Ausflug nach Kapiti Island


Kapiti Island von oben

Kapiti Island von oben

Das Kapiti Island Natur Reservat zählt zu den vielleicht schönsten Naturschutzgebieten Neuseelands und wurde 2017 für dem Neuseeland Tourismus Award nominiert. Etwa 8 Kilometer vor der Westküste der Nordinsel Neuseelands gelegen, ist Kapiti Island von Wellington aus gut sichtbar. Die bergige Insel mit ihren Steilklippen ist ein Refugium für seltene Vogel- und Pflanzenarten und wurde bereits 1897 zum Vogelschutzgebiet erklärt.

Heute ist Kapiti Island ein streng kontrolliertes Schutzgebiet, das nur eine sehr begrenzte Anzahl Touristen erlaubt: Pro Tag dürfen nur maximal 50 Personen die Insel betreten um die bedrohten Tierarten nicht zu stören und ihren Lebensraum nicht zu zerstören.

Schutz für die bedrohten Arten

Das war freilich nicht immer so: Um 1700 siedelten die ersten Maori Stämme auf der Insel, die ein beliebtes Jagdgebiet war. Das erkannten auch die Europäer, die Kapiti Island um 1800 herum für sich entdeckten. Da die Gewässer um die Insel herum das Paarungsgebiet zahlreicher Meeressäuger ist, boomte der Walfang. Ganze Flotten machten Jagd auf die riesigen Pottwale, aus deren Tran Öl für Petroleumlampen hergestellt wurde. Brandrodungen und Ackerbau veränderten zudem das Gesicht und das natürliche Ökosystem der Insel.

Nach einigen Jahrzehnten jedoch erkannten auch die europäischen Siedler, dass die knapp 20 km² große Insel zu karg und felsig war, um hier dauerhaft zu siedeln. Das war ein Glück für Kapiti Island und seine tierischen Bewohner, denn als der Mensch die Insel verließ, konnte sich das sensible Ökosystem regenerieren.

Ab 1980 bemühte sich die neuseeländische Regierung intensiv um eine Renaturierung: Man befreite Kapiti Island von den eingeschleppten Ratten und Possums und betrieb ein umfangreiches Aufforstungsprogramm. Zudem setzte man einige der letzten Exemplare von stark bedrohten Vogel- und Fledermausarten aus und startete ein Zuchtprogramm um die endemischen Vogelarten vor dem Aussterben zu schützen.

Kereru Taube

Kereru Taube

Heute beherbergt Kapiti Island nicht nur zahlreiche endemische Pflanzen- und Baumarten, sondern auch viele einheimische Vogelarten, die hier einen geschützten Lebensraum vorfinden.

Ganz ohne Fressfeinde können die Vögel hier also ungestört leben und brüten – ein wahres Paradies. Besucher werden schnell merken, dass die Tiere hier ungewöhnlich zutraulich sind, so kann man zum Teil ganz nah an die seltenen Vögel heran kommen und sie aus nächster Nähe beobachten.

Zu den seltensten Vögeln Neuseelands, die auf Kapiti Island ihr Refugium gefunden haben, gehören unter anderem der Kereru, ein der größten Tauben der Welt, die Südinseltakahe, die Lappenkrähe, sowie Wasservögel wie die Neuseelandente und der Maorischnäpper. Die äußerst seltene Kleine Neuseelandfledermaus hat hier ebenfalls einen neuen Lebensraum gefunden. Auch der sehr seltene und nachtaktive Fleckenkiwi zählt zu den prominenten Bewohnern von Kapiti Island. Um ihn zu sehen, muss man früh aufstehen, genauer gesagt mitten in der Nacht. Daher gibt es die Möglichkeit, auf der Insel zu übernachten um den kleinen Fleckenkiwi in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Tahake

Tahake

Die Kapiti Islands Eco Lodge beherbergt Besucher in luxuriösen „Glamping“-Zelten oder gemütlichen Strandbungalows mit Dusche und Toilette. Für 355 NZD (umgerechnet etwa 200 Euro) kann man zwei Tage in der Kapiti Island Eco Lodge verbringen und wird in Vollpension verpflegt. Im Preis enthalten sind außerdem mehrere geführte Touren durch die Insel, bei denen Sie mit professionellen Vogelbeobachtern und Guides die seltenen Tiere entdecken und viel über ihre Lebensweise lernen können.
Der Tagespass für Kapiti Island kostet ohne Tour 80 NZD, wer eine Tour und ein frisches Mittagessen dazu buchen möchte, kann das für zusätzlich 100 NZD tun.

Kapiti Island by Phillip Capper / Taube by Duncan beide CC BY-SA 2.0 
via Wikipedia; Tahake by Duncan Wright CC BY-SA 3.0 via Wikipedia
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