Wer ist eigentlich… Eddie Aikau?


Auf Hawaii werden Legenden geboren. Eine davon ist Eddie Aikau, Nationalheld, Lebensretter und Surflegende. Auf den Inseln kennt jedes Kind seinen Namen und seine Geschichte. „Eddie would go“ sagen sie, wenn sie sich auf ein Abenteuer begeben. „Eddie would go“ sagen Surfer auf der ganzen Welt, wenn sie sich gegenseitig anspornen, die nächst höhere Welle zu surfen.

Eddie would go – der Satz ist zum geflügelten Wort geworden, prangt auf T-Shirts, Stickern, Surfboards und sogar Hauswänden auf ganz Hawaii. Wer war dieser Mann, den man auf den Inseln verehrt wie ein Natuonalheiligtum?

Die Antwort ist so schlicht wie beeindruckend: Eddie Aikau war ein Held. Ein Abenteurer und Sportler, aber eben auch ein Mensch, der sich todesmutig in die höchsten Wellen warf, um Menschenleben zu retten. Denn Eddie Aikau war in erster Linie Rettungsschwimmer. Geboren am 4. März 1946 in Maui wurde Aikau vor allem als Surfer bekannt: Er wagte sich selbst bei sehr gefährlichen Bedingungen in die Wellen: wenn alle anderen schon dankend abwinkten und mit ihren Brettern den Strand ansteuerten, war Eddie noch immer draußen auf dem Meer und ritt die Großen, die Big Waves.

Eddie Would Go

Damals, in den siebziger Jahren, wurde die Legende Eddie Aikau geboren. Doch Eddie ging nicht nur ins Wasser, um Preise zu gewinnen und Rekorde zu brechen, er ging vor allem, um Menschen vor dem sicheren Tode zu bewahren. Meist waren es Touristen, die sich unachtsam in Gefahr begaben, doch in seiner Funktion als Rettungsschwimmer rettete Aikau unzählige Schwimmer und Surfer vor dem Ertrinken.

Gedenktafel für den mutigen Eddie Aikau am Waimea Bay Beach Park

So auch in jener verhängnisvollen Nacht des Jahres 1978, zwölf Meilen südlich von Molokai. Eddie Aikau nahm, gemeinsam mit einer Gruppe von Forschern, an einer Expedition teil. Die Polynesian Voyage Society hatte nach Freiwilligen gesucht, die mit einem historischen Kanu, dem Hokule’a, von Hawaii nach Tahiti segeln sollten, auf der Route der alten Polynesier. Es war die Chance seines Lebens – für jemanden wie Eddie Aikau, der kein Abenteuer ausließ, und so stolz war auf seine polynesische Herkunft, war die dreißigtägige Seereise wie ein wahr gewordener Traum. Doch bereits in der ersten Nacht kam ein Sturm auf und das schmale, schlecht gebaute Kanu kenterte. Eddie wollte Hilfe holen, denn die Chancen auf ein Überleben seiner Crew, nachts und bei Sturm, waren gering. Mit seinem Surfbrett versuchte er zur Insel Lanai zu paddeln – vergeblich. Er verschwand ohne jede Spur. Stunden später wurde die Mannschaft, die er zurück ließ, von einem Passagierflugzeug gesichtet und von der U.S. Coastguard gerettet. Trotz langer Suche fand man Eddie Aikau nicht wieder.

Quicksilver Surfcontest zu Ehren Eddie Aikaus

Vom Lebensretter zur Legende

Auf Hawaii hat man den Lebensretter, der auf seiner letzten Rettungsaktion ertrank nicht vergessen. Noch heute erinnern sich Zeitzeugen an den mutigen Abenteurer, dem keine Herausforderung zu groß war. Zum Gedenken an Eddie Aikau wird in der Waimea Bay, seinem einstigen Wirkungsort, jedes Jahr ein Surf-Festival veranstaltet, bei dem Surfer aus aller Welt die mindestens sieben Meter hohen Big Waves reiten. Für sie ist Eddies Leben eine Hommage an das Surfen und an den Ozean. Um sein Andenken kümmert sich seither die Eddie Aikau Foundation.

Fotos: Eddie Aikau by Unknown, Fair Use & Memorial Plate by Waka moana via Wikipedia //
 Surfcontest by Anthony Quintano, CC 2.0 via Flickr
Diesen Artikel jetzt teilen:
Share on Facebook
Facebook
Tweet about this on Twitter
Twitter
Pin on Pinterest
Pinterest
Email this to someone
email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
*

*