Kunden-Reisebericht: Schwimmen mit Walen Tonga August 2017


Am Anfang steht eine sehr lange Reise. Bis man es nach Tongatapu geschafft hat, vergehen zwei volle Tage, einen gegebenenfalls weiteren Inlandsflug auf die gewünschte Inselgruppe nicht mitgerechnet. Wir wählten den Flug über Los Angeles und Fidschi, weil von unserer letzten Station auf Tonga, der Inselgruppe Vava’u, der direkte Rückflug über Fidschi nach Los Angeles möglich war.

Auf dem Hinflug sieben Stunden Aufenthalt in Los Angeles? Muss nicht unbedingt zu viel sein, wenn man ohne Zeitdruck die Ein- und Ausreiseprozedur über sich ergehen lassen will. Die dortige Ein- und Ausreise inklusive Gepäckempfang und erneute Abgabe sind ein Erlebnis der besonderen Art. Aber egal, Augen zu und durch, die Südsee wartet.

Bei durchwachsenem mitteleuropäischem Wetter verbrachten wir die erste Nacht auf Tongatapu. Am nächsten Tag sollte es weitergehen nach Ha’apai. Dieses war unser zweiter Aufenthalt auf Tonga und ganz den Buckelwalen und einigen Tauchgängen gewidmet.
Die heimische Fluglinie Real Tonga führt die Inlandsflüge durch. Obwohl sie mittlerweile recht zuverlässig sein soll, sollte man sich jeden Flug einen Tag vorher bestätigen lassen. Das Hotel hilft gern. Auf keinen Fall sollte man sich darauf verlassen, dass Real Tonga Flugplanänderungen von sich aus per Mail bekannt gibt, auch wenn zuvor Kontaktdaten für Mitteilungen erfragt wurden.

Der Aufenthalt auf Ha’apai war in der ursprünglichen Planung gar nicht vorgesehen, sondern nur eine alternative Lösung, da auf Vava’u die gewünschte Unterkunft für den gesamten Zeitraum nicht zur Verfügung stand. Jetzt erwies sich dies jedoch als echter Glücksfall, denn Ha’apai ist wirklich empfehlenswert. Unsere Unterkunft, das Sandy Beach Resort, verfügt gerade mal über zwölf Einheiten. Die familiäre Atmosphäre und die Ruhe waren ganz nach unserem Geschmack.

Sandy Beach Resort, Foa Island, Ha‘apai

Sandy Beach Resort, Foa Island, Ha‘apai

Urlaub auf Tonga ist ohnehin nichts für Leute, die sich nicht selbst beschäftigen können oder auf Entertainment und „Nightlife“ nicht verzichten wollen. Sonntags steht auf Tonga alles still. Selbst Flüge gibt es nicht. An diesem Tag widmet sich der Tonganer vollständig der Kirche und seiner Familie.

Peta, die Managerin des Sandy Beach Resort, und ihr Team taten alles, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Nicht zuletzt auch das gute Essen spielte hier eine wesentliche Rolle. Ein kultureller Abend mit Darbietungen der örtlichen Schule und typischen tonganischen Gerichten war ein Höhepunkt.

Das Hotel ist zusammen mit dem angegliederten etwas einfacheren Matafonua Lodge ideal an der Nordspitze von Foa Island gelegen. Die Meerenge zur nächsten Insel ist ein hervorragender Platz zum Schnorcheln. Bei Ebbe kann man sich hunderte von Metern mit der Strömung im flachen Wasser über die Korallenbänke treiben lassen.

Bei der Matafonua Lodge befindet sich auch die Tauchbasis. Aufgrund der geringen Anzahl an Unterkünften in beiden Einrichtungen ging es auch hier sehr gemütlich zu. Das Personal der Tauchbasis war ebenfalls ausgesprochen freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit, so dass auch hier eine absolut entspannte und angenehme Atmosphäre herrschte. Zudem war die ausgegebene Tauchausrüstung in einem sehr guten Zustand. Somit also rundherum ideale Bedingungen insbesondere für den noch nicht so routinierten Hobbytaucher. Die Basis führt auch die Aktivitäten zum Schwimmen mit Walen durch. Schon vom Strand aus konnten wir diese beobachten.

Empfehlenswert ist es, mehrere Ausflüge zu buchen. Wale sind in der Saison immer zu sehen, die „ultimative“ Begegnung jedoch kann nicht bei jedem Ausflug garantiert werden. Dazu müssen sich die Tiere stationär an einem Ort aufhalten, um eine Annäherung durch Schwimmen zu ermöglichen. Häufig sind die Tiere in Bewegung, und beim Hinterherschwimmen zieht man den Kürzeren, da nutzen selbst die besten Flossen nichts.
Im Vergleich zu Vava’u waren die diesbezüglichen Aktivitäten auf Ha’apai sehr viel angenehmer und erfolgreicher. Nach bereits kurzer Suche waren die geeigneten Objekte gefunden, in einem Fall hielten wir uns über eine Stunde mit den Tieren an einem Ort auf. Die Walmütter machten immer einen sehr entspannten Eindruck und beobachteten das Geschehen aus meist größerer Tiefe. Die Guides waren bemüht, die Schwimmer (maximal vier) zusammen und in ausreichendem Abstand zu den Tieren zu halten. Die Waljungen waren – wie Kinder nun einmal sind – verspielt und vor allem neugierig und kamen den Schwimmern sehr nah.
So konnte es vorkommen, dass eine Gruppe längere Zeit von einem Wal schwanz- und flossenschlagend umkreist wurde.

Auf Vava’u wohnten wir nun bereits zum zweiten Mal im Reef Resort auf Kapa Island.

Reef Resort, Kapa Island, Vava’u

Reef Resort, Kapa Island, Vava’u

Auch dieses Resort mit seinen fünf Einheiten ist sehr empfehlenswert, wenn man Ruhe, familiäre Atmosphäre und gutes Essen schätzt. Die Unterkünfte sind geräumig und befinden sich in traumhafter Lage.

Blick von der Terasse

Das Abendessen – Fisch gibt es in vielen Variationen

Getaucht wurde mit einem alten Bekannten, mit Riki von der Tauchbasis Riki Tiki. Mit der ihm eigenen Ruhe und Gelassenheit ist er ein Guide, wie man ihn sich nur wünschen kann. Und Gedränge gibt es auf seinem Boot, das für maximal vier Taucher ausgelegt ist, auch nicht.

Im Vordergrund stand jedoch wieder das Schwimmen mit Walen. Nachteil auf Vava’u: Es gibt eine große Anzahl von lizensierten Booten und die Wale verteilen sich auf ein viel größeres Gebiet, d.h. sie waren nicht so leicht zu finden. Die Guides auf den Booten kommunizieren miteinander. Bei einer Walsichtung sammeln sich einige Boote vor Ort und da immer nur eine Gruppe in der Stärke von vier Schwimmern im Wasser sein darf, befanden wir uns häufig in Warteschleifen.
Ein Tipp: Die See kann ziemlich rau sein. Empfindliche Naturen sollten sich gegen Seekrankheit wappnen. Es gab Fälle, die den weiten Weg nach Tonga gemacht hatten, um Wale zu sehen, und dann sechs Stunden krank auf dem Boot verbrachten. Eine echte Qual! Eine solche Gelegenheit verstreichen lassen zu müssen schmerzt.

Am Ende stand wieder eine lange Reise bevor. Die erste Geduldsprobe erwartete uns bereits am internationalen Flughafen von Vava’u. Die Abfertigung der Passagiere erfolgte auf die einmalige gelassene Art der Tonganer, die einen normal gestrickten Mitteleuropäer nur fassungslos dastehen lässt.

Hier wurden die Bordkarten noch per Hand ausgefüllt. Ob das zu der insgesamt zweistündigen Verspätung des Abflugs führte? Man weiß es nicht.

Zum Abschluss noch eine Empfehlung für alle, die in Nadi/ Fidschi auf ihren Nachtflug nach Los Angeles warten. Beim Early Bird Check-in ab 16:30 Uhr das Gepäck abgeben, durch die Sicherheitskontrollen gehen und anschließend im Sicherheitsbereich in der Rosi`s Lounge die Wartezeit bei freiem Essen und Getränken in gemütlichen Sesseln verbringen.


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