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Stück Land mit einem gut ausgebauten Wandernetz mit einer ganzen Reihe von Huts zu bestücken.

Wer den Heaphy Track wandern möchte, kann entweder über Nelson anreisen, um den Weg dann an der Brown Hut zu beginnen – was empfehlenswert ist – oder über Westport und die Tour dann in Kohaihai beginnen.

Route entlang des Heaphy Rivers

Die Route

An der Brown Hut beginnend wandert man über eine weite Grasebene, bevor es langsam bergauf und in den Busch geht bis zum Aorere Shelter geht, von wo aus man einen atemberaubenden Blick über das gleichnamige Tal und bei gutem Wetter bis zum Mount Egmont hat, bevor es weiter zur Perry Saddle Hut geht. Hier sollte man übrigens unbedingt in den Gorge Creek zum Eisbaden gehen.

Von hier aus zieht sich der Weg noch ein Stück bergaufwärts, bevor es langsam in ein buschbewachsenes, surreal anmutendes Tal, die Gouland Downs, hinab geht. Hier kann ebenfalls in einer Hut Station gemacht werden, bevor es weiter durch das Tal bis zur Saxon Hut geht. Aber Achtung: Dieser einfach zu begehende Teil des Tracks wird bei häufig einfallendem Nebel zum Labyrinth. Die Landschaft wird nun wieder etwas abwechslungsreicher, wartet aber auch mit durchaus gefährliche Streifen Sumpflandes auf.

Die nächste Hütte entlang des Weges ist nach James Mackay benannt und bietet spektakuläre Aussichten auf die Tasman Sea. Langsam beginnt die Umgebung sich von hier aus in Richtung West Coast Vegetation zu verändern, die Bäume verdichten sich zum Wald und überall fließen kleine Bäche. Hier bietet die Lewis Hut Unterkunft, bevor es durch immer dichteres Grün zur Heaphy River Mündung und der meernahen Heaphy Hut geht. Auch hier ist bei Regenwetter Vorsicht geboten, denn Teile des Weges können unter Wasser stehen oder schnell überfluten.

Entlang der Küstenlinie geht es nun das letzte Stück Weg meist durch den bis an den Ozean heranreichenden Wald, teilweise aber auch über herrliche Strandabschnitte bis zur Scotts Beach. Es empfiehlt sich, an dieser Stelle Station zu machen, bevor man zum Kohaihai Sattel aufsteigt und sich dann auf den letzten Abstieg vor Ende des Heaphy Tracks macht.

Der Track ist einer der schönsten und abwechslungsreichsten aller neuseeländischen Wanderwege und sollte definitiv in Reiseplanungen einbezogen werden. Übrigens eignet er sich für erfahrenere Radfahrer auch bestens für Mountainbike Touren.

Weitere Infos hier im offiziellen Video zum Heaphy Track:


Bilder cc-Lizenz Wikipedia: Pierre Lavaurs

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2 Kommentare

  1. Schöne Beiträge, machen Lust zum Wandern – ABER… seit wann gibt es in Neuseeland fleischfressende Schlangen??? (Bitte nochmal nachforschen, sollte wohl eher fleischfressende Schnecken heißen, die klingen zwar genauso unwahrscheinlich, aber es gibt sie wirklich….

    1. Hi Sonja,
      du hast natürlich recht, Schnecken nicht Schlangen, schon geändert. Danke für den Hinweis!

      Grüße, Helena

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