Kunden-Reisebericht: Inseln, Atolle und Motus Französisch-Polynesiens im Dezember 2025 & Januar 2026

Noch bis Anfang Oktober 2025 waren wir uns hinsichtlich des Urlaubszieles über Weihnachten und Neujahr ganz unsicher. Meine Recherchen bewegten sich zwischen Kuba und Indonesien hin und her, bis Carl die Entscheidung traf: „Laß uns doch noch einmal in die Südsee fahren“.

Wow, das hatte nun weder geographisch noch finanziell das Geringste mit meinen Reisevorschlägen zu tun. Nach kurzem Überlegen willigte ich ergriffen ein und krempelte die Planung komplett um. Gründe für diese doch kostspielige Reise gab es aber genügend. Das 25-jährige Bestehen unserer Lebensgemeinschaft, mein erstes Jahr als Pensionär und ganz besonders unsere Leidenschaft für Inseln.

2016 besuchten wir das erste Mal Französisch Polynesien und waren begeistert. Damals hieß die Reiseroute: Moorea, Bora Bora, Rangiroa, Fakarava Nord und Süd. Zu dem Zeitpunkt waren wir noch erheblich aktiver dem Tauchsport verbunden und fanden insbesondere auf Fakarava Süd paradiesische Verhältnisse vor. Auch diese, wie so einige andere Reisen zuvor, hatte Nicole (PTH München) super engagiert nach meinen Wünschen zusammengestellt. Danke Nicole, Du bist einfach ein geduldiger Engel!

Ich hatte Befürchtung, dass wir mit Mitte Oktober 2025 doch eher „10 nach 12“ dran waren. Doch weit gefehlt. Nicole schnürte unter Berücksichtigung der Reisezeit und der Flugverbindungen auch diesmal ein traumhaftes Paket. Über Weihnachten und Neujahr haben viele Unterkünfte geschlossen und außerdem liegt dieser Reisezeitpunkt in der Regenzeit.

Vorwegnehmend möchte ich unbedingt darauf hinweisen, dass die Regenzeit erstens nicht so dramatisch ist, wie es sich anhört. Es regnet vielleicht 5-10 Minuten mehr oder weniger stark, ist aber längst nicht mit Regentagen in Deutschland zu vergleichen. Außerdem bescherte uns dieser Zeitraum noch das größte Geschenk. Beide wollten wir gern einen intensiven „Robinson Crusoe-Urlaub“ genießen. Und das war über die Feiertage und den Jahreswechsel ausgiebig möglich. Entweder waren wir nur 1-2 Tage mit anderen Gästen zusammen, oder die einzigen und ersten Gäste vor Ort. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Nicole und wir kennen uns schon aus Zeiten auf der „Boot“ in Düsseldorf. Doch auch telefonisch und selbst wenn einige Zeit zwischen den einzelnen Reisen liegt, ist es immer wieder eine wahre Freude, mit ihr neue Abenteuer zu planen. Und dann ging alles rasend schnell. Am 23.10.2025 erhielten wir ihre Ausarbeitung.

Tikehau, Ahe, Raiatea, Tahaa und Tahiti standen auf dem Programm. Tahiti diente vornehmlich als „Stop Over Destination“, weil es keine Flugverbindungen von Atoll zu Atoll gab. Wie ich auf Ahe kam, erinnere ich nicht mehr wirklich. Aber den wesentlich Ausschlag, sich für dieses Atoll zu entscheiden, gab Nicole’s Hinweis, daß ihr keine aktuellen Reiserückmeldungen zu Ahe vorlägen. Das hörte sich für meine Ohren interessant an. Also kein überlaufener „Hot Spot“. Auch die Recherchen auf dem Internet ließen unsere Hoffnung wachsen, dass dort die ersehnte Ruhe und Einsamkeit zu finden sein könnte. Doch nun der Reihe nach.

 

 

Tikehau

Unser erstes Reiseziel hieß Tikehau aus Flugverbindungsgründen. Im Nachhinein betrachtet die richtige Wahl. Denn was danach auf den anderen Atollen folgte, war der reinste Traum. Tikehau mit seinen 500-600 Einwohnern auf einer Landfläche von 2,5 km², einer Länge von 26 km und einer Breite von 23 km war schon im Anflug mit der kleinen Propellermaschine der Air Tahiti eine Augenweide. Herzlich mit Blumenkränzen wurde wir von zwei jungen Männern abgeholt, die uns erst mit dem Pick-up zum Bootsanleger und dann mit dem Boot zum Motu, auf dem das Tikehau Paradise steht, gebracht haben. Die anfängliche Bewölkung machte etwas Sonnenschein Platz und wir bestaunten die schöne Anlage sowie unsere Unterkunft, Cottage Nr. 4. Direkt am Strand mit einem zauberhaften Blick auf die Lagune. Die Hütten sind sehr geräumig und bieten alles, was man benötigt. Es kam uns beinahe vor, wie das „Tor zum Paradies“. 4 Nächte sollten wir uns hier wohl fühlen, auch wenn sich das Wetter eher bedeckt und sehr windig zeigte. Andererseits ein Vorteil: kein sofortiger Sonnenbrand.

 

 

Ausgedehnte Spaziergänge, Carl erreichte sogar fußläufig über das Außenriff die „Edelunterkunft“ Tikehau by Pearl Resorts in nur 3 Stunden hin und zurück, Tauchgänge und einfach nur chillen bestimmten unsere Tage. Dabei konnten wir rund um die Anlage den Schwarzspitzenriffhaien, Schildkröten und kleinen Fischen zuschauen.

Als wir am 3. Tag einen Ausflug nach Tuherahera unternehmen wollten, war der Motor des Bootes defekt und unser Plan war gecancelt.  Leider unternahm man seitens der Betreiber des Tikehau Paradise keine Anstalten, uns eine Alternative anzubieten. Schade! Das paßte aber auch ins Gesamtbild. So schön die Unterkunft auch war, so durchwachsen bis schlecht waren Essen und Service. Das Frühstück ließ mit nochmals aufgebackenen Zwieback-Baguettes, einer stark limitierten Marmeladenration und einem täglich gleichen Fruchtjoghurt doch sehr zu wünschen übrig. Lunch konnte man sich extra bestellen, war nicht im Halbpensionspaket inbegriffen. Doch als wir dies einmal ausprobierten, hieß es nur: haben wir nicht, gibt es nicht, aber ein Käse-Schinken Sandwich mit Pommes konnten wir erhalten. Auch die Abendmahlzeiten ließen uns nachdenklich werden. Zweimal bin ich jedenfalls etwas hungrig ins Bett gegangen. Ok, wir wollten den Robinson Crusoe Style. Hatten er und Freitag üppige Mahlzeiten? Wohl eher nicht. Also nahmen wir es hin und überlegten, in Tahiti etwas Proviant einzukaufen, um für das nächste Atoll gewappnet zu sein.

 

 

Tauchen mit den Tikehau Divers war ok. Man holte uns ab, hielt gutes Equipment vor und die Boote waren in ordentlichem Zustand. Allerdings war am 24.12.2025 hoher Wellengang. Es ging durch den Passe Tuheiava hinaus hinter’s Riff.

 

 

Den ersten Dive überstand ich noch, wurde dann aber von heftiger Seekrankheit übermannt. Die Crew setzte mich folglich auf dem kleinen Motu rechts von der Passage ab und fuhr zum zweiten Dive. Die 1 ½ Stunden Wartezeit waren erholsam und lustig, denn ich lernte so Nunu, die Betreiberin einer sehr spartanischen Unterkunft für Surfer kennen. Sie sprach ordentlich englisch, bot mir einen Kaffee an und wir unterhielten uns über ihr und das Leben auf dem Motu. Eigentlich war mir das sogar lieber, als ein weiterer Tauchgang. Denn bis auf ein paar Großfische / Haie, gab es nicht wirklich viel zu sehen. Erschreckend wie auch hier das Korallensterben Einzug gehalten hat.

 

 

Anfänglich waren noch 3 Franzosen angenehme Gesprächspartner, bevor wir 2 Tage allein waren und zum Schluss ein Paar aus Tahiti eintraf, mit dem sich die Kommunikation, wir sprechen leider kein Französisch, nur bedingt ergab. Einen kleinen Kasten Pralinen erhielten wir am Weihnachtsabend von der Betreiberin; eine hübsche Geste. Trotz der kleinen Widrigkeiten genossen wir die Tage vom 23.12. bis 27.12.2025 sehr.

 

 

Das Hotel Tahiti Nui in Papeete war erneut unsere Bleibe. Prima, wir kannten das Hotel schon von unserer Reise 2016. Super zentral gelegen, sodass man den Supermarkt bis zum Place Vai’ete, den lokalen Markt sowie die Restaurants alle prima fußläufig erreichen kann. Am Abend des 27.12. besuchten wir nach 10 Jahren erneut den Place Vai’ete, einem Park am Meer mit Imbißwaren am Abend, wo man ungezwungen, lecker und preiswert gute Portionen zu essen bekommt.

Die Insel-Flieger der Air Tahiti waren immer zu spät. Alles zwischen 20 bis 50 Minuten. Aber kein Problem, wenn man sich ansah, wie Ein- und Aussteigen der Passagiere und Ent- und Beladen des Gepäcks von statten ging. Vergleichsweise wie der gewöhnliche Bus-/Bahnbetrieb bei uns. Für uns stellte dieser Umstand kein Problem dar, zumal die kuscheligen, kleinen Flughäfen kurze Wege ins Freie bereit hielten, um die Wartezeit mit einer Zigarette zu überbrücken.

Vielleicht interessant für die Raucher unter den Reisenden: rauchen war in keiner Unterkunft, auf keinem Flughafen ein Problem. Zigaretten erhält man im Supermarkt, entweder sichtbar in einem Kasten über der Kasse, bzw. nicht sichtbar unter dem Tresen im Carrefour Supermarkt. Der Preis für ein Päckchen variiert von Marke zu Marke. Für ein Päckchen 20iger Marlboro Gold bezahlt man ca. 12,- €.

 

Ahe

Wir waren so gespannt, was uns nun auf diesem Atoll erwarten würde. Das Atoll besteht aus einem fast geschlossenen Kranz von vielen kleinen Inselchen (Motus), mit einer Landfläche von etwa 12 km², die eine ca. 145 km² große Lagune umfassen. Die einzig befahrbare Passage ist die Passe de Tiareroa. Trotz der gerade einmal knapp 600 Einwohner, gibt es hier seit 1997 einen Flughafen, im Norden auf einem unbewohnten Motu, mit einer 1.240 m langen Asphaltlandebahn.

 

 

Noch heute ist das wirtschaftliche Standbein der Insel die Perlenzucht. Eine touristische Infrastruktur sucht man vergebens. Tenupukara, eine kleine Ansiedlung im Süden der Lagune, beherbergt einen kleinen Laden, eine Town Hall, 2 Kirchen und eine Grundschule. Die Versorgung des Atolls wird durch das einmal im Monat kommende Frachtschiff gewährleistet. Folglich fand der Transport zur Cocoperle Lodge natürlich mit dem Boot auf dem Wasserweg statt.

Am Flughafen empfing uns Franck mit einem herzlichen: geht mit eurem Gepäck schon mal zum Boot, ich warte noch auf ein Paket. Ein Karton mit Champagner, wie sich dann herausstellte. Nun gut, wir sollten ja auch über Silvester auf Ahe sein und wussten nicht, mit wie vielen Gästen wir den Jahreswechsel erleben würden. Aber Champagner? Wenn es den gibt, gibt’s wohl auch etwas zu essen! Zumindest hatten wir auch für diesen Aufenthalt Halbpension gebucht.

Die kurze Fahrt, ca. 10 Minuten, bis zur Lodge versetzte uns in Staunen. Was für ein Farbenspektrum! Die Blau- und Türkisfarben wechselten im grellen Sonnenschein. Das Wasser war spiegelglatt und die Überfahrt eine wahre Wonne! Angekommen, begrüßte uns auch Janine, Franck’s Frau, die, wie wir im Laufe der Tage mitbekamen, für die fantastischen Dekorationen und Blumengestecke sowie die Arbeiten hinter der Kulisse zuständig war.

 

 

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 3 Franzosen vor Ort und mit uns kamen noch eine Tahitianerin mit ihrer Tochter auf das Motu. Unser Aufenthalt war vom 28.12.2025 bis 04.01.2026 mit 7 Nächten geplant. Wir erhielten eine super süße Cottage, direkt am Wasser mit wunderschönem Blick auf die Lagune.

Kaum hatten wir uns eingerichtet, zog es uns auch schon ins Wasser. Das Schnorcheln vor der Haustür war wider Erwarten abwechslungsreich. 3-4 Schwarzspitzenriffhaie waren im knietiefen Wasser immer zugegen, Nacktschnecken fand ich schon nach wenigen Minuten und die Ansammlung verschieden farbiger Giant Clams, 2-4 Hände groß, versetzte uns ins Staunen. Nach einer Stunde voller Freude im Wasser genossen wir die Zeit bis zum Aperitif.

 

 

Diese Zeit zwischen 17:00/18:00 und 19:30 Uhr verbrachten wir gern bei einem Hinano Tahiti Bier oder einem erfrischenden Gin/Tonic. Jedes Mal gab es frische, klein geschnittene Kokosnußstreifen dazu, von denen wir gern den Landkrabben und Einsiedlerkrebsen kleine Stücke abgaben. Die Tahitianerin fungierte aufgrund ihrer sehr guten Englischkenntnisse quasi als Dolmetscherin zwischen den Anwesenden, denn die 3 Franzosen sprachen nur französisch.

Unser erstes Abendessen, bestehend aus einem 3-Gänge-Menü hat uns dann total geflashed. Was für ein Unterschied zum Tikehau Paradise! Wir konnten es kaum glauben. So liebevoll zubereitet, mit Erklärung von Franck serviert und eingebettet in eine täglich, morgens und abends !!!, wechselnde Blumen-Tischdekoration von Janine. Halleluja! Robinson Crusoe Dasein auf hohem Niveau.

 

 

Das Essen, ob Frühstück, Lunch oder Abendessen, sollte sich während der 8 Tage unseres Aufenthaltes nicht einmal wiederholen. Phänomenal! Immer frisch, viel Obst und… NUR Fisch und Muscheln. Einfach fantastisch! So frisch und gesund haben wir lange nicht mehr gegessen. Pommes und Ketchup gelten hier als Frevel. Also, ohne zu übertreiben, möchte ich Franck’s Kochkünste als ausgezeichnet bewerten. Wir jedenfalls haben alle Mahlzeiten genossen. Das Schönste am Ganzen: der Service, die Qualität und Darreichungsweise der Speisen ließ auch während der 4 Tage, die wir völlig allein auf dem Motu waren, nichts zu wünschen übrig.

 

 

Den 2. Tag verbrachten wir beim Hochseefischen zusammen mit einem französischen Gast. Die 7 Stunden auf dem Pazifik verliefen interessant und erfolgreich. Der Unterschied zum Angeln in Flüssen und Seen wurde offensichtlich, denn das was am Haken hing, waren dann doch ganz andere Kaliber und das Einholen des Fangs erheblich kraftaufwendiger. So aber hatten wir mit einem Wahu Wahu, 2 Barracudas und einem 25 kg Yellowfin Tuna die nächsten Mahlzeiten gesichert.

Eine kleine Gruppe Delphine begleitete uns auf dem Weg zurück durch den Kanal, was unsere Aufmerksamkeit und Freude zum Ende dieses ereignisreichen Tages noch einmal steigerte.

 

 

Am 30.12.2025 hielt Franck eine besondere Überraschung für die weiblichen Gäste bereit. Um 07:00 Uhr sollten wir uns am Boot treffen, um wenige Meter bis zu einer Boje mit ihm zu fahren. Dort zog er einen Korb mit Perlenaustern aus dem Wasser und jede durfte sich eine Auster aussuchen und deren Inhalt behalten. Es war eine unglaublich nette Geste, mit der er uns am 20-jährigen Jubiläum der Cocoperle Lodge in 2026 teilhaben lassen wollte.

Nach dem Frühstück fuhr er die 5 Gäste zum Flughafen und für uns begann ein entspannter Tag auf dem Motu. Das Kanufahren entlang der Motus machte Spaß und war eine willkommene Abwechslung zum Schnorcheln. Am letzten Tag des Jahres 2025 unternahmen wir einen großartigen Halbtagesausflug zur Vogelinsel, zum Außeriff, wo wir zum ersten Mal in unserem Leben „Schildkrötenpanzer-Seeigel“ zu Gesicht bekamen und abschließend im Coral Garden eine herrliche  Schnorchelzeit verbrachten.

 

 

Der kleine Urwald besteht aus Pisonia grandis Bäumen. Die rippigen, etwa 1–1,4 Zentimeter langen Früchte sind klebrig mit kurzen Stacheln. Die klebrigen Früchte bleiben oft im Gefieder der Vögel hängen. Dies kann zum Tod der Tiere führen, wenn sie dadurch flugunfähig werden. Allerdings dient das Anhaften der Samen auch deren Ausbreitung. Colobocentrotus (Podophora) atratus wird umgangssprachlich oft als Schindel- oder Helmseeigel bezeichnet; vor Ort nennt man ihn Schildkrötenpanzer-Seeigel.

 

 

Der Seeigel ernährt sich von Strandschnecken, anderen Seeigeln und Kalkalgen. Er lebt in von starker Brandung geprägten Gezeitenzone im Indo-West Pazifik. Die spezielle Körperform, die abgeflachten Stacheln in Verbindung mit besonders stark haftenden Füßchen ermöglichen es diesem Brandungsseeigel vom starken Wellenschlag nicht fortgespült zu werden.

 

 

Das Anschwimmen zum Korallengarten war etwas tricky in dem ca. 50 cm tiefem Wasser. Doch die Mühe lohnte sich, um die „Brücke“ und vor allem die „Blumenvase“ zu sehen; beides wunderschöne Korallengebilde. Unser „Feuerwerk“ an diesem Silvesterabend war ein gigantischer Sonnenuntergang. Er war der erste und einzige innerhalb der 4 Wochen, der nicht von Wolken getrübt wurde. Einfach spektakulär! Getoppt wurde diese romantische Atmosphäre von dem 5-Gänge-Menü, mit dem uns Franck an diesem Abend verwöhnte.

 

 

Die folgenden Tage des neuen Jahres verbrachten wir mit weiteren Ausflügen zum Angeln in der Lagune, Schnorcheln und Kanufahren, bis am 03.01.2026 eine 4-köpfige Familie eintraf. Nette Leute aus Tahiti, die sehr gut Englisch sprachen, weshalb die gemeinsame Zeit bei den Mahlzeiten und auf dem Ausflug durch die Lagune sehr kurzweilig wurde. Zuvor durften wir aber am 02.01.2026 eine kurze Arbeitseinheit absolvieren und Franck beim Neuauffädeln einiger Perlenaustern helfen. Es war nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern auch interessant und machte viel Spaß.

 

 

Auch wenn die Sprachbarriere, Franck und Janine sprechen nur wenig englisch und wir kein französisch, eine ausführliche Konversation nicht zu ließ, so hatten wir dennoch enorm viel Spaß. Gesten und ein herzliches Lächeln verbinden nicht nur, sie sagen oftmals auch mehr als Worte. Mit Franck und Janine hatten wir jedenfalls wunderbare Gastgeber angetroffen und konnten die Zeit rundum genießen.

 

Raiatea

Nach einem weiteren Aufenthalt auf Tahiti, führte uns der Air Tahiti Flug am 05.01.2026 nach Raiatea. Sie ist die zweitgrößte Insel der Gesellschaftsinseln und hat eine Fläche von 194 km². Die ca. 20 km lange und etwa 14 km breite Insel bietet Platz für rund 13.000 Einwohnern. Raiatea ist ein Atoll, das sich mit der Nachbarinsel Tahaa dasselbe Korallenriff teilt.

Auf den ersten Blick mutet Raiatea ein wenig wie Tahiti an. Schroffe Gipfel, eine zerklüftete Küstenlinie mit tief eingeschnittenen Buchten prägen das Landschaftsbild. Das Besondere an dieser Insel ist der einzig schiffbare Fluss in ganz Französisch Polynesien, der Faaroa Fluss. Rony, der Sohn der Betreiberin, holte uns vom Flughafen ab. Seiner Bitte, noch schnell einige Wege auf dem Weg zum Hotel erledigen zu dürfen, entsprachen wir gern. So kamen wir in den Genuss einer informativen Rundfahrt, auf der er uns wesentliche Hinweise und Erklärungen zuteil wurden. So sahen wir in Uturoa das Postamt, die 3 Tankstellen, den Carrefour Supermarkt, wo er bei Einheimischen seinen Tunfisch kaufte und man bei anderen Einheimischen wunderbar Obst und Gemüse erstehen konnte. Außerdem erzählte er uns viel über das Mülltrennungssystem auf der Insel. Er selbst versucht sich seit einiger Zeit im Vanilleanbau und übernahm die Aufgabe seiner geschäftsbedingt abwesenden Mutter lediglich vertretungsweise.

 

 

Wir freuten uns sehr über die Tatsache, die ersten und einzigen Gäste vom 05.01. bis 12.01.2026 zu sein. Die Kajaks durften unentgeltlich genutzt werden, was in der Hochsaison nicht möglich ist. Auch hier wurden wir von einem umwerfenden Anblick überwältigt. Die Hotelanlage ist einfach nur wunderschön positioniert mit einem unverstellten Blick auf die Lagune. Die Cottage war ebenfalls geräumig und hielt alles vor, was man zur Selbstverpflegung benötigt. Nur das Frühstück hatten wir gebucht. Das Kochen im Ausland mit bekannten und unbekannten Zutaten macht einfach Spaß. Und den wollten wir haben. Deshalb hatten wir uns auch einen Mietwagen im Vorfeld im Hotel Atiapiti gemietet und konnten so unabhängig die Tagesplanung gestalten.

 

 

Man fragte uns jeden Abend, bevor man sich in den Feierabend verabschiedete, ob wir eventuell doch im hoteleigenen Restaurant essen wollten. Doch wir lehnten immer dankend ab. Wir begannen für einen besseren Überblick mit einer Inselrundfahrt und stellten fest, dass es an der Westseite häufiger kurze Regenschauer gab, als an der Ostseite, wo wir untergebracht waren. Das üppige Grün, die Blumenvielfalt und das unermessliche Obstangebot erstaunten uns wirklich. Man kann zwar in etwas über einer Stunde eine Inselrundfahrt bestreiten, doch wir benötigten eine halbe Ewigkeit. Überall gab es fantastische Fotomotive, die unbedingt festgehalten werden mussten.

 

 

Im Weiteren half uns Rony engagiert, einen Dive Shop zu finden und eine Kajak-Tour zu planen. Es ist während dieser Jahreszeit nur bedingt möglich, alles selbstverständlich unternehmen zu können. Doch ihm gelang es, 2 unserer Vorhaben Realität werden zu lassen. Die 2 Tauchtage mit Te Mare Nui und Floriane, der Betreiberin, waren wunderschön.

 

 

Neben Haien, Eagle Rays und Schildkröten, Nacktschnecken, vielen Fischen und noch einigen intakten Korallen war auch der Tauchgang zum Wrack erlebnisreich. Allerdings stellten wir uns die Frage, warum wir tauchen gehen, wenn ein Ammenhai gemütlich im Hafenbecken herumschwamm. Das war in der Tat kurios.

 

 

Die Kajakfahrt war das reinste Vergnügen. Mit Händen und Füßen kommunizierten wir mit unseren Begleitern, und wurden aber mit aller Herzlichkeit und Mengen von Obst sowie selbst geflochtenen Sonnenhüten versorgt. Kurz über die Bucht gepaddelt bogen wir in den Flusslauf ein. Vorbei am Botanischen Garten bis die Wasserhöhe ein Weiterkommen nicht mehr erlaubte. Es waren absolut entspannte und lustige 3 Stunden. Bezahlen konnten wir sogar mit Euros, was die Sache an dem Tag absolut erleichterte, da wir nicht erst nach Uturoa zum Geldautomaten mussten.

 

 

Da das Atiapiti direkt neben der UNESCO Weltkulturstätte „Taputapuatea“ liegt, war es klar, daß wir einen Spaziergang dorthin unternahmen. In wenigen Gehminuten und trockenen Fußes gelangt man vom Hotel dorthin. Auf den Gesellschaftsinseln befindet sich der Marae Taputapuatea, eine Versammlungsstätte, auf der Zeremonien und Bestattungsriten abgehalten wurden. Die Kultstätte besteht aus einer gepflasterten Plattform, in deren Mitte sich ein Stein erhebt. Diese dem Kriegs- und Fruchtbarkeitsgott Oro geweihte heilige Stätte gilt als der Ort, an dem die Welt der Lebenden an die der Vorfahren grenzt, und ist ein Zeugnis der tausendjährigen Maohi-Zivilisation. Die Unesco hat sich am 09.07.2017 entschlossen, diesen Marae, der zu den bedeutendsten Französisch-Polynesiens zählt, zum Weltkulturerbe zu erheben.

 

 

Es gibt in Polynesien sehr viele Marae, auf denen sich die Bevölkerung bei kulturellen, sozialen und politischen Ereignissen versammelte. Die wichtigste religiöse Stätte Raiateas, ja der gesamten Gesellschaftsinseln, war der Marae Taputapuatea im Opoa-Tal an der Ostküste. Er war zunächst dem Kult von Ta’aroa (oder Tangaloa, Tangaroa), dem Gott des Meeres und der Fischerei, geweiht. Das Zeremoniell um Ta’aroa war sehr komplex und umfasste auch – zunächst nur wenige – Menschenopfer. Etwa ab dem 15. Jahrhundert nahm Oro, der Kriegsgott, die Stelle von Ta’aroa ein und forderte verstärkt Menschenopfer. Der Kult strahlte auf die benachbarten Inseln, insbesondere auf Tahiti aus. Dies verhinderte jedoch nicht ständige Kriegshandlungen der Stämme untereinander, die auch zur Beschaffung der Menschenopfer dienten und in zahlreichen, heute noch rezitierten Gesängen verherrlicht werden.

 

 

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes unternahmen wir eine zweite Inselrundfahrt und bestaunten die Obstplantagen. Grapefruit-, Avocado- und Brotfruchtbäume, Vanille-, Ananas- und Bananenfelder folgten aufeinander. Es war wirklich paradiesisch. Diese kultivierten Flächen findet man vor allem in der höher gelegenen Region im Inneren der Insel. Erreichen kann man dieses Gebiet über die einzige, querverlaufende Verbindungsstraße Raiateas.

 

 

Die Kopra-Produktion nimmt auf Raiatea einen großen Stellenwert ein.  Die gespaltenen Kokosnusshälften werden getrocknet, um dem Nährgewebe die Feuchtigkeit zu entziehen und das so gewonnene Kopra an die Ölmühlen in Amerika zu verschiffen. Wir hatten eine super schöne Zeit auf Raiatea auch Dank der Reisezeit. Die einzigen Touristen, die wir in Uturoa sahen, waren Tagestouristen eines Kreuzfahrtschiffes. Ansonsten waren wir inmitten der Einheimischen zwei der ganz wenigen Urlauber auf der Insel.

 

Tahaa

Am 12.01.2026 fuhr man uns zum Bootsanleger in Uturoa, von wo uns ein Boot der Fare Pea Iti Lodge nach Tahaa abholte. Bei strahlendem Sonnenschein, in allen Grün- und Türkisfarben glitzerndes Wasser fuhren wir etwa 35 Minuten durch die Lagune. Tahaa könnte man die kleine Schwester Raiateas nennen. Ähnlich im Landschaftsbild, doch wesentlich ruhiger mit viel weniger Einwohnern. Wir waren wieder positiv überrascht von der kleinen aber wunderschönen Anlage. Liebevoll und gepflegt gestaltet, freundliche Menschen rundherum und Ope, unsere Ansprechpartnerin, die uns mit allem behilflich war, was wir erbaten. Leider hatten wir hier nur noch 3 Nächte Halbpension gebucht. Es würde sich lohnen, ein paar Tage mehr einzuplanen.

 

 

Mit den kostenlos zur Verfügung gestellten Fahrrädern erkundeten wir die nahe Umgebung bis zum kleinen Dorf, in dem es einen Supermarkt gab. Mittlerweile gibt es dort auch einen Geldautomaten, doch mit Euros und Dollars kommt man in den Perlengeschäften, Vanillefarmen und der Destillerie ebenfalls weiter.

Der Ausflug zum Coral Garden mit lunch auf dem familieneigenen Motu des Captains entschädigte für die enttäuschende Schnorchelrunde am Hausriff. Denn auch dort waren sämtliche Korallen zerstört. Es Muss hier einmal atemberaubend und zauberhaft gewesen sein.

 

 

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes mieteten wir einen Pkw und umfuhren die Insel. Natürlich besuchten wir die 3 Perlenfarmen-/Geschäfte, die Manao Rum Destillerie, eine kleine Vanillefarm, auf der wir einen interessanten Vortrag in englischer Sprache über den Anbau und die Ernte der Vanille erhielten sowie einen Skulpturenschnitzer, bei dem wir uns einen Tiki kauften. In der ersten Perlenfarm, Love Here Pearl Farm, erhielten wir auf einem Rundgang interessante Einblicke in die Perlenzucht. Unsere Begleiterin erklärte in sehr gutem englisch an jeder Station die einzelnen Arbeitsschritte.

 

 

In der Rum Destillerie verzichteten wir auf einen Rundgang, weil wir solche schon häufig, in der Karibik, erlebt hatten. Doch die Verkostung war lustig und der Rum mit Vanille einfach köstlich.

Ein herziges Erlebnis hatten wir an einem Obststand. Eine alte Dame bot dort Mangostanfrüchte an, die ich unbedingt haben wollte. Der Preis irritierte mich zwar anfangs, aber nur bis sie anfing, unsere Strandtasche mit Unmengen an Obst zu befüllen.  3 Grapefruits, 4 Mangos, 2 riesige Zacken Bananen und die Mangostan. Wir waren total überrascht und auch darüber, dass sie sich so sehr über meinen Einkauf gefreut hatte.

 

 

Schnell vergingen die Tage und unsere letzte Destination, Tahiti, stand auf dem Plan. Endlich sollten wir hier am 16.01.2026 einen ganzen Tag lang die Shopping-Möglichkeit haben. Selbstverständlich besuchten wir wieder den Marché Municipal und hübsche Läden.

 

Nach dieser 4-wöchigen Rundreise in Französisch Polynesien können wir konstatieren:

Dezember/Januar ist eine perfekte Reisezeit! Wo auch immer wir hinkamen, okay, bis auf Tikehau, war es herzlich, waren wir meistens die einzigen Gäste, wurden unsere Gaumen mit tollem Essen verwöhnt und die Umgebung bestach durch ihre Schönheit.  Insbesondere Ahe hat uns beiden absolut gut gefallen und wir denken gern über einen Wiederholungsbesuch nach. Danke noch einmal an PTH und insbesondere an Nicole, die uns mit ihrer Ausarbeitung erneut wunschlos glücklich gemacht hat.

Silke & Carl aus Köln

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