Alles über den hawaiianischen Lei


Sie gehören zu Hawaii wie Surfbretter und Vulkane – die bunten und stark duftenden Blumenketten, die zu bestimmten Anlässen überreicht werden. Lei nennt man diese Blumenkränze und ihre Tradition ist uralt.

Der Brauch geht auf die ersten polynesischen Siedler zurück, die vor 1500 Jahren die hawaiianischen Inseln bevölkerten. In ihren Kanus transportierten sie nicht nur Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs, sondern brachten auch Blumen mit, die sie den Göttern zum Dank für die geglückte Reise opferten.

Dieser Brauch muss sich weiter entwickelt haben, denn als im Jahr 1770 der britische Entdecker James Cook Hawaii  bereiste, stellte er fest, dass die hawaiianischen Ureinwohner gern Blütenkränze und Ketten aus Muscheln, Blättern und Nüssen um ihre Schultern trugen. Auch bunte Federn wurden für Leis verwendet – diese waren aber der oberen Klasse, den Königen, vorbehalten.

Feder-Lei

Nur für Könige: der Lei aus Federn

Lei wurden nicht nur zu zeremoniellen Zwecken benutzt, – beispielsweise als Willkommensgeschenk für hohe Besucher oder Friedenssymbol – sondern auch einfach um sich und andere damit zu schmücken und einander eine Freude zu machen. Dieser spielerische, fröhliche Umgang miteinander lässt sich in einem Wort ausdrücken – Aloha. Und so wurde auch das Überreichen der Lei ein Teil dieser Kultur und hat sich bis in die heutige Zeit gehalten.

Typisch Hawaiianisch

Mit Beginn des Tourismus auf Hawaii wurden die Touristen früher bereits in den Ankunftshallen der Flughäfen mit Lei-Kränzen begrüßt, sodass sich dieser Brauch sehr schnell auf der ganzen Welt herum sprach. Schon bald assoziierte man überall auf der Welt die bunten Blütenketten mit Hawaii.

Heute werden die Blüten für Leis längst aus anderen Ländern (vor allem aus Asien) billig importiert oder im Treibhaus heran gezüchtet, denn die Nachfrage steigt stetig: Auch wenn Besucher in der Regel heute am Flughafen keine Leis mehr umgehängt bekommen (es sei denn, man ist ein Staatsgast), so beschenken doch Hotels und Resorts ihre Gäste immer noch gerne mit den traditionellen Blütenkränzen.

Gehört zum Aloha-Feeling: der Lei

Dennoch ist die alte Tradition weit davon entfernt, zur bloßen Touristenbespaßung zu dienen. Noch heute beschenken sich Hawaiianer zur Hochzeit, zu Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen gegenseitig mit selbstgemachten Blütenkränzen und es ist nicht ungewöhnlich, an Bäumen hängende oder im Meer treibende Leis zu finden, die „den Göttern“ zurück gegeben wurden.

Lei nicht gleich Lei

Jede der hawaiianischen Inseln hat ihre eigene Lei-Art und Farbe. Auf jeder Insel werden unterschiedliche Blüten in den unterschiedlichsten Farben verwendet. So ist Rot die Farbe, die auf Big Island verwendet wird, auf Oahu werden gelbe Blüten benutzt. Kauai hat violette oder purpurfarbene Blüten, Molokai grüne und auf Lanai verwendet man orange.

Lei-Verkäufer 1901

Daneben haben die meisten alteingesessenen Hawaiianer einen oder mehrere traditionelle Leis aus Muscheln oder getrockneten Blättern zuhause, die nur zu besonderen Gelegenheiten getragen werden.

Lei Etikette und Wissenswertes

Wer einen Lei erhält, darf sich geehrt fühlen – es ist ein Zeichen der Wertschätzung und der Freundschaft. Oft erhält man mehrere der duftenden Kränze, sodass man beinahe schon mit Blüten bedeckt ist. Wie fast alles an der Hawaiianischen Kultur, ist auch das Überreichen und Erhalten eines Lei eine fröhliche und unkomplizierte Sache – es gibt keine besonderen Regeln dafür wann und wie ein Lei überreicht oder getragen wird. Nur eines sollte man beachten: Nehmen Sie den Lei nicht ab, solange Sie sich in Gegenwart der Person befinden, die ihn überreicht hat, das gilt als unhöflich.

Leis gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen

Wer sich lange an seinem Lei erfreuen möchte, kann ihn an der Luft trocknen lassen, oder auch in einer luftdicht verschlossenen Plastiktüte einige Tage frisch halten. Wenn Sie Ihren Lei entsorgen möchten, geben Sie ihn nicht in den Müll. Schöner und auch respektvoller ist es, ihn der Natur zurück zu geben, an einen Ast zu hängen, oder ins Meer zu werfen.
Übrigens: die Hawaiianische Sprache unterscheidet nicht zwischen Singular und Plural – Mehrere Leis gibt es also nicht. Lei bleibt Lei – ob in Einzahl oder in Mehrzahl.

Lei Day – May Day

Der erste Mai gilt in vielen Ländern der Welt als Feiertag, in Europa feiern wir ihn beispielsweise als Tag der Arbeit. Doch wussten Sie, dass auf Hawaii der erste Mai als Lei-Tag gefeiert wird? An diesem Tag überreicht man sich überall auf den hawaiianischen Inseln gegenseitig Lei und in den Schulen werden Lei-Königinnen und –Könige gewählt.

Lei selbst fädeln

Lei selbst fädeln

Obwohl man mittlerweile überall auf Hawaii fertige Leis kaufen kann, macht es den Hawaiianern doch immer noch mehr Spaß, die Kränze selber zu flechten und zu fertigen. Obwohl es unzählige Techniken gibt, ist es im Grunde nicht schwer, sich einen einfachen Lei selbst zu basteln. Alles was man dafür  benötigt, ist ein starker Faden, eine dünne Nadel und jede Menge Blüten. Verwendet werden beispielsweise Dendrobium Orchideen oder Tuberrosen. Achten Sie darauf, dass die Blüten noch ihre Stängel haben und dass diese fest und nicht zu dünn sind.

Um einen einfachen Lei zu fertigen, durchstechen Sie zunächst einfach die Stängel der Blüten und fädeln Sie anschließend auf einen Faden auf. Es gibt auch diverse Flecht- oder Knüpftechniken, die aufwändiger sind und üppige Leis hervorbringen:

Tutorial: Making a Flower Lei (engl.)

Übrigens: Fragen Sie doch einfach mal in Ihren Hotel nach. Viele Resorts und Unterkünfte auf Hawaii bieten Lei fädeln-Kurs in Ihren Haus an oder können eine Teilnahme bei einem Anbieter vermitteln.

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  1. Pingback: Aloha Hawaii - unsere Reise ins Paradies Kauai ⋆ einfach Stephie

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