Der Parc Riviere Bleue in Neukaledonien


Blick auf den Parc Riviere Bleue in Neukaledonien

Blick auf den Parc Riviere Bleue in Neukaledonien

Im Süden von Grande-Terre, der Hauptinsel Neukaledoniens findet man eine atemberaubende Landschaft voller Geheimnisse. Blaues Gestein, fleischfressende Pflanzen und ein versunkener Wald. Was klingt, wie aus einem Märchenbuch, hängt in Wahrheit mit der geologischen Besonderheit Neukaledoniens zusammen:
Als Teil des urzeitlichen Superkontinents Gondwana (zu dem auch Australien gehört), hat sich auf Neukaledonien eine einzigartige Flora und Fauna heraus gebildet. Doch was die Gegend wirklich besonders (und besonders begehrt) macht, liegt tief in der Erde: Neukaledonien besitzt über ein Drittel des weltweiten Nickelvorkommens und dieses Schwermetall ist es, das den Parc Riviere Bleue so einzigartig macht.

Holzbrücke im Park

Holzbrücke im Park

Der Nickelabbau hat das Land schwer geschädigt: Wo einst Regenwald stand, blieben oft nur noch erodierte Flächen. Doch im Parc Riviere Bleue wird der Wald gezielt und erfolgreich aufgeforstet – und zwar ausschließlich mit Pflanzen, die hier seit jeher wachsen. Diese Pflanzen nämlich, können dem giftigen Metall und den nährstoffarmen Böden trotzen und haben sich perfekt an die unwirtliche Umgebung angepasst.

Wandern im Blue River Park

Wandern im Blue River Park

Das 22 Tausend Hektar große Naturschutzgebiet Parc provincial de la Rivière Bleue gehört zum Wildreservat Haute-Yaté, das die drei Flüsse Rivière Blanche, Rivière Bleu und Mois de Mai umfasst. Seit dem Bau des Yaté Staudammes im Jahr 1958 hat sich die Landschaft drastisch verändert: Zeuge dieser Veränderung ist der Versunkene Wald, von dem nur noch die Spitzen der Baumwipfel aus dem Wasser des Stausees ragen. Wer möchte, kann eine Kanutour über den See buchen und sich die bizarre Landschaft aus der Nähe betrachten. Übrigens: Im Rivière Bleue ist auch das Baden erlaubt.

Versunkener Wald im Blue River Park

Versunkener Wald im Blue River Park

Selbiges geht jedoch auch von der Brücke Pont Pérignon aus. Die 80 Meter lange Brücke über den See ist Ausgangspunkt für Rad- und Kanutouren. Natürlich kann man den Nationalpark auch zu Fuß erwandern: Insgesamt 18 Fernwanderwege und sechs gut ausgeschilderte Mountainbike-Strecken durchziehen den Nationalpark. Eine der beliebtesten Wanderungen führt über einen Holzbohlenweg durch den dichten Regenwald. Nach etwa zwanzig Minuten Fußmarsch durch die tropische Vegetation gelangt man schließlich zur Hauptattraktion des Parks: Zu Le Grand Kaori, dem größten Kaoribaum Neukaledoniens. Vierzig Meter hoch ragt der Baumriese aus dem Wald empor, sein Stamm beträgt 2,70 Meter im Durchmesser. Niemand weiß genau, wie alt Le Grand Kaori wirklich ist, man schätzt ihn auf über 1000 Jahre. Damit gehört der mächtige Baum zu den ältesten Exemplaren seiner Art, denn Kaoribäume sind auf Neukaledonien sehr selten geworden. Einst gab es ganze Wälder von ihnen, doch ihr hartes Holz war als Baustoff zu begehrt und so wurden die Bestände früher oft rücksichtslos abgeholzt. Umso schützenswerter ist der Nationalpark Rivière Bleue mit seinen teils bizarren Landschaften.

Fotos: Versunkener Wald by -epsilon- via Flickr, Rest via Shutterstock.
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