Kundenreisebericht: Französisch-Polynesien Juni 2017


Südsee wir kommen!!!

Ende Mai war es soweit, unsere weiteste Reise bisher – das toppt sogar Hawaii: die Gesellschaftsinseln und das Tuamotu Atoll. Los ging es mit der Lufthansa via Frankfurt nach L.A., dort eine Nacht Stop Over – kann ich nach 12 Stunden Flug sehr empfehlen. Entschieden haben wir uns für ein kleines Apartment mit Fahrrädern am Venice Beach – 1 Nacht wäre zu stressig gewesen um nach L.A. Downtown reinzufahren – L.A. stand ja nicht im Fokus – aber ein bisschen die Beine vertreten, die erste Sonne tanken und mit den Fahrrädern von Venice Beach am Strand bis Santa Monica zu fahren war super.


Dann ging es weiter nach Tahiti. Weiteres Stopover Hotel in Tahiti (da Ankunft 22:00 Uhr und Weiterflug am nächsten Tag 07:00 Uhr): Sarah Nui. Das war eine super Wahl, nicht weit weg vom Flughafen, stylischer als das Flughafen-Motel, grosses Zimmer und ein modernes Bad. Mehr als Duschen und Schlafen und etwas im Internet chatten haben wir hier aber nicht gemacht. Und dann ging es endlich los: die erste Insel im Tuamotu Atoll: Tikehau.

Bewusst haben wir uns für Tikehau als erste Insel entschieden, die Bilder sahen nach echtem Südsee Feeling aus und wir wurden nicht enttäuscht. Der Flughafen war der kleinste den wir je angeflogen sind, es gibt kein Gepäckband, die Koffer werden mit einem kleinen Traktor in die „Flughafen-Hütte“ gebracht – sehr cool.

Das Tikehau Pearl Beach Resort liegt auf einer vorgelagerten Insel, kurze Autofahrt zum Anleger, dann kurzer Bootstransfer und schon sind wir im Paradies. Das Hotel vermittelt den Südseetraum wie man ihn sich vorstellt: jeder trägt Blumenkränze auf dem Kopf, türkisfarbenes Wasser, Palmen wohin man auch schaut und eine chillige Atmosphäre. Das Essen ist phantastisch, alle Mitarbeiter tiefenentspannt, der Service sehr gut – was will man mehr?

Um die Insel liegen noch 2 einsame Motus die man durch das Wasser wadend oder mit dem Kanu erkunden kann (Kanus liegen am Strand, einfach nehmen und los geht es). Aber auch in der Südsee ist nicht alles so wie ich es mir vorgestellt habe: Der Strand ist eher kurz, auf den Bildern ist der Sand schneeweiss, aber in real dann doch sehr viele Korallenstücke, auch im Wasser, also immer Badeschuhe anziehen. Wir hatten uns das Haus mit Pool gegönnt – leider hat uns 1 Nacht eine Maus wachgehalten die sich durch die Badezimmer-Holz-Schiebetür gequetscht hat und an die Zuckerbeutel in der Tee/Kaffee Ecke im Zimmer wollte – nicht schön wenn da nachts etwas durchs Zimmer läuft, aber im Moskitonetz waren wir safe verpackt und Natur ist halt Natur.

Das Hotel hat sich am nächsten Morgen aber sofort um das Ärgernis gekümmert. Die Unterwassserwelt von Tikehau ist toll – wir dachten eigentlich dass das nicht ein Taucherhighlight ist – waren somit ganz überrascht von der Korallen- und Fischvielzahl. Ägypten Scharm el Sheik + Malediven = Tikehau. Gegoogelt haben wir dann auch, dass Jacques Cousteau Tikehau als Unterwasserparadies beschrieben hat – wussten wir vorher nicht – können hier aber voll zustimmen.

Weiter ging es dann auf die zweite Insel im Tuamotu Atoll: Rangiroa. Ganz anders als Tikehau: weniger Strand und Palmen – aber auch mit besonderen Highlights. Zum einen das Tauchen. Wir dachten dass Haie hier das Tauch-Highlight sind – aber von mehreren Tauchern haben wir gehört dass es mittlerweile die Delphine sind. Ja – das stimmt. Nicht-angefütterte Delphine kamen auf uns Taucher zugeschwommen und liessen sich streicheln. Ein absoluter Wahnsinn – das haben wir so noch nie erlebt!

Toll war auch die Perlenfarm Paul Gauguin. Eigentlich stehe ich gar nicht so auf Perlen. Aber wenn man dann vor Ort ist und weiss, dass die schwarzen Perlen nur in Französisch Polynesien entstehen, insbesondere dem Tuamotu Atoll angebaut werden, packt einen doch die Magie – und die Einkaufslust. Topberatung vor Ort – man kann von Einzelperlen (75 Euro bis 700 Euro) bis zum fertigen Schmuckstück alles bekommen. Das Mai Tai Rangiora können wir sehr empfehlen. Tolles Essen, ein kleiner Pool. kein Strand aber dafür Fahrräder mit denen man zum Beispiel zum Strand des Kia Oro Hotels fahren kann. Auf jeden Fall den Beach Bungalow buchen, in allen anderen guckt man nämlich auf die Häuserwand davor – das macht ja gar keinen Spass.

Unser nächster Stop war dann Fakarava – eines DER Taucherhighlights weltweit. Das Hotel (oder soll ich sagen Perlenfarm) Havaiki Lodge ist wirklich gut. Auch hier wieder kleine Bamboo Bungalows am Strand (würde ich auf jeden Fall den Garten-Bungalows vorziehen) und ganz ganz viel Einsamkeit.

Auf Fakarava kann man total entspannen. Die Lodgebesitzer sind sehr relaxt und gehen ihrem Tagesprogramm nach (Perlenfarm). Handtuch Wechsel nur alle 3 Tage, Sonntags kein Zimmerservice, Duschwasser nicht wirklich heiss – aber ganz ehrlich – das war wunderbar!!!! Wir haben nichts vermisst. Das Essen ist sehr gut – anfangs war die Aussage: „Essen gibt es um 19:00 Uhr, 3 Gänge, die Lodge entscheidet was“ etwas befremdlich. Aber in dieser Einsamkeit ist das total verständlich – da kann man nicht noch eine grosse Menükarte erwarten. Das 3-Gänge Menü war übrigens immer hervorragend.

Die Perlenfarm ist toll wenn auch sehr basic im Vergleich zu Paul Gauguin auf Rangiroa, alle paar Tage wird eine Perlen-Lotterie veranstaltet und für 30 Euro kann man sich eine frische Muschel aussuchen die dann vor einem geöffnet wird. Eine Perle ist dann immer drin, fragt sich nur welche. Bei uns (4 Lotterie-Spieler) hatten wir alles dabei: von Barock bis Semi-Parock und bis perfekt Rund (der Hauptgewinn). Aber jede Perle war sehr schön und man war quasi von Anfang an dabei – ein tolles Andenken.

Weiter ging es nach Tahiti für 2 Nächte. Einen Tag haben wir für das Tauchen reserviert, ganz ok, aber nach Fakarava und Rangiroa konnte auch Tahiti die Eindrücke nicht toppen. Tahiti ist ganz nett, aber wer auf Kauai war (Hawaii) werden die Natureindrücke nicht neu sein. Die grünen Berge sehen aber natürlich trotzdem schön aus. Das Zentrum ist überlaufen und voller Touristen. Der Perlenmarkt im Vergleich zum Tuamotu Atoll doch eine sehr touristische Angelegenheit ohne auf die Qualität der Perle einzugehen. Sehr schön war unser Ausflug zur grössten Welle Teahupoo, dort kann man ein Boot mieten und ist quasi mit den Surfern auf Augenhöhe. Im August sind hier übrigens die Billa Bong Meisterschaften. Bei uns, im Mai, war die Welle max. 3 Meter hoch.

Unser Hotel, Manava Suites, war ok, grosse Zimmer – im Vergleich zum Tuamotu Atoll endlich einmal wieder Platz. Die Lage des Hotels ist sehr gut, zusammen mit dem Intercontinental guckt man auf die Nachbarinsel Moorea und den Sonnenuntergang – sehr nett – wir waren aber froh, nach 2 Tagen Tahiti zu verlassen.

Mit der Fähre sind wir dann weiter nach Moorea. Derjenige der keine Zeit für das Tuamotu Atoll hat sollte auf jeden Fall Moorea Tahiti vorziehen. Moorea ist beschaulicher, weniger Touristen, kleine Orte, sensationelle Buchten (beim teuren Sofitel) und eine schöne Küstenstrasse auf der man die Insel umrunden kann. Das Tauchen auf Moorea hat auch seinen Flair, aber wie gesagt, geflasht vom Tuamotu Atoll konnte uns Moorea nicht begeistern. Schön ist Moorea für eine kleine Auszeit, hier waren wir insgesamt 4 Nächte.

Unsere letzte Station war Bora Bora. Eigentlich wollten dort gar nicht hin, aber wenn ich schon einmal 30min Flugzeit entfernt bin wollte ich darauf dann doch nicht verzichten. Bei Bora Bora bin ich zwiegespalten. Der Name allein klingt schon wie ein Traum. Ja – die Insel besteht aus vielen kleinen Inselchen und Halbinseln umlagert von türkisblauem Wasser. Aber – am besten sieht man das eben vom Flugzeug aus. Auf Bora Bora waren mir die vielfältigen Wasserfarben gar nicht so sichtbar. Ja – Bora Bora ist teuer: Japaner, Chinesen, Amerikaner mit grossem Brillie auf Honeymoon-Reise.

Die Preise auf Bora Bora sind wirklich wirklich heftig, meiner Meinung nach zahlt es sich aber nicht aus, denn ausser dem Namen Bora Bora habe ich dort nichts Spannendes entdecken können. Die meisten Hotels haben Wasserbungalows (mangels Strand). Wir hatten uns bewusst für das Intercontinental entschieden an dem angeblich schönsten Strand von Bora Bora. Na ja – nett war der Hotelstrand und super war es dass man sich Stand Up Paddle Boards und Kanus kostenlos ausleihen konnte um in der Lagune zu paddeln. Aber das Südsee-Feeling ist bei mir hier nicht aufgekommen. Das Hotel war, wie viele Hotels auf Bora Bora, ausgebucht. Ich denke die Hoteliers haben es nicht nötig, den Hotelgast zu umwerben. Auch der so hochgelobte öffentliche Strand auf der anderen Strassenseite hat uns nicht so geflasht. Strand, ja, aber keine Palmen. Wahrscheinlich habe ich vom Traumstrand eine andere Vorstellung.

Fazit: Französisch Polynesien ist eine Reise wert, Ich würde auf jeden Fall immer mehrere Inseln auf einer Reise verbinden. Die meisten Reisenden die wir getroffen haben waren ebenfalls max. 3-4 Tage auf einer Insel unterwegs – und das finde ich auch super so – man fliegt doch nicht einmal um die halbe Welt und dann nur Tahiti und vielleicht eine Insel zu sehen. Natürlich ist das Leben aus dem Koffer nicht so toll – so haben wir es jedenfalls gemacht. Koffer auf, Koffer zu, schön sortieren und gar nicht auspacken – der Vorteil ist dann dass man nicht so viele Sachen mitnimmt – braucht man ja in der Südsee sowieso nicht.

Meine Empfehlung lautet: Tuamotu Atoll – hier haben wir nur 3 Inseln gesehen, werden aber auf jeden Fall wiederkommen.

Danke noch einmal unserer tollen Reiseberaterin Meike Lang die mit einer Engelsgeduld meine Reiseplanung gefühlte 5 Mal umplanen musste bis Insel und Flieger und Reisezeiträume zusammenpassten – denn nicht jede Insel wird jeden Tag angeflogen. Wir freuen uns schon auf die nächste Reise!

Eva S.

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  1. Avatar

    Von Luxus-Reisenden, die sich über „nur-alle-3-Tage-Handtücher“, „keine-Menu-Karte“ und fehlende Socken mokieren –
    da werde ich wohl keine Tipps über eine 3-monatige Natur- und Menschennahe Reise erhalten?
    Die Fotos der Inseln und die Berichte über schöne Korallen waren jedoch hervorragend. Danke.

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