Der Franklin-Gordon Wild Rivers National Park


Nelson Falls im Franklin Gordon NationalparkLiebe Leser! Heute möchte wir ihnen einen der zahlreichen Nationalparks in Australien näher vorstellen. Der Franklin-Gordon Wild Rivers National Park gehört zu den letzten, wirklich vom Menschen unberührten Gebieten der Erde und ein Besuch dort, wird Naturliebhaber begeistern.

Nur eine Straße, der Lyell Highway, durchzieht den 440 000 Hektar großen Nationalpark, der das Herzstück des UNESCO-Welterbes Tasmanische Wildnis darstellt. Und der Franklin-Gordon Nationalpark bietet unzweifelhaft ein unvergleichliches Naturerlebnis: Das Landschaftsbild ist geprägt von beeindruckenden Berggipfeln, Regenwäldern, tiefen Flusstälern und spektakulären Schluchten. Die Tasmanische Wildnis macht heute etwa 20 Prozent der Fläche Tasmaniens aus, zu ihr zählen neben dem Franklin-Gordon Nationalpark noch fünf weitere Nationalparks.

 Teil des UNESCO-Welterbes Tasmanische Wildnis

Seinen Namen erhält der Franklin-Gordon Nationalpark durch die beiden, den Regenwald durchziehenden Flüsse, den Franklin und den Gordon, die beiden längsten Flüsse Tasmaniens. Ein Großteil der Berg- und Regenwaldlandschaften im Einzugsbereich des Gordon und des Franklin sind nahezu unerschlossen und bieten den Besuchern eindrucksvolle Einblicke. Bootstouren auf den Flüssen bieten so hervorragende Gelegenheiten, den Nationalpark kennenzulernen. Der Gordon River ist der breitere, gleichförmig strömendere Fluss, der auch gut mit Booten befahren werden kann und so eine bequeme Möglichkeit bietet, den Park zu besichtigen. Ganz anders der Franklin River: Hier sind vor allem Rafting-Fans voll in ihrem Element, zählt der Franklin doch zu den schwierigsten und abgelegensten Wildwasserstrecken der Welt.

Im Innern des Parkes wartet ein spektakulärer Regenwald der gemäßigten Zone auf die Besucher. Die besten Ausblicke bietet der Frenchmans Cap Track, der zum gleichnamigen in 1443 Meter Höhe gelegenen Kap führt. Die Wanderung bietet atemberaubende Ausblicke auf und von hohen Steilklippen aus weißem Quarz des Frenchmans Cap und führt durch dicht bewachsene Eukalyptus- und Regenwälder, die charakteristischen „Buttongras moorlands“ und an Flüssen und Seen vorbei. Um den gesamten Weg zum Frenchmans Cap zu bewältigen, sind vier oder fünf Tage erforderlich. Ein weiteres Highlight des Parks sind die Nelson Wasserfälle die vom Lyell Highway aus erreicht werden können. Einen ersten Eindruck der wunderschönen Naturlandschaft rund um die Wasserfälle finden Sie in diesem Video:

Heimat des Tasmanischen Teufels und der Aborigines

Tasmanischer TeufelDer Franklin-Gordon Wild Rivers National Park ist ein Refugium für zahlreiche bedrohte Tierarten. Unter anderem der Goldbauchsittich, eine Papageienart, deren weltweites Vorkommen auf weniger als 200 Individuen geschätzt wird, lebt in den Tasmanischen Wäldern. Auch Beuteltiere wie das Rotnackenwallaby, die Filander, der Beutelmarder oder der berühmte Tasmanische Teufel finden im Franklin-Gordon Nationalpark einen geschützten Lebensraum. Sehen sie in diesem Video selbst, welche Artenvielfalt in Tasmanien auf Urlauber wartet:

Tasmanien ist seit mindestens 35 000 Jahren von Menschen bewohnt. Der Franklin-Gordon Nationalpark enthält zahlreiche historische Stätten der Aborigines, die isoliert von Zentral-Australien eine eigene Kultur entwickelten. Eine der berühmtesten Stätten ist die Kutikina Cave, eine etwa 100 Quadratmeter große Höhle, in der Überreste von Feuerstätten, Steinwerkzeug und Knochen gefunden wurden, die über 20 000 Jahre alt sind. Die tasmanische Wildnis wurde von europäischen Siedlern seit dem 19. Jahrhundert in Beschlag genommen, diese hatten es vor allem auf Gold und Mineralien abgesehen.

Der Franklin-Gordon Nationalpark war in den 1980ern Jahren das Kernstück einer ganz Australien in Atem haltenden Naturschutzdebatte. Ein groß angelegtes Projekt zur Stromversorgung durch Wasserkraft auf Tasmanien plante, am Gordon und am Franklin River einen Staudamm zu errichten, der eine rund 1000 Quadratkilometer große Fläche zwischen den Flüssen unter Wasser gesetzt hätte. Ganz Tasmanien war gespalten in Damm-Befürworter und –Gegner, nach Protesten, die sich über Jahre hinzogen – Höhepunkt war eine Blockade, bei der über 1200 Personen verhaftet wurden –, wurde das Bauvorhaben abgesagt. Wenig später wurde den Gebieten dann der Status des UNESCO-Welterbes zugesprochen.

Erfahren Sie mehr über Tasmanien! Weitere Informationen und Touren in den Nationalpark finden sie auf unserer Australien Reisen-Seite oder direkt beim Reisevorschlag Sydney-Melbourne-Tasmanien.

© Foto Nelson Wasserfälle by JJ Harrison/wikipedia & Foto Tasmanischer Teufel Wayne McLean/wikipedia

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