1. und 2. Tag: Anreise
In 48 Stunden um die (halbe) Welt. Es war eine lange, aber trotzdem sehr entspannte Reise!
Am Samstag ging es morgens um 09:00 Uhr aus dem Haus. Unsere liebe Nachbarin Constanze hat sich nicht davon abbringen lassen, uns zum Flughafen zu bringen. So ging es ganz entspannt los bis kurz vor Garching! Da wunderte ich mich, wie leise doch der Audi unterwegs war, bis ich mit großem Schrecken merkte, dass ich meine Hörgeräte nicht in den Ohren hatte, sie lagen zu Hause! – Das ging ja gut los.
Gundi protestierte sofort, sie würde so nicht mit mir 6 Wochen verreisen, während Constanze schon die Ausfahrt ansteuerte, um wieder zurückzufahren. Aber wir hatten zum Glück reichlich Zeit eingeplant, und der Business-Checkin sollte ja später sehr schnell gehen. Ja, wir hatten uns für die langen Flüge den Luxus geleistet und die Business Class gebucht. Das war eine wunderbare Entscheidung und machte den Flug zu einem wahren Erlebnis, zumal die Singapore Airline für ihren außergewöhnlichen Service bekannt ist. Kaum hatten wir unsere Sitze, – es waren eigentlich kleine, abgeschlossene Wohnzimmer – eingenommen, da bekamen wir schon ein Gläschen Schampus gereicht, und so ging es dann weiter mit vorzüglichem Essen und guten Weinen. Die Tatsache, dass wir unsere Beine komplett hochlegen konnten, ja den Sitz sogar in ein richtiges Bett verwandeln konnten, machte den langen Flug natürlich sehr entspannt. Es hat mir nur gefehlt, dass mir die charmanten Flugbegleiterinnen ein fernöstliches Schlafliedchen gesungen hätten!


Dann kam gegen Mitternacht Münchener Zeit die Zwischenlandung in Singapur mit leider dreistündigem Aufenthalt. Den konnten wir aber in der Lounge der Airline verbringen, bis es weiterging auf den zweiten Teil mit gleichem Komfort und Service.
Gegen 7 Uhr Ortszeit waren wir dann am Flughafen in Sydney, ein bisschen müde, aber ziemlich entspannt und ausgeruht. Dann gings noch eine halbe Stunde mit dem Taxi in unser Innenstadt-Hotel. Beim Kofferauspacken haben wir uns nochmal die komplizierte Berechnung aus Flugzeiten, Aufenthalten und Zeitverschiebung aufgemacht und stellten fest, dass wir ziemlich genau 24 Stunden auf den Beinen waren.
Wir waren aber noch fit genug, einen kleinen Bummel durch die Umgebung unseres Hotels zu machen, um festzustellen, dass es eine gute Wahl war. Wir sind mitten in der Innenstadt, ganz nahe am Hafen. Der Weg führte uns durch China-Town voller Leben und Gerüchen. Ein erstes Willkommen-Bierchen im Straßen-
ein kleiner Einkauf für das morgige Frühstück, wir haben ein Apartment mit eigener Verpflegung, und dann in die Kiste…
3. Tag: Sydney
Erster Spaziergang in Sydney. Nach einem langen, erholsamen Schlaf waren wir zu normaler Frühstückszeit wieder wach und hatten uns so mit der lokalen Zeit schon gut synchronisiert. Gundi zog los und besorgte ein paar Semmeln, und wir konnten ein zwar bescheidenes, aber doch selbstgemachtes Frühstück auf der eigenen großen Terrasse einnehmen. Es ist schön, dass wir innerhalb des Hotels eine abgeschlossene Zweizimmerwohnung haben mit eigener großer Terrasse. So werden wir uns die zehn Tage mit Frühstück in Sydney auch selbstversorgen können.

Dann ging es los mit kleinem Stadtplan bewaffnet in Richtung Darling Harbour, einer der Häfen Sydneys, der nur wenige Minuten vom Hotel entfernt ist. Unglaublich schöne Bilder taten sich uns auf. Überall gepflegte Grünanlagen und dahinter eine atemberaubende Skyline. Schnell wurde uns klar, dass wir es abends schwer haben würden, die besten Fotos auszuwählen, die wir in unser Online-Tagebuch einstellen würden. (Aber es soll da bei täglich acht Fotos bleiben.)
Die elegante Hafenpromenade mit viel schattigem Grün führte uns entlang zwischen interessanter Architektur mit wunderschönen Plätzen und Restaurants und dem Quai voller Privatjachten und Ausflugsbooten.
Es war ein wunderschöner Spaziergang — wenn ich Depp nicht meine neuen Mokassins angezogen hätte! Die fühlten sich zunächst an wie bequeme Hausschuhe. Mit jedem Schritt wandelte sich aber die Fersen zu einer Art Raspeln, die meine Achillessehnen freizulegen drohten. Aber egal, da musste ich durch, wir hatten noch einen langen Weg vor uns! Wir wollten von dieser Seite aus noch unbedingt einen Blick auf die berühmte Harbour Bridge und natürlich das Opernhaus werfen und dazu mussten wir noch weit um die Landzunge herumlaufen. Danach wollten wir von dort mit der Tram zurückfahren.

Weiter ging es also durch unglaublich saubere und gepflegte Parks und Siedlungen bis wir endlich den ersten Bogen der Brücke sahen, und kurz danach in einem der ältesten Stadtteile eintrafen: „The Rocks“. Das wird aber noch ein separater Ausflug. Zunächst fanden eine Gegend mit originellen Straßenlokalen. Das erste, „Munich“ mit Original (?) Löwenbräu Bier haben wir tunlichst gemieden und konnten uns gegenüber bei hiesigem Bier, Chips und Hamburger sehr angenehm erholen.

Danach noch ein paar Meter um die Ecke, und da war das Ziel unseres Ausflugs, der Blick über ein Wasser voller Boote auf die berühmte Oper im Abendlicht. Es war eine sehr berührende Stimmung, die sich auf unserem weiteren Weg zum Fährhafen fortsetzte. Überall junge, schöne Menschen, überall Musik und überall Interessantes zu sehen. Die geplante Heimfahrt mit der Tram wurde dann doch noch etwas kompliziert, bis wir das Fahrkarten- und Bezahlsystem verstanden hatten, aber letztlich hat es geklappt. Noch schnell eine Pulle Rotwein besorgt, und heim auf unsere Terrasse…
4. Tag: Sydney
Schon etwas zu Hause in Sydney. Heute Nacht hatte es stark geregnet, und der Tag begann grau, aber trocken und warm, nicht schlecht für einen weiteren großen Spaziergang (in anderen Schuhen), zumal sich meine Fersen dank Gundis Pflege schon gut erholt hatten. Wir hatten inzwischen einen Shop gefunden, der uns zwei der aufladbaren Fahrkarten verkauft hat, und wir haben das raffinierte Bezahlsystem der Verkehrsmittel verstanden und zu schätzen gelernt.
So ging es also nach unserem Frühstück wieder los, vier Haltestellen bis zum Fährhafen. Dieses Mal wollten wir am westlichen Quai entlang gehen, um die Landzunge mit der großen Oper zu erkunden. Zu unserer Überraschung lag am westlichen Quai ein großes, hellblaues Kreuzfahrtschiff, das den Blick beherrschte. Wir hatten noch nie ein solches Monster von nahem gesehen, und stellten zugleich fest, dass unsere „Princess Crown“, mit der wir nächste Woche in See stechen werden, noch um einiges größer sein wird.

Weiter ging es auf einer wieder sehr gepflegten und sauberen Uferpromenade bis wir an der riesigen, mit großen Sandsteinplatten belegte Freifläche ankamen, die das gewaltige Opernhaus umgibt. Ein imposanter Anblick, den man von vielen Bildern her kennt, aber davor zu stehen ist dann doch etwas Besonderes. Der Weg drum herum bietet vor der wechselnden Kulisse von Hafen und City viele überraschende Ausblicke.
Unsere Wanderung ging dann zurück durch einen wunderschönen Park mit riesigen Gummi- und Eukalyptusbäumen. Dann zur gegenüberliegenden Hafenseite, wo wir dem Riesenschiff noch näherkamen und das See-Terminal sahen. So wussten wir nun, wo wir nächste Woche hinmüssen, und dass wir unser Schiff bequem mit der Trambahn erreichen werden.

Wir gingen weiter in Richtung der berühmten Harbour Bridge, eine gewaltige Bogenbrücke aus Stahl, die seit fast 100 Jahren die Hafenzufahrt überspannt. Man kann auch zu Fuß darüber gehen, was wir bestimmt noch einmal machen wollen. Die Aussicht muss fantastisch sein. Auf keinen Fall werden wir aber ganz oben auf den großen Bogen gehen, das kann man nämlich auch. Wir sahen Gruppen von winzigen Manschgerln auf dem Bogen laufen.
Der Stadtteil heißt „The Rocks“ und wird als ältester Teil der Stadt und sehenswert beschrieben. Er war nicht nur die Keimzelle der Stadt, sondern auch die erste Siedlung des Kontinents. Ihren Namen verdankt sie dem felsigen Untergrund. Dicht ans Wasser drängen sich hier alte Ziegelbauten aus der Kolonialzeit. Wir fanden aber die zwei Sträßchen etwas enttäuschend und kamen schließlich an der Ecke der Löwenbräu-Kneipe heraus, die wir schon tags zuvor gemieden hatten.

So sind wir langsam wieder in Richtung Hotel gezogen, in der Hoffnung, auf dem Weg dorthin ein nettes Lokal zu finden, was sich allerdings als erfolglos herausstellte. Wir fanden ein sehr originelles Pub, das passend zum nahen Ostern „The Rabbit Hole“ hieß und uns mit seiner Happy Hour bei einem Pint of Bitter zur Erholung willkommen war.
Auch der weitere Heimweg war kneipentechnisch erfolglos, so dass wir uns schließlich in einem Supermarkt ein frisch gebratenes Hähnchen, Salat und eine Sixpack Bier besorgten und es uns in unserem Wohnzimmer gemütlich gemacht haben. Danach standen ja noch unsere Schularbeiten an, nämlich die Fotos des Tages auswählen und hochladen. Es ist nicht leicht, sich dabei auf wenige Fotos zu beschränken, die wir pro Tag dazu auswählen wollen.
5. Tag: Sydney
Ein Hyde Park nach Londoner Vorbild. Wie in London gibt es auch in Sydney einen Hyde Park in zentraler Lage. Er ist wirklich einen Besuch wert. Von unserem Hotel war es nur ein kurzer Weg. Zunächst eröffneten sich weitläufige Wasserbecken, in deren Mitte eine kolossale Gedenkstätte für die Gefallenen aller Kriege errichtet ist. Über das Common Wealth waren australische Soldaten so ziemlich an allen Kriegen der Neuzeit beteiligt. Die Wände waren mit schwarzen Fliesen bedeckt, jede mit dem Namen eines bekannten und unbekannten Schlachtfeldes dieser Erde. Die Fliesen enthielten zugleich eine gläserne Auswölbung mit einer Handvoll Erde vom jeweiligen Schlachtfeld. – Eine sehr beeindruckende Art des Gedenkens.

Weiter ging unser Weg unter riesigen, alten Gummibäumen zu den Hyde Park Barracks. Bis 1840 deportierte die britische Regierung Strafgefangene hierher. Sie mussten im Straßenbau arbeiten, Wälder roden und Land für Ackerbau nutzbar machen. Um die Häftlinge kontrollieren zu können, befahl der Gouverneur Macquarie 1819 den Bau der Hide Park Barracks. Bis zu 1400 Strafgefangene waren in dem dreistöckigen Backsteinbau eingepfercht. Wir sahen dort eine sehr interessante Ausstellung über die Lebensbedingungen der damaligen Insassen, audio-geführt, kostenlos und sogar in Deutsch.

Dann ging es im weiten Bogen zurück in die Stadt. Hier besuchten wir ein anderes Gebäude, wie es unterschiedlicher nicht sein kann: Das Queen Victoria Building. Es wurde schon als schönstes Einkaufszentrum der Welt bezeichnet, – das kann man nachempfinden. Neoromanische Bögen und mit Glasmalereien verzierte Fenster kennzeichnen das äußerst elegante Gebäude. Errichtet wurde es während der Rezession am Ende des 19. Jh., als Arbeitskräfte günstig waren.

Fein verziert sind die Kapitelle der Säulen, die Fußböden sind mit fantasievollen, geometrischen Mosaiken bedeckt. Angesichts der Pracht rückt das luxuriöse Angebot der Boutiquen, Shops und Kaffeehäuser auf den drei Geschossen fast ein wenig in den Hintergrund. Eingekauft haben wir lieber nicht, denn die Reisekasse hat ja noch einiges vor sich. Auf dem Heimweg noch eine Einkehr bei einem Thailänder und danach in einen Getränkeladen…
6. Tag: Sydney
In den Royal Botanic Gardens. Heute waren die Royal Botanic Gardens unser Ziel, und wir haben fast den ganzen Tag in diesem fantastischen Landschaftsgarten verbracht. Hier gedeihen Pflanzen aus allen Teilen des Kontinents: tropische Regenwälder, Orchideen, riesige Farne, uralte Palmen und urige Gewächse, die wir noch nie gesehen hatten. Dazwischen liegt auf dem hügeligen Areal um eine große Bucht herum weites Grün, einladend für Picknick und Erholung.

Durch eine Mauer vom Garten abgegrenzt ist das neogotische Government House, die Residenz des Gouverneurs von New South Wales. Ein schöner Fußweg am Wasser, entlang der Farm Cove führte uns zum „Mrs. Macquarie’s Chair“. 1810 ließ der damalige Gouverneur Macquarie hier eine Bank für seine Frau in den Fels hauen. Von hier aus genoss sie den Blick und kämpfte gleichzeitig mit dem Heimweh nach dem fernen England.
Uns aber hat bis heute keineswegs das Heimweh erfasst. Nach diesem schönen Tag gings dann noch zur Happy Hour in ein nahegelegenes Pub zu Bier und großem Steak und dann heim.
7. Tag: Sydney
Mit dem Schiff zum Zoo. Heute stand der berühmte Taronga Zoo auf unserem Programm. Der liegt auf einer gegenüber liegenden Landzunge, so dass man ihn am besten mit der Fähre erreicht. Das intelligente Bezahlsystem für den öffentlichen Verkehr Sydneys hat auch hier bestens funktioniert, und wir sind inmitten freundlicher und höflicher Menschen aufs Boot gelangt, und es ging los mit voller Fahrt. Nach 15 Minuten legte die Fähre an. Ein kurzer Fußweg an einer schönen Badebucht vorbei und schon waren wir am Eingang des Zoos.
Wir sahen die ersten Gehege, die weitläufig in dem natürlichen Berghang lagen, manche so groß, dass man ihre Bewohner manchmal erst nach längerem Suchen und manchmal gar nicht entdecken konnte. Es ist ein sehr weitläufiges Zoogelände und die Orientierung ist nicht ganz einfach. Wir hatten auch hier das Gefühl, dass sich die entspannte Atmosphäre, die wir hier seit Tagen spüren, auch an diesem Ort wohltuend über Tier und Mensch gelegt hatte.
Wir mussten natürlich auch nicht das letzte Kamel finden, aber unsere ersten Kängurus wollten wir auf jeden Fall besuchen. Kurz vor unserem Besuchsende kamen wir durchs Koala-Land. Koalas können gut klettern, aber nicht springen, so dass eine einfache, glatte Eisenwand ausreichte, sie in ihrem großen Gehege mit hohen Bäumen einzusperren. An den Bäumen waren überall Wasserbehälter angebracht, in denen Eukalyptuszweige stecken. Die Kletterbäume waren wohlweislich schattige Platanen, sonst wären sie längst kahlgefressen.
Ein wunderbares Erlebnis hatten wir noch am Ende des Weges, ganz unbemerkt von anderen Besuchern. Ein kleiner Koala zwängte sich etwa 2m neben uns mit seinem dicken Poppes in eine Baumgabel, zog sich einen kleinen Ast heran und begann ganz gemütlich dessen Eukalyptusblätter zu mümmeln. Er ließ sich dabei überhaupt nicht stören. So hatte ich Zeit, ein kleines Video von seiner Brotzeit zu drehen.
Dann ging es wieder mit der Fähre zurück, wieder mit schönen Ausblicken auf diese grandiose Stadt, rechtzeitig zur Happy Hour auf ein Bier…
8. Tag: Sydney
Auf dem Sydney Tower. Langsam gehen uns die Highlights aus, die wir unbedingt in der Stadt besichtigen wollen. Eines davon ist der Sydney Tower, zu dem wir uns heute aufgemacht haben. Es ging nicht weit zu Fuß durch die uns inzwischen vertraute Innenstadt, und als wir dann auch den Zugang gefunden hatten, ging es in einem Kaufhaus in die vierte Etage zu den Kassen. Es war eine erfreuliche Überraschung, zu sehen wie wenig Andrang hier herrschte, das hing aber offensichtlich mit der unmittelbar folgenden unerfreulichen Überraschung zusammen, die uns bald ereilte, das war der ungeheure Preis. Aber wir hatten beide morgens unsere Blutdrucksenker genommen, so ging der Schreck bald vorüber und unser Motto heißt ja: ‚once in the life time‘!

Dann ging es mit einem schnellen Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform von 250m Höhe, und fürwahr es bot sich ein Rundgang mit phantastischen Aussichten auf Wasser, Buchten und Wälder, aber auch auf das Gewirr aus Straßen, Dächern und Hochhäusern.

Dann, wieder am Boden, gefiel es uns doch besser, durch „unsere“ Stadt zu schlendern. Es ging langsam weiter wieder am Fährhafen entlang in Richtung ‚The Rocks‘. Hier wollten wir auf den Hügel neben der Harbour Bridge. Dort steht ein historisches Observatorium, umgeben von grünen Hängen und uralten Bäumen. Wir trafen auf eine belebte Wiese, wo sich Dutzende junger Menschen niedergelassen hatten, um bei wundervollem Blick über Stadt und Wasser dem Sonnenuntergang entgegen zu chillen. Wir, als einzige Ü-30er, fanden noch zwei Plätze auf einer Bank, um ebenfalls in die Abendsonne zu blinzeln und diese friedliche und euphorische Stimmung auf uns wirken zu lassen.

Dann ging es in warmer Abendluft nach Hause. Der Weg führte wieder am Hafen entlang. Auch hier war es voll von jungen, hübschen Menschen, die flanierten oder auf den Mauern saßen, um der Vielfalt der Straßenmusiker zu lauschen. Später noch ein Kaltgetränk im Pub und wieder ging ein toller Tag zu Ende.
9. Tag: Sydney
Lazy Sunday. Heute war ein etwas ruhiger Sonntag. Während ich schon am frühen Morgen (9:30) an meinen „Schularbeiten“ saß, war Gundi beschäftigt, das Wasser des Hotelpools kräftig umzuwälzen. Danach ging sie Frühstück einkaufen. Nicht einfach für eine Gewerkschaftlerin festzustellen, dass die Geschäfte auch sonntags bis max. 24 Uhr aufhaben.
Danach wollten wir es ruhig angehen lassen, nur mit einem kleinen Bummel durch die Stadt, aber es wurde doch ein längerer Weg. Wir gingen bekannte Pfade, und so sind heute nur wenige Fotos entstanden. Wir besuchten die St. Mary’s Kathedral am Hyde Park, ein dreischiffiger Dom erbaut in englischer Neugotik, nicht sehr beeindruckend, aber mit schönen bunten Fenstern. Später gingen wir weiter zum Museum of Sydney. Ein kleines Museum, das sich der Besiedlung des Kontinents zum Thema macht. Eine schöne Installation zeigt die „First Fleet“. Hier sind die elf Segler als große, fast 1 m lange Holzmodelle im Flottenverband aufgestellt und einzeln beschrieben. Mit dieser relativ kleinen Flotte landete der Kapitän Arthur Philipp 1788 in der Bucht von Sydney mit 550 Seemännern und Marinesoldaten und 760 Sträflingen, um das Land zu besiedeln. (Ich weiß nicht, wie man Sträfling gendert, aber es waren ein Drittel weibliche Strafgefangene, ja sogar mitgebrachte oder unterwegs geborene Kinder dabei, man wollte dieses Land ja schließlich besiedeln.) Dann noch ein Grillhähnchen und eine Six-Pack geholt und heim auf die Terrasse.
10. Tag: Bondi Beach
Für heute war Sonne pur angesagt, und das erschien uns ein guter Tag, um den berühmten Bondi Beach zu besuchen. Es ist der schönste und bekannteste Strand der Stadt, und man fährt bequem mit dem städtischen Bus vom nahen Hyde Park bis direkt an den Strand. Das Ticketsystem funktionierte auch im Bus perfekt. – Da könnte München mal wirklich etwas lernen! – Der Bus fuhr ruckelig über die Straßen einiger Vororte. Viele Fremde und Einheimische mit Badetaschen, ja sogar mit Surfbrettern, waren im Bus, aber überall ist diese Gelassenheit zu spüren, die uns schon all die Tage begegnet ist. Am Ziel angekommen gab es eine grandiose Aussicht. Der große Strand erstreckte sich in einer weiten Bucht eingerahmt von bizarr geformten Felsen, davor die unendliche weite des Südpazifiks.

Ich hatte noch Pflaster an den Fersen (wg. Blasen vom ersten Tag in neuen Schuhen) und wollte nicht mit den Füßen ins Wasser. Gundi aber ging den ganzen Strand entlang, während ich einen Schattenplatz im samtweichen, schneeweißen Sand fand und auf sie wartete.
Nach Gundis Rückkehr gingen wir noch auf einen langen, gut befestigten Uferweg. Treppauf treppab ging es an schroffen Klippen und kurios geformten Sandsteinfelsen entlang, von einer tollen Aussicht zur nächsten. Bald frischte aber ein starker Gegenwind auf, und wir beschlossen, ihn lieber als Rückenwind zu nutzen, indem wir zurückgingen.

Jetzt bei Badeschluss war an der Haltestelle schon mehr Betrieb. Der erste Bus fuhr durch, doch im nächsten fanden wir noch Platz, und es ging wieder heim, fast vor die Haustüre. Dazwischen lag aber zum Glück unser Pub „The three wise monkeys”, und der hatte Happy Hour…
11. Tag: Sydney
Nun hat die lange Nacht am Computer doch nicht gereicht, um meine umfangreichen Änderungen der Website fertig zu stellen. Irgendwann ist man bei so einer Arbeit am lebenden Patienten an einem Punkt, wo es kein Zurück gibt. Ich wollte aber, dass unseren treuen Follower, wenn sie als erstes nach dem Frühstück uns besuchen wollen, keine Baustelle zumuten. So hieß es heute für mich, im Hotel zu bleiben, um das gute W-Lan auszunutzen und alles fertig zu machen, bevor die Follower aufwachen. Zudem war es draußen etwas regnerisch, und wir hatten das Gefühl, schon alles Wichtige – und Vieles mehr – in dieser Stadt gesehen und erlebt zu haben.


Denkste! – Denn Gundi ging nun alleine los und machte eine letzte große Wanderung rund um ‚unseren’ Darling Harbour. Dabei entdeckte sie die imposante Fisch-Markthalle. Schade, dass ich nicht dabei war, denn sie ist wirklich sehens- und erlebenswert, wie ich auf ihren Fotos sehen konnte. Abends gab es dann im Hotelzimmer noch leckeres Take Away aus der vietnamesischen Küche. Bis morgen früh musste dann auch unser Kühlschrank leer gefuttert sein, denn: MORGEN STECHEN WIR IN SEE.
12. Tag: Beginn Kreuzfahrt mit der Crown Princess
Heute also wird unsere Kreuzfahrt beginnen. Es geht in nördlichem Bogen um Australien herum, bis wir nach 17 Tagen im westlichen Perth anlegen, genauer gesagt in Fremantle, das ist der Nachbarort mit dem Seehafen. Wir packen unsere Koffer und sind schon mächtig gespannt.

Mit der Trambahn fahren wir vier Stationen zum Circular Quai, wo wir schon öfters große Schiffe liegen sahen. Nun rollerten wir mit unseren Koffern ein letztes Mal den Quai entlang und sahen schon unser Schiff, die Crown Princess. Die Princess-Line gilt als eine Kreuzfahrtlinie der oberen Klasse – und das spürten wir von Anfang an. Zudem hatten wir die oberste Zimmerkategorie gebucht, und waren erschlagen von den ersten Eindrücken, als wir unsere Suite betraten! Purer Luxus und Komfort, so dass wir erst einmal ein paar Fotos machen mussten.
Wir waren schon am frühen Nachmittag an Bord, und das Schiff sollte erst um 7 Uhr abends loslegen, dann würde es schon dunkel sein. So gingen wir erst einmal los, um das Schiff zu erkunden. Wir hatten eine elektronische „Hundemarke”, nein ein sog. Medaillon um den Hals an dem uns jedes Restaurant und jede Bar nicht nur erkennt und persönlich begrüßt, sondern erfreulicherweise auch erkennt, dass wir nichts zu zahlen hatten, denn wir waren Suite-Guests. Eine gute Idee war es auch, die „Crew Appreciation” Pauschale zu buchen. So braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man nach dem Essen oder an der Bar einfach aufsteht und geht, auch wenn es sich komisch anfühlt den überaus freundlichen Service-Leuten kein Trinkgeld zu geben.



Ja unsere erste Exkursion auf dem Schiff war beeindruckend und ergab noch einmal neue Ausblicke auf die Stadt, solange wir noch am Quai lagen. Es war bereits dunkel, als es los ging. Zwei Schlepper bugsierten das Schiff rückwärts vom Pier, bis genügend Platz zum Wenden war. Unter der alten Harbour Bridge hätten wir nicht durchgepasst, so ging es in östlichem Bogen aus Sydneys schönen Naturhafen heraus.
Nun war es auch bald Zeit für unser erstes Dinner auf See. Im Crown Grill erlebten wir ein sehr elegantes Abendessen, mit raffinierten Vorspeisen, Lobster Tail und Filet Steak beim ‚Surf & Turf‘, umsorgt von liebenswürdigem Personal. – und alles mit der Hundemarke!
Danach sind wir noch etwas durch die Atrien und Bars mit Live Musik gestromert, aber dann bald aufs Zimmer gegangen und uns bei leichtem Seegang in den Schlaf wiegen lassen.
13. Tag: Der erste Seetag
Heute ist also der erste Seetag unserer Reise, das heißt, das Schiff legt nicht an, sondern fährt die ganze Nacht hindurch. Wir hatten seit heute Nacht ein wenig Seegang, aber das trübt nicht unser Wohlbefinden, und wir gewöhnen uns schnell daran, etwas breitbeiniger zu gehen. Unsere Luxua Suite liegt genau mittschiffs, so dass man hier bei Seegang kein Auf und Ab verspürt, wie am Bug oder Heck. Die Temperatur ist sommerlich angenehm, und auch nachts bleibt es auf dem Wasser so erstaunlich mild. Eine großartige Stimmung, wenn man spät nachts im Pyjama auf dem privaten Balkon sitzt und den Sternen- und Wolkenhimmel betrachtet, der über einem schwarzen Wasser mit Schaumkronen und der weißen Gischt vom Bug liegt – Den Pyjama könnten wir auch weglassen, denn nur der Mond kann auf den Balkon unserer Suite schauen.

Am Morgen ist Gundi erst einmal in einem der drei Pools schwimmen gewesen. Sie hatte um diese Zeit das (noch ziemlich kalte) Wasser ganz für sich allein. Danach ging es zum Frühstück in unser privilegiertes Restaurant. Wir taten uns nicht leicht, den Weg zum Heck zu finden. Wenn man in einem der Gänge unterwegs ist und nicht weiß, auf welcher Seite des Schiffes man sich befindet, weiß man auch nicht, ob man nach rechts oder links gehen muss, um ans Heck zu gelangen. Ein hilfreicher Stewart zeigte uns später, dass der wild gemusterte Teppichboden in den Gängen bei genauer Betrachtung an Steuerbord grüne und an Backbord rote Punkte eingewebt hat. Das hilft uns seitdem enorm.
Beim Frühstück im noblen Ambiente waren nur eine Handvoll Gäste, die von der gleichen Anzahl überfreundlicher Servicekräfte umsorgt wurden, wie wir es schon am ersten Abend erlebt hatten. Als wir zurück im Zimmer waren, hatte unser persönlicher Stewart bereits die Betten gemacht, – und unser Faulenzertag konnte beginnen.
Gundi suchte sich einen schattigen Liegestuhl auf Deck zum „Schlesen” (Gundis Ausdruck für schlafen und/oder lesen, und ich bezog mein neues „Pazifik-Büro“ auf unserem Balkon.


Abends ging es dann wieder in ein anderes, ebenso elegantes Restaurant zum Gourmet Essen. Und wieder genossen wir unsere privilegierte Buchungskategorie. Für uns gab es einen eigenen Eingang zum Restaurant. Wir wurden persönlich begrüßt und an den Tisch in einem separaten Teil des Lokals geführt, während die meisten anderen Gäste sich vorher anmelden mussten und dann lange auf einen Tisch warten mussten. Danach besuchten wir noch eine großartige Music Show in einem richtigen, großen Theater. Die rasante Show mit tollen Sängerinnen und Sängern und einem beachtlichen Orchester hat uns beiden sehr gefallen. Gundi machte noch eine Exkursion durch die Unterhaltungsszene und landete in einer Pianobar, mich zog es spät abends zu einem stillen Bierchen unter Sternen auf das oberste Deck…
14. Tag: Im Hafen von Brisbane
Die erste Station der Kreuzfahrt ist Brisbane. Wir wachten morgens auf, als das Schiff schon in der Hafenmündung von Brisbane war, und alsbald die Schlepper ihre Bugsieraufgaben begannen. Anders als im schönen Hafen von Sydney lagen wir nun weit außerhalb der Stadt, die man als Ansammlung von Hochhäusern in der Ferne sah.
Wir hatten noch die schönen Wege in Sydney in Erinnerung, und hatten keine rechte Lust, eine weitere Großstadt zu erkunden, zumal wir um 17:00 wieder hätten am Schiff sein müssen, und der Transfer hin und zurück jeweils eine Stunde gedauert hätte. – So beschlossen wir an Bord zu bleiben. Es gab immerhin Einiges zu sehen auf unserer Seite, wo wir einem Ballett von Gabelstaplern zusahen, die das Schiff aus bereitstehenden Containern mit Nachschub aller Art versorgten, darunter auch Berge von Matratzen! Auch waren etliche neue Passagiere an Bord gekommen. All das war interessant von oben zu beobachten.

Hinter dem großen Ponton, auf dem sich das alles abspielte, war viel grüne Flusslandschaft zu sehen, wo wir eine Kolonie von Pelikanen und einige Kraniche sahen.
Auf dem Schiff machten wir weitere Erkundigungen, wobei es fast unvermeidlich war, an der einen oder anderen Bar vorbeizukommen. Es gibt neben den sechs gehobenen Restaurants auf dem Sonnen- nd Bade-Deck zwei große Selbstbedienungsrestaurant, wo es den ganzen Tag ein verlockendes Angebot von warmen Speisen gibt. Wir sind aber so weit, dass wir dem Überall-Speiseangebot lieber entsagen, (kaum aber dem Überall-Getränkeangebot), und uns lieber auf die privilegierten Frühstücke und Dinner beschränken, wozu uns unsere elektronische Hundemarke berechtigt.

Für diejenigen Leser, die sich bei meinem vorherigen Bericht gewundert haben, dass wir uns auf dem Riesenschiff auf eigene Wege wagen und uns trotzdem wiederfinden: Wir haben eine spezielle App auf unseren Handys, die uns über das Bord W-LAN wie mit einem Navi-Gerät zurechtfinden lässt. Nicht nur, dass wir jederzeit sehen, wo und auf welchem Deck man sich befindet, wir sehen dort auch, wo sich unser “Room Mate” gerade herumtreibt, oder an welcher Bar sie/er hockt. – Gundi wird sich sicherlich noch erkundigen, ob diese App auch in München funktioniert! Abends hieß es dann wieder ‚Leinen los’ und es ging in die nächste Nacht mit einem darauffolgenden Seetag.
15. Tag: Ein zweiter Seetag
Ja, so ist das dann: man denkt, auf so einer Seereise habe man unendlich viel Zeit, und dann vertrödelt man die Tage mit lauter Faulenzen, Staunen, Essen, Trinken, und die Schularbeiten bleiben liegen! Auch auf das ausführliche Zeitungslesen brauchen wir nicht zu verzichten, weil wir schon seit geraumer Zeit die Süddeutsche im Online-Abo beziehen. So viel zu meinen Ausreden, denn ich bin mit meinen Berichten schon zwei Tage im Hintertreffen, und unsere treuen Follower werden sich schon wundern!
Wir sind immer noch beindruckt von der Größe und Eleganz des Schiffes. Es sind 3000 Passagiere und 1200 Serviceleuten an Bord, aber wir haben nicht das Gefühl, dass es zu voll ist. Es gibt so unglaublich viele kleine und große Rückzugsorte, wo sich die Leute wohlfühlen können, ob sie lieber Musik und Action mögen, in einem der drei Pools planschen, auf einer der ungezählten Sonnenliegen braten, an einer der geschätzt 10 Bars hocken, oder still mit Buch in einem schattigen Plätzchen sitzen.

Als wir unsere Reise planten, waren wir etwas unsicher, ob das Wetter im australischen Herbst für eine Seefahrt noch geeignet sei. Es war der richtige Zeitpunkt, es ist wie ein schöner Hochsommer. Selbst nachts ist es so warm auf dem Meer, dass wir die Klimaanlage abschalten und beide Balkontüren weit offenlassen können.

Na ja, wenn wir so durch die Bars und Restaurants gehen, müssen wir uns natürlich daran gewöhnen, dass wir uns in einem nobel geführten Altersheim befinden. Und wenn wir dann über die Sonnendecks schlendern, – nun ja, – dann haben sie halt ihre Badeanzüge an, oft in keckem Design und oft in dreistelligen Konfektionsgrößen. – Es ist ein amerikanisches Schiff! Dafür aber sind alle Leute sehr freundlich, zugewandt und angenehm. Das unterscheidet das Schiff sicherlich auf angenehme Weise von dem, was man so über andere Seefahrer wie z.B. Aida hört und liest.
16. Tag: Willis Island
Der Tag begann für mich wieder mit einem großartigem Frühstück, da hatte Gundi aber schon 100(!) Bahnen geschwommen, in einem Pool, den sie morgens noch meist für sich allein hat. Danach war sie noch bei einer Joga-Stretching Session, während ich noch sanft in meinem Bettchen schaukelte. Das Event des Tages hieß heute: Vorbeifahrt am Willis Island.
Die kleine Insel namens Willis Island ist die einzig permanent bewohnte Insel in den Coral Sea Islands Territory, einem Territorium außerhalb Australiens unterhalb des Great Barrier Reef in der Coral Sea, ungefär 450km östlich von Cairns. Es ist die größte von drei Inseln, 500m lang, 150m breit und 9m hoch. (Das Schiff ist 290m lang, 48m breit und 60m hoch.)

Seit 1921 betreibt das Australische Wetteramt eine Wetterstation auf dieser Insel. Es gibt dort bis zu vier Wetterbeobachter. Der Offizier vom Dienst und ein Ingenieur leben ständig auf der Insel. So ein Leben kann man sich nur schwer vorstellen. Bei unserer langsamen Vorbeifahrt hofften wir durch unser kleines Fernglas jemand außerhalb des Gebäudes zu sehen, aber keiner war zu sehen. Man müsste doch denken, dass so ein großes Schiff zu sehen ein Höhepunkt im Leben dieser Männer bedeutet, und sie am Strand stehen und winken!
Dann wurde die Insel wieder kleiner und verschwand allmählich für immer aus unserem Blick. Für uns aber ging ein abwechslungsreiches Leben an Bord weiter. Wieder waren wir in einem der eleganten Bordrestaurants zum lukullischen Dinner. Danach gingen wir zum zweiten Mal in das Theater. Dort sahen wir die Show ‚The Man in Black‘. Eine sehr gelungene Hommage an Johnny Cash. Wirklich gut gesungen mit unterhaltsamen Anekdoten aus dem Leben von Johnny Cash. Hat Spaß gemacht, und man sah, dass das begeisterte Auditorium schließlich ihre besten Zeiten hatte, als Cash seine Musik machte. Danach noch ein Bummel durch die Bars auf der Suche nach einem Plätzchen, aber aufgegeben und lieber auf unseren Balkon gegangen.
17. Tag: Cairns
Morgens um 8:00 lief das Schiff in den beschaulichen Hafen von Cairns ein. (Spricht man KENS) Es werden an Landtagen verschiedene, geführte Unternehmungen angeboten. Die kann man vorher reservieren, sind aber sehr teuer und meist schnell ausgebucht. Dieses Mal wollten wir einen Landausflug mit einer historischen Eisenbahn hinauf in die Berge machen und später mit einer Seilbahn über die Hänge des Regenwaldes zurück in die Stadt. – Aber wir waren zu spät, es war ausgebucht. Zunächst haben wir uns geärgert, dass wir das verschusselt hatten, im Nachhinein war es aber nicht schlimm, denn wir hörten von Teilnehmern, dass es einerseits extrem heiß und feucht, andererseits „very crowdy” war. Das eine lag am Regenwald, das zweite daran, dass auch hier der Ostermontag ein Feiertag ist und ein Familienausflug obligatorisch ist.

So gingen wir mit einem kleinen Stadtplan am Vormittag von Bord und eine lange, breite Uferpromenade entlang. Ein weitläufiges, schön angelegtes Erholungsgebiet mit vielen schattenspendenden Bäumen, Spielplätzen und Planschbecken und Grillstationen. – Ideal für den Familienausflug. Aber natürlich auch hier tropisch feucht-warm und Feiertagsbetrieb, mit einer zusätzlichen Invasion (Landgang) von Rentnern.

Die See war in Ebbe, aber der Stadtstrand ist ohnehin nur an einer besonders gesicherten Bucht möglich. Die Gefahr geht hier nicht von Haien, sondern tödlichen Quallen aus – Na danke!
Wir fanden leider an der langen Promenade kein nettes Plätzchen für ein Kaltgetränk, und gingen nach einigen Stunden müde und durchgeschwitzt zu unserem Schiff zurück, erst unter die Dusche, dann an die stille Bar am Heck des Schiffes.
Abends gingen wir zum Dinner dieses Mal nicht ins Da Vinci, sondern ins Botticelli. Das Lokal gefiel uns aber nicht so sehr. Es ist unübersichtlich groß, und leider haben wir einen etwas überstrapazierten Kellner erwischt.

Schön war, dass wir zum ersten Mal an einem runden Gemeinschaftstisch saßen, zusammen mit zwei Ehepaaren. Aus Neu Seeland war das eine, und die anderen leben in Perth, wo unsere Seereise enden wird. Es waren interessante und lustige Tischgespräche, an denen auch Gundi ganz prima teilhaben konnte, nicht zuletzt dank ihres Online-Sprachkurses, den sie seit Wochen mit großer Ausdauer verfolgt. Seit unseren USA Reisen hat sie da große Fortschritte gemacht. Nach dem Essen ging ich aufs Zimmer zu meinen Schularbeiten, und Gundi besuchte noch eine Zauber-Show im Theater, die ihr gut gefallen hat.
18. Tag: Dritter Seetag
Während wir uns gestern Nachmittag noch von unserem Ausflug in Cairns bei einem Bierchen an einer Poolbar erholten, merkten wir plötzlich, dass das Schiff schon wieder aus dem Hafen fuhr. Es hatte ganz unbemerkt von uns los gemacht, und es ging nun für drei Tage in Folge auf See bis zu unserem nächsten Halt in Darwin.

Die Reise führt uns heute noch weiter nach Norden, entlang dem Great Barrier Reef bis zum nördlichsten Zipfel Australiens. Vom Reef sahen wir eine ganze Reihe kleinster Inselchen und einige schöne Atolle, kreisrund und mit türkisblauer Lagune im Inneren. Die Sicht war leider nicht sehr gut, es war sehr dampfig und schwül, schwere Wolken hingen bis auf das Wasser, – und plötzlich fing ein Regen an, so wie man sich einen tropischen Monsunregen vorstellt. Es prasselte in schweren Tropfen. Es dürfte einige Aufregung entstanden sein auf den oberen Sonnendecks. Unser Glück ist ein weit vorkragendes Dach über dem Balkon, das man auf einigen Fotos erkennt. Davor und darunter tobte es, aber wir standen im Trockenen. Die Sicht reichte kaum bis aufs Wasser runter, und von der nicht mehr sichtbaren Brücke kamen regelmäßige Signale mit dem Nebelhorn, dessen tiefes Röhren man im Magen spürte! – Ein bisschen spooky war das Ganze schon. Aber bald war es vorüber und es blieb genauso warm wie zuvor. Tag und Nacht sind es nun 28 Grad. Da muss nachts der Balkon zu sein und die Klimaanlage eingeschaltet werden.

Apropos Magen: Sie haben bei ihrer stillen Ausfahrt aus Cairns zum Glück nicht den Proviant vergessen. So gingen wir bald darauf wieder in unser Nobelrestaurant und hatten ein very nice dinner in a pleasant company. Danach gingen wir ins Theater zur Show einer Tina Turner Interpretin. Na ja, wenn man Tina Turner darstellt braucht man nicht nur eine Stimme, die dem Original nahekommt. Die hatte die Sängerin, aber beim Original waren eben auch Aussehen, Tanz und Klamotten ein Teil ihrer Shows, und da waren bei der Interpretin trotz dreimaligem Dress-Wechsel große Defizite zu erkennen. – Komisch, beim Johnny-Cash-Abend hat mich das nicht gestört, der Sänger brauchte nur einen schwarzen Anzug, das wars. – Männer haben es doch (manchmal) leichter.
19. und 20. Tag: Im Indischen Ozean
Es ist der zweite und dritte Seetag auf der Etappe zwischen Cairns und Darwin. Inzwischen haben wir den nördlichsten Punkt von Australien umrundet und damit den Pazifik verlassen. Wir sind nun im Indischen Ozean und bewegen uns westwärts in Richtung Darwin, das wir übermorgen früh erreichen werden.
Mit Google Maps sahen wir gegen Mittag unsere Position. Ich war erstaunt, wie genau mein skizzierter Fahrtverlauf in der Landkarte stimmt, den ich ja noch in München gezeichnet hatte!
Es ist immer noch tropisch warm Tag und Nacht. Die Sonne verbirgt sich meistens unter einem schwülen Dunst, ab und zu gibt es warme Regenschauer und das Meer ist seit Tagen sehr ruhig. Da haben wir doch einiges Glück, denn hier und in dieser Jahreszeit können auch Taifune ihr Gastspiel geben, und das schwülfeuchte Wetter beruht angeblich auf den Ausläufern eines solchen.

Ansonsten geht das Bordleben weiter seinen geruhsamen Gang, mit entspannten, freundlichen Menschen, angenehmer Unterhaltung und überall Verwöhnung. Es gibt auf dem Schiff immer noch neue Ecken zu entdecken bei unseren Spaziergängen auf unserem Bar-Wanderweg über die Decks innen und außen.
Aber meinen Berichten mangelt es inzwischen an Ereignissen, was nicht bedeutet, dass es uns nur ansatzweise langweilig wäre. Auch die Fotomotive beginnen sich zu wiederholen, so dass dieser Bericht für die Tage 19 und 20 gelten möge. Der nächste Bericht wird dann von Darwin erscheinen, wo wir übermorgen um 7:00 früh anlegen werden.
21. Tag: Darwin
Heute früh um 7 Uhr haben wir in Darwin angelegt. Nun sind wir am ‚Top End’, dem Beinamen dieser Stadt. Sie ist Hauptstadt des Northern Territory und entstand 1883 als dauerhafte Siedlung. Sie ist tatsächlich nach Charles Darwin benannt, der das Land 1836 besucht hatte.

Heute wird in ganz Australien der hohe Feiertag ANZAC-Day gefeiert, ein Gedenktag zu Ehren der in den Kriegen gefallenen Australier und Neuseeländer. Ganz früh wurde eine Gedenkfeier an Deck veranstaltet, und in der Stadt fand eine große Parade statt. Zum Schutz des britischen Commonwealth mussten die beiden Länder immer Soldaten stellen und waren damit an jedem Krieg der Neuzeit beteiligt. Besonders Darwin hatte im 2. Weltkrieg zu leiden. Als einzige Stadt Australiens wurde sie von den Japanern schwer bombardiert und nahezu ausgelöscht. Sie verlor die Hälfte seiner Einwohner. Eine zweite Tragödie erlebte die Stadt 1974 mit dem Taifun Tracy. Der machte die Stadt erneut vollständig kaputt, und die Einwohner verließen die Stadt. Heute sind es wieder 150.000. Entsprechend modern ist das heutige Stadtbild. Es bietet außer einigen alten Ruinen nichts historisch Gebliebenes, ist aber großzügig angelegt und macht mit den einzeln stehenden Bungalows, umgeben von Grünflächen, einen sehr amerikanischen Eindruck.
Nachdem wir vom Balkon aus das Andockmanöver beobachtet haben, ging es zum Frühstück und danach zogen wir los zu einem Spaziergang in die Stadt, wobei die 30 Grad Tagestemperatur schon erreicht waren. Zum Glück gab es aber schattige Wege. Ein Lift führte uns hinauf in die eigentliche Stadt. Wir gingen durch eine längere, überdachte Fußgänger Mall und wollten eigentlich in den sehr schön beschriebenen Botanischen Garten. Unser Stadtplänchen, das wir vom Schiff mitnahmen, war sehr schematisch und nicht maßstäblich, so dass sich der Fußmarsch in die Länge zog. Endlich tauchte viel Grün vor uns auf, aber es war erst der Golfplatz, den wir als graue Fläche in unserem Plan noch zu umrunden hatten.

Dann endlich waren wir da und wurden sehr belohnt. Eine großartige Anlage mit fantastischen Bäumen und Ausblicken. Einfach unglaublich, wenn man sich vorstellt, dass hier noch vor wenigen Wochen 40 Grad geherrscht hatte. Wir konnten uns nun wunderbar im Schatten erholen, – denn unser Abenteuer war noch nicht zu Ende!
Unser Plänchen half uns überhaupt nicht weiter, und auch die rare Beschilderung im weitläufigen Park verwirrte mehr als sie half. Wir folgten einem asphaltierten Weg, in der Hoffnung, dass der uns auf unseren Stadtplan zurückbrächte. Der ging aber plötzlich abwärts und führte durch ein kleines, sumpfiges Bachbett. Keine Chance mit Schuhen weiterzukommen, aber barfuß durchzuwaten schien auch keine Option. Also zurück bis wir ein Brückchen fanden, wir kamen, wie erwartet, an eine große Straße, wir befanden uns aber auf der falschen Seite des Gartens, weit ab von der Stadt. Wir fanden eine Bushaltestelle, und Gundi fragte einen Jogger und erfuhr, mit welcher Linie und vor allem in welche Richtung wir fahren sollten.

Der Bus kam, wir stiegen ein, und ich hatte schon 10 Dollar in der Hand, als uns der Fahrer erklärte, dass der ÖPNV hier generell kostenlos sei. Das ist doch was! Auch die Tatsache, dass in der ganzen Stadt ein kostenlses W-Lan zur Verfügung steht, is erstaunlich.
Wir fanden etwas erschöpft zum Schiff, – einmal duschen, etwas ausruhen, denn der nächste Event wartete schon: Wir waren als Suite-Passenger zu einem Sun-Downer auf ein besonderes Deck am Bug eingeladen. Lecker Trinken, lecker Häppchen und Smalltalk mit vielen Offizieren des Schiffs, (Damen und Herren in schicken Uniformen).
Danach noch schöne Fotos beim Sonnenuntergang, Dinner und ins Bettchen (Cuno) bzw. zu einer Zaubershow ins Theater (Gundi)
Um halb zehn stachen wir wieder in See…
22. Tag: Seefahrerleben
RWE (Ruhe, Wärme, Erholung) scheint die treffende Abkürzung für den heutigen See Tag, wobei man noch ein großes E für das gute Essen hinzufügen sollte. Und damit ist schon fast alles gesagt für den heutigen Bericht. Am Deck ist es mit 30 Grad brütend heiß, was viele Leute trotzdem nicht abhält, sich breit in die Sonne zu legen. Die Schattenplätze dort sind rar bei senkrecht stehender Sonne so dicht am Äquator. Wir biegen nun allmählich auf einen südlichen Kurs, der uns morgens schöne Sonnenaufgänge bietet, aber ansonsten tagsüber unseren Balkon im Schatten lässt. Dabei hilft auch das weit überstehende Dach über uns. Da ziehen wir uns gerne zurück.

Eine Herausforderung brachte der Tag aber doch: In unserem Package sind auch zwei ‚Premium Dessert‘ enthalten, – und zwar zwei pro Tag für jeden von uns! Wir wollten das mal ausprobieren. Gundi suchte einen Tisch im Schatten und ich ging los – und kam zurück mit zwei Monster-Eisbechern, gut 30cm hoch. Wir haben sie mit letzter Kraft niedergemacht, aber zwei davon täglich? No way! – Wir konnten uns gerade noch eine Treppe nach unten schleppen, Gundi ging zum Krimi lesen auf den Balkon und ich wollte vom Bett aus ein wenig Nachrichten im TV anschauen, bin aber bald bei endloser Papst-Beerdigung auf allen Kanälen sachte eingeschlafen.

Später hat es aber beim Seafood-Dinner schon wieder sehr gut geschmeckt. Danach ging es ins Theater zu 45 Minuten Rock´n Roll und anschließend ohne Rock aber mit Roll ins Bett.
23. Tag: Kimberly Coast
Am heutigen Sonntag ging es zwischen ein und fünf Uhr an die atemberaubende Kimberley Coast, eine der abgelegensten und spektakulärsten Landschaften im wilden Nordwesten Australiens. Kimberley ist fast unbewohnt und gilt als eine der letzten Urlandschaften der Welt. Es erstreckt sich über kaum vorstellbare 423.000 km2. Die dramatische Küstenlinie bietet turmhohe, rote Kliffs, kaskadierende Wasserfälle, unerreichbare Strände und unzählige Inseln davor. Einige Felsen wurden auf ein Alter von über 2 Milliarden Jahren geschätzt, was die Region zu einer der ältesten geologischen Formationen der Erde macht.


Im 17. Jhdt. begann die Erforschung durch Europäer, aber eine Besiedlung blieb aus wegen der rauen Landschaft. Es wurde aber menschliches Leben vor 40.000 Jahren hier nachgewiesen. So karg die Küste auch aussieht, sie ist, je nach Jahreszeit Heimat unzähliger Vogelarten, Meeresschildkröten, Buckelwale und der riesigen Salzwasserkrokodile.
Wir konnten von all den Tieren nichts sehen, weil das Schiff natürlich nicht anlegen konnte. Es fuhr aber ziemlich dicht heran und drehte mit Hilfe seiner starken Querstrahlruder an Bug und Heck eine zweimalige Pirouette, so dass alle Fahrgäste Gelegenheit hatten, zu schauen und zu fotografieren. Am Nachmittag ging die Fahrt dann weiter in Richtung Yampi Sound, den wir am nächsten Tag erreichen werden.
24. Tag: Yampi Sound
Nein, Yampi Sound steht nicht für das knallartige Geräusch unserer Vacuum-Toilette wenn beim Spülen alles darin weg-jumpt. Das englische sound steht auch für Sund, und darum geht es hier. Eine Meeresstraße durch Inseln und Archipele am südlichen Ende der Kimberley Coast. Hier waren wieder interessante Landschaften zu beiden Seiten des Schiffs zu bewundern. Anders als tags zuvor waren aber nun menschliche Eingriffe in die Natur zu erkennen. Seit 1951 wird hier hochwertiges Eisenerz abgebaut, auch Kupferminen gibt es hier. Entsprechend waren riesige Abraumhalden zu erkennen und einige Schüttgutfrachter fuhren an uns vorbei.

Abends ging es wieder zum herrlichen Dinner in unser „Stammlokal”, wo wir uns von unseren zwei reizenden Kellnerinnen wieder wunderbar bedienen lassen durften. Jeden Abend wollen sie eine neue deutsche Vokabel von uns lernen. Überhaupt ist es ein sehr angenehmes Gefühl, als Deutsche hier zu den absoluten Exoten zu gehören. Außer dem österreichischen Schiffsoffizier (Hotelmanager) Helmut aus Salzburg, haben wir noch keinen deutschsprachigen Menschen getroffen. Sobald man uns als Deutsche ausmacht, sind wir begehrte Plauschgäste: “Oh from Munich? I’ve been there in 1965”, “Oh, my mom was born in Mannheim”, “Oh, my daughter lives in Switzerland” – usw.

Ich freue mich, dass Gundis Englischkenntnisse inzwischen so gut sind, dass es abends zu netten Tischgesprächen zu viert kommt. Danach ging Gundi wieder ins Theater zu einer Musikshow, und ich legte mich in der warmen Nacht auf eine bequeme Liege auf dem obersten Deck, gegenüber der großen Leinwand und schaute mir dort im „Movie under the Stars“ Dirty Dancing an, den ich immer verpasst hatte zu sehen. Der Kultfilm spielt in den USA der 60er Jahre und entstand aber etwa 1970. Bald danach, 1972, machte ich meine erste, große USA Reise. Damals fand ich die USA noch wirklich „great“!
25. Tag: Broome
In Broome? – Nein, um Broome und um Broome herum! Broome ist eine der wenigen Städte an der Westküste Australiens. Die Kleinstadt entstand in den 1880er Jahren als eine Art Goldgräberstadt. Da wurden im Meer große Vorkommen von Perlmuscheln entdeckt, und es zogen Perlenfischer aus aller Welt hierher.
Auch heute sind Perlen und alles, was dazugehört noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Berühmt ist auch der 20km lange Cable Beach für Wasserfreuden aller Art. Dort endete die erste Seekabel Anbindung Australiens, die 1889 von Siemens & Halske nach Java verlegt wurde und später bis nach Europa weitergeführt wurde.
Der Hafen verlangt einiges Geschick beim Anlegen großer Schiffe. Es muss auf engstem Raum gedreht werden bei einem Gezeitenhub von unglaublichen 8 Metern, der dem Schiff manchmal nur wenige Meter Wasser unter dem Kiel lässt. Davon wurden wir unterrichtet, und auch dass wegen der Tide nur ein kurzes Zeitfenster zum Landgang bleiben würde.
Heute früh aber herrschte ein stärkerer Wind, so dass das Risiko des Anlegens zu groß wurde, und wir gar nicht in den Hafen fuhren. So gab es einen Seetag für uns. Wir waren aber nicht traurig, weil wir schon überlegt hatten, wegen der gedrängten Zeit und über 30 Grad Hitze, auf den Landgang zu verzichten. Und auf dem Schiff ist es uns auch nach 15 Tagen noch nicht langweilig. Als wir abends unsere schon liebgewonnene Suite aufsuchten, fanden wir zwei schöne Einladungen für den kommenden Tag vor. Davon im Bericht vom 26. Tag.
26. Tag: Seetag mit Überraschungen
Das war eine großartige Überraschung, dass wir für heute eine persönliche Einladung des Captain erhielten, die Brücke zu besichtigen. In der Einladung stand die ausdrückliche Bitte, nicht mit anderen Gästen darüber zu sprechen, weil es nur für die exklusive Gruppe der Suite Guests gedacht war. Und so kamen wir mit einer überschaubaren Gruppe von etwa 30 Personen etwas konspirativ in einem Treppenhaus unseres Decks zusammen und wurden durch eine Tür geführt mit dem Schild „Crew Only“ und standen auf der imposanten Brücke. Mit den beiden Flügeln (Wings), den überstehenden Seiten, misst der durchgehende Raum gut 50m in der Breite.

Wir durften alles fotografieren, sollten aber doch bitte keinerlei Knöpfe drücken. Zwei junge Kadetten erzählten uns alles Wichtige und gaben auf alle Fragen geduldig Auskunft. Neben dem zentralen Steuerstand in der Mitte gibt es auf den Wings zwei weitere Steuerstände, die hauptsächlich zum Anlegen benutzt werden, weil sie vollen Blick auf die ganze Schiffsseite bieten. Verblüffend, dass das riesige Schiff von den drei Steuerständen jeweils mit zwei kleinen Mini-Steuerrädern von der Größe zweier Mokkatassen gesteuert wird. Die Geschwindigkeit wird daneben über zwei Joysticks geregelt, für jede Schraube einen.
Daneben befinden sich Pulte mit jeder Menge von Schaltern, Knöpfen und weiteren Bedienelementen. Darüber hängt eine Reihe verschiedenster Monitore für alle möglichen Navigationssysteme und Messdaten.

Die Brücke ist permanent mit vier Mann besetzt, die immer 4 Stunden Wache und 8 Stunden Ruhe haben. Der Kapitän ist nicht ständig auf der Brücke. Mit weiteren Offizieren kommt er nur bei Hafeneinfahrten, beim Anlegen oder wenn manuelles Fahren notwendig ist, auf die Brücke, – oder wenn er Gäste wie uns dort begrüßt.
Gerne hätten wir auch die Technik im Schiffsbauch besucht, aber Technikführungen hat die Reederei vor Kurzem gestrichen, weil es dort zu Unfällen mit Fahrgästen kam. So wurde Einiges hier erklärt: Sechs große Dieselmotoren liefern die Leistung für das gesamte Schiff. Bei Fahrt werden sie noch mit Schweröl betrieben, und in Häfen wird der Sprit umgeschaltet auf Dieselöl. Das Schweröl ist ja sehr umstritten, aber man sagte uns, dass hier die modernste Abgasreinigung eingesetzt wird. Wir haben an Deck tatsächlich kaum etwas aus dem Schornstein kommen sehen. Diese Motoren treiben mit konstanter Drehzahl große Generatoren an, die wiederum die zwei Elektromotoren für den Antrieb speisen. Ein Großteil der elektrischen Energie braucht das Schiff für sich selbst, und das meiste davon geht an die Klimaanlagen. Die Abwärme der Dieselmotoren speist drei eigenständige „Betriebe“ im Schiff: ein Wasserwerk, eine Müllverbrennung und eine Kläranlage. Das Wasserwerk versorgt das Schiff durch Seewasserentsalzung mit Trink- und Warmwasser. Das müssen unglaubliche Mengen sein, wenn man allein an die Duschen der 800 Kabinen denkt. (Bei uns gibt es sogar neben der Dusche auch eine Badewanne!) Die Müllverbrennung verbrennt allen organischen Abfall, dessen Asche dann in den Häfen entsorgt wird. Und die Kläranlage reinigt alles Abwasser in mehreren Stufen, bis sie das Wasser ins Meer zurückgeben kann. Schade, die Technik konnten wir nicht sehen, ich habe die Info einem Flyer entnommen.

Aber der Tag war noch nicht zu Ende: Für den Nachmittag hatten wir noch eine Einladung: Geschüttelt oder gerührt? So hieß die Frage bei einer “Martini Affäre” zu der wir in eine der Bars eingeladen wurden. Nun sind wir nicht wirklich Fachleute für Martinis, und so bestellte ich uns zwei Manhattan, weil der einer der wenigen Martinis ist, die ich kenne. Später wechselten wir dann doch lieber zu Champaign. Dazu gab es lecker Häppchen. Wir wunderten uns nur, warum alle anderen so sehr „dressed“ daherkamen mit Anzug, Krawatte oder Fliege. Selbst unser Hotelmanager erschien im Dinner Jackett. Uns war es völlig entgangen, dass der Abend als „formal evening“ deklariert war, und ich fühlte mich im kurzärmeligen Sommerhemd etwas misplaced, war aber zum Glück nicht der Einzige! Zum Abendessen bin ich dann doch noch schnell in ein Jackett geschlüpft und danach gingen wir wieder zu einer schönen Show.
27. Tag: Exmouth
Heute war Landgang in Exmouth angesagt. Wir wurden früh wach wegen ungewöhnlicher Geräusche, die über unsere offene Balkontür heraufkamen und sahen bald, dass schon eine Reihe von Booten um das Schiff herumdümpelten. Unser Schiff lag nämlich auf Reede, d.h. es ankerte in einigem Abstand vor der Küste, weil es zu groß ist, um in den kleinen Hafen zu fahren. Der Landgang erfolgte über einen Pendelverkehr mit den sechs Tenderbooten, die vom Schiff zu Wasser gelassen wurden. Sie sahen von oben winzig aus, und doch waren es ausgewachsene Boote für jeweils 150 Personen, wie wir bald feststellen konnten.

Wir brauchten nicht in der Schlange zu stehen, um ein Boot zu besteigen, sondern durften in einem Restaurant warteten, bis wir zu einer Gangway gehen konnten. Das verschaffte uns genügend Zeit für ein ordentliches Frühstück. Wir nahmen auf einem kleinen Oberdeck Platz. Die Brise war sehr willkommen, denn es war schon gut 30 Grad heiß. Die Überfahrt dauerte knapp 20 Minuten. Beim Anlegen war aber fast nichts von der Stadt zu sehen. Es standen klimatisierte Busse bereit, die in einer Rundtour zwischen Stadt und Pier pendelten.

Was man auf der Fahrt von der Stadt sah, waren einfache Bungalows auf Stelzen in einer braunen, struppigen Landschaft, dazwischen ein paar flache Industriebauten. Wir fragten uns, was wir hier sollten. Die Stadt ist aus einer Militärbasis entstanden, und das glaubt man sofort. Der zweite Halt war dann die „Innenstadt“. Es war eine etwa 500m lange Mall, die teils schattig überdacht und begrünt war. Hier waren alle Geschäfte untergebracht. Beim Anblick der vielen Offroaders auf dem Parkplatz konnten wir erahnen, welche Entfernungen und was für Straßen jemand zurückzulegen hat, der morgens seine Semmeln holen will. Jetzt war die „Stadt“ übersäht mit Rentnern vom Schiff. Lustig fanden wir es, dass hier, statt der allgegenwärtigen, lästigen Stadttauben eine große Zahl von weißen Papageien ihre Auftritte hatten; auch lästig, weil ständig kreischend, aber viel schöner!

Nach etwa einer halben Stunde langweiliger Hitze beschlossen wir, einen der Busse zu besteigen, um zurück aufs Schiff zu gehen. Die Idee hatten wohl die meisten von uns, denn wir fanden uns am Ende einer langen Schlange, die auf das nächst Boot warteten. Es war inzwischen sicherlich über 30 Grad und nicht der geringste Schatten vorhanden. Das war eine Herausforderung! Zum Glück waren auch hier freundliche Helfer vom Schiff abkommandiert, die Wasser, Sonnenschirme und eiskalte Face-Towels verteilten. Dann gings endlich mit frischer Brise zurück zum Schiff, und im Fahrstuhl hinauf auf Deck an einen schattigen Barhocker…
Nach kurzer Erholung waren wir bald wieder bereit zum Dinner mit anschließender Show im Theater.
28. Tag: Unser letzter Seetag
Langsam geht unsere 17-tägige Seereise zu Ende, und es kommt ein bisschen Wehmut auf. Es waren einfach zu schöne Tage gewesen, und von uns aus könnten sie noch weiter gehen!
Man kann sich doch sehr schnell an ein gutes Leben gewöhnen, – aber es bleibt der Trost, dass unser Münchener Leben auch nicht ganz freudlos ist. Außerdem ist unsere Reise noch lange nicht vorbei, wir haben noch eine Woche in Fremantle und Perth vor uns mit mehreren schönen Ausflügen, und dann kommt ja noch unsere 5-tägige Bahnfahrt im Luxushotel auf Schienen zurück nach Sydney.
Aber man muss es betonen: Wir hatten einige Vorurteile und Ressentiments bezüglich einer Kreuzfahrt, aber diese, die erste in unserem Leben, hat uns in Allem sehr positiv überrascht. In vielen netten Gesprächen mit anderen Fahrgästen, darunter echte Kreuzfahrt-Experten, erfuhren wir immer wieder, dass wir mit Princess offensichtlich eine der besten Unternehmen und dazu mit Crown Princess eines ihrer besten Schiffe erwischt hatten.
Am Nachmittag hieß es dann für uns Kofferpacken, denn unser Gepäck sollte abends um 9:00 vor der Kabine stehen. Zuvor hatten wir noch eine Einladung in die Adagio Bar zu einer Fare-Well-Party für besondere Gäste. Ein letztes Mal noch feine Getränke und Häppchen bei netten Gesprächen mit anderen Gästen und Crew Mitgliedern. Man kannte sich inzwischen schon gut. Lustigerweise trafen wir heute, am Ende der Cruise, auf die erste deutschsprachige Reisende, eine Unternehmerin aus Wien.
Nach den Cocktails gingen wir, wie gewohnt zum Dinner mit herrlichem Seafood. Auch im Restaurant gab es eine herzliche Verabschiedung von den zwei jungen Frauen, die uns all die Tage so liebevoll und freundlich bedient hatten, – als ob man sich seit Jahren kannte.
Unsere Kabine war inzwischen leer, und wir hatten dort nur noch unser Schlafkleidis und Notzahnbürsten für die letzte Nacht. So war es angesagt, die letzte große Show im Theater zu besuchen. Da traten noch einmal alle Künstler, die wir all die Tage auf den Bühnen, Podien und Bars erlebt hatten. zu einer atemberaubenden Show auf.
Am Ende marschierte eine unübersehbare Zahl von Beschäftigten aller Dienstgrade in ihren Uniformen und unter großem Applaus auf die Bühne. Manche von ihnen kannten wir schon ganz gut.
Dann ins Bett, denn am nächsten Morgen werden wir um 7:00 in Fremantle anlegen, und unsere Reise beenden. Fremantle heißt ein kleinerer Ort mit dem Seehafen bei Perth, wo wir morgen unser nächstes Quartier beziehen wollen.
29. Tag: Ankunft in Fremantle
Um sieben Uhr aufgewacht und unser letztes Anlegemanöver vom Balkon aus verfolgt. Unsere Kabine war nun schon leer, denn unsere Koffer wurden gestern Abend schon abgeholt. Bis 8:30 Uhr mussten wir raus sein, aber es war noch gut Zeit für ein letztes Frühstück. Dann ging es von Bord. Wie alles bisher, war auch der Ausstieg bestens organisiert, bis hin zu einer Mäanderschlange mit Absperrbändern vor dem Taxistand. Die Schlange war allerdings recht lang, da vermutlich alle Taxis der Stadt im Dauereinsatz waren.

Wir erreichten unser Hotel, das langgestreckt auf einer Landzunge zwischen dem Fischerei- und dem Yachthafen liegt. Leider konnten wir so früh noch nicht in unser Zimmer, und leider fing es etwas zu regnen an. Wir konnten aber unser Gepäck unterstellen und einen Schirm ausleihen, den wir aber dann doch nicht brauchten. So gingen wir zu Fuß, mit einem kleinen Stadtplan in der Hand, auf unsere erste Erkundungstour.
Wir erkannten sofort, dass es eine gute Entscheidung war, unser Quartier in diesem charmanten Hafenstädtchen aufzuschlagen, anstatt in der modernen Großstadt Perth. Von unserem Hotel am Hafen war es eine gute Viertelstunde zu Fuß in die Innenstadt. Beim ersten Erkundungsgang gab es schon viel zu sehen in den lebhaften Straßen, die zwischen schön renovierten Häusern zum Bummeln einladen.

Am Nachmittag bezogen wir dann unser wunderschönes Appartement, unmittelbar am Yachthafen mit Blick in die Abendsonne und stellten fest: Der Luxus geht weiter! Wenn wir nach rechts vom Balkon schauen, können wir den See-Hafen sehen und mittendrin unsere Crown Princess, die noch heute Nacht auf ihre Rückreise gehen wird: die ganze Strecke zurück nach Sydney. Wir aber freuen uns nun auf unser nächstes Highlight, die Zugreise nach Sydney, die am Samstag losgehen wird. Jetzt aber erst einmal ein paar schöne Tage in Fremantle mit Ausflügen nach Perth.

Der Sonnenuntergang, so nah am Äquator, ist ein Schauspiel von nur wenigen Minuten. Längst war es stockfinster, aber die vielen bunten Lichter der Hafenlandschaft bildeten ein wunderschönes Glitzermeer. Und plötzlich sahen wir unser Schiff in vollem Licht unmittelbar an unserem Balkon vorbeiziehen, – wunderbar!
30. Tag: Fremantle
Unser Appartement ist mit einer voll eingerichteten Küche versehen, und so wollen wir die nächsten Tage ein wenig der bisherigen Völlerei entsagen und das Frühstück uns selbst zubereiten. Auch für abendliche Brotzeiten bietet sich der Balkon über dem Yachthafen mit Abendsonne und Blick aufs Meer bestens an.
So suchten wir uns erst einmal einen Lebensmittel Supermarkt (die Geschäfte haben hier ja auch sonntags geöffnet) und schleppten den Rucksack gefüllt mit Leckereien, Obst und Weinflaschen nach Hause.)
Der größte Teil der Westküste Australiens besteht aus schroffer Felslandschaft und bietet keine geeigneten Buchten zur Anlage von Häfen, wie wir auf unserer Kreuzfahrt erleben konnten. Für die Seefahrt des 17. und 18. Jahrhunderts muss es eine immer wiederkehrende Katastrophe gewesen sein, wenn die Boote nach der Überfahrt von England oder Holland, die ein Jahr und mehr dauern konnte, hier an der Küste zerschellten. Heute sind über 900 meist holländische Wracks vor der Küste bekundet, und es gibt zu diesem Thema die „Shipwreck Galleries“ die wir noch besuchen werden.
Fremantle ist an der Mündung des Swan River entstanden mit dem auch heute noch einzigen Hochseehafen der Westküste. Dieser versorgt die nahe Großstadt Perth, sowie ganz West-Australien. Perth selbst hat keinen direkten Meereszugang. Es liegt an jenem Swan River, der sich dort zu einem großen See ausgebreitet hat.


In Fremantle besuchten wir die Fremantle Markets in einer historischen Markthalle von 1902. Dort herrschte ein besonderes Flair, das an einen Basar erinnerte. Gassen mit buntem Warenangebot wechselten in Bereiche, wo liebevoll arrangiertes Obst und Gemüse angeboten wurde. Daneben eine Unzahl kleiner Fressläden mit Stehtischen, wo alles geboten wurde, von der chinesischen Frühlingsrolle bis zur German Bratwurst. Nur wenige Kunden waren als Touristen zu erkennen. Die meisten Menschen waren Einheimische mit ihren Familien, die hier ihren Einkauf mit einer Pappdeckelbrotzeit verbanden.
Abends mussten wir unsere Stadtpläne und Internet Maps erkunden, denn wir hatten schon von München aus eine Tagestour ab Perth gebucht und mussten nun herausfinden wo morgen früh der Treffpunkt ist und wie wir dahin kommen.
31. Tag: Ausflug zu den Pinnacles
Wir waren zu der Überzeugung gelangt, dass es doch das Einfachste sei, mit dem Taxi zu unserem Treffpunkt für die heutige Tour zu fahren. Wir sollten um 2 Uhr dort sein, wir fuhren aber schon morgens los, weil die Gegend am Swan River sicherlich schön zum Bummeln sein würde. Und das war sie auch. Von einem riesigen, modernen Baukomplex, der ein Spielkasino, sowie ein Vier- als auch Sechs(!)Sterne Hotel enthält, ging eine wunderbar angelegte und gepflegte Parklandschaft aus. Wir gingen ein gutes Stück entlang dem Swan River auf und ab: Parkflächen mit mächtigen Bäumen, breiten Fuß- und Radwegen, Spielplätzen, Grillplätzen folgen dem natürlichen Uferverlauf des Flusses. Der Fluss hieß früher „Black Swan River“, denn hier liegt das weltweit einzige, natürliche Vorkommen schwarze Schwäne.
Dann wurde es Zeit, sich zum Treffpunkt zu begeben. Außer uns war auch kurz vor dem Termin niemand zu sehen, und es wurde uns etwas mulmig. Dann kam der Bus. Wir waren erleichtert, ihn zu sehen und mehr noch, als wir hinter den dunklen Scheiben schon weitere Fahrgäste erkannten. Es fuhren dann etwa 30 Leute mit Fahrer und einem Reiseführer, nein Conférencier, auf der Küstenautobahn in Richtung Norden. In den Yanchep National Park. Über einen Steg gelangten wir zu einem Freilandgehege mit Koalas. Die hatten wir allerdings im Zoo von Sydney schon besser gesehen. Schön war es dann, als wir über weite Wiesen hinweg zu einer Gruppe von Kängurus kamen, die dort um uns herum hoppelten.



Dann fuhr uns der Bus weiter zur Pinnacle Wüste. Da konnten wir uns nichts drunter vorstellen, wurden aber durch eine magische Landschaft im Abendlich überrascht. Hier stehen in allen Größen spitze Sandsteintürme auf senffarbenem Wüstenboden. Sie sind Relikte von uralten, versteinerten Dünen, die seit Jahrtausenden durch neuen Sand verschüttet wurden. Diese neueren Schichten sind wiederum durch Wind und Erosion abgetragen, so dass die alten wieder frei wurden und ihrerseits zu schmalen Türmen erodiert sind. Wir wurden gewarnt, unbedingt auf demselben Weg zurückzukommen, der durch besondere Ständer mit aufgemalten Emu Fußabdrücken markiert ist. Es war schon nach 5 Uhr, was ein schönes Licht zum Fotografieren bot. Aber um 6 sollte von dort ein einmaliger Sonnenuntergang zu sehen sein, und danach würde es sehr schnell sehr dunkel. Der Sonnenuntergang war allerdings nicht überragend, weil am Meereshorizont eine dichte Wolkenbank lag. Da hatten wir vom Schiff schon schönere Himmel gesehen!


Apropos Emu! Wir waren im letzten Licht schon auf dem Weg zum Bus, als Gundi zwischen den Pinnacles einen Emu entlang spazieren sah. Nur wenige andere Besucher hatten ihn auch gesehen, und so pirschte ich dem großen Vogel hinterher. Es gelang mir, ein paar schöne Fotos von ihm zu machen, während Gundi hinter uns Emu mit Cuno fotografieren konnte.
Tatsächlich haben alle den Bus wiedergefunden, und es ging weiter zum Dinner in ein kleines Städtchen namens Cervantes, genannt nach einem berühmten spanischen Schiffswrack, das den Namen des Autors von Don Quichote trug. Das war ein uriges Ausflugslokal, das gewiss nicht den ersten Reisebus gesehen hat, aber sehenswert war. Die Fish&Chips waren großartig, und das Bier lecker. Wir hatten eine junge Bedienung, die uns ‚Guten Appetit‘ wünschte. Sie war Deutsche und der Liebe wegen von Gelsenkirchen hierher ausgewandert.
Danach gings beim Heimweg nochmal zu den Pinnacles, dieses Mal sollte es zum Stargazing (Sterne gucken) ohne jede Lichtpollution gehen. Aber inzwischen hatten die Wolken fast den ganzen Himmel bedeckt und der Halbmond war eigentlich zu hell. So war auch das zweite Himmelserlebnis leider suboptimal.
Dann gings zurück nach Perth, wo wir beide trotz rasanter Fahrt, im Bus einschliefen. Dann nochmal Taxi nach Fremantle und um Mitternacht zu Hause, ein Absacker und ins Bett.
32. Tag: Lazy Day in Fremantle


Heute war ein fauler Tag, mit einem kleinen Spaziergang durch die Stadt, aber ansonsten gelesen, ausgeruht und unser schönes Apartment genossen. Daher wenig zu berichten, aber ein paar Bilder vom Apartment zum Anschauen.
33. Tag: Museen in Fremantle
Nach dem Frühstück machten wir einem ausgedehnten Spaziergang auf der inneren Mole des Hafens bis zu dem grünen Leuchtturm. Trotz eines kühlen Lüftchens, wurde es schon bald ziemlich heiß, so gingen wir hinüber an einen historischen Pier. Hier steht das Maritime Museum, ein kühner Bau, einem großen Segelboot nachempfunden, erbaut 1983. Der 27. Sept. 1983 war ein bedeutender Tag für die Aussies und ist auch heute ein Quasi-Feiertag. Damals gewann die Yacht Australia II nämlich den America Cup. Zum ersten Mal seit 132 Jahren ging der große Silber Pott an ein anderes Land als die USA.


Als wir dann im Museum waren, sahen wir die Yacht dort drinnen stehen und sahen, dass das riesige Dach um die Yacht herumgebaut war. Wir hätten nie gedacht, wie groß so eine Rennyacht ist.
Aber wir sahen auch viele andere interessante Ausstellungsstücke. Einer ausgestellten Einhand-Yacht sah man an, dass sie schon einiges an Stürmen mitgemacht hat. Sie hält den weltweiten Streckenrekord eines Segelbootes. Der Eigner lebt heute 80-jährig in Fremantle und ist ein lokaler Held, weil er mit diesem Boot siebenmal die Erde umrundet hat.

Danach hatten wir noch nicht genug von der Seefahrt und besuchten ein recht bedrückendes Museum, das “Fremantle Ship Wreck Museum”. Hier wird eine Dokumentation gezeigt über die geschätzten 600 Schiffe, die im 17. und 18. Jhdt. beim Versuch der Landung an der wilden Küste zerschellt sind. Sehr interessante Videos über die Tauchbergungen einzelner Objekte, von Silbermünzen bis zu Kanonen. Alle Gegenstände sind liebevoll ausgestellt und erklärt. Das war ein schöner Tag mit tollen Eindrücken.
34. Tag: The Fremantle Prison und Abschied
Noch ein historisches Highlight haben wir uns angesehen. Wie das Schiffswrackmuseum auch eng verbunden mit der Geschichte Australiens und auch etwas gruselig: Das alte Gefängnis von Fremantle.
Die ersten von fast 10.000 männlichen Sträflingen wurden 1850 als Arbeiter in die Gegend gebracht, um die Kolonie am Swan River aufbauen zu helfen. Ihr erstes Projekt war der Bau ihres eigenen, künftigen Heims, des „Convict Establishment“, das später in Fremantle Prison umbenannt wurde.


Das Fremantle Prison wurde erst 1991 geschlossen. Es wurde bis dahin 136 Jahre lang ununterbrochen als Ort des Freiheitsentzugs und der Bestrafung genutzt. Die historische Stätte des Fremantle Prison ist heute das wichtigste Kulturerbe Westaustraliens, die jedes Jahr von hunderttausenden Menschen besucht wird. Das Fremantle Prison wurde 2010 als erstes Gebäude in Westaustralien in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Es ist eine von elf Stätten, die zusammen Australiens Weltkulturerbe von Sträflingsstätten bilden.

Abends ging es ans Kofferpacken, das einige Logistik verlangte, weil wir auf der Bahnreise nur einen Koffer mit ins Abteil nehmen können, die zwei anderen kommen während der Fahrt unerreichbar in den Gepäckwagen. Wir haben damit heute schon begonnen, weil für den morgigen Tag eine Bootsfahrt geplant ist, die bis in den Abend dauern wird.
35. Tag: Bootsfahrt auf dem Swan River
Diesen Ausflug hatten wir schon von München aus gebucht, und dabei nicht bedacht, dass er nicht von unserem Fremantle, sondern von Perth aus geht. So mussten wir morgens erst einmal mit dem Taxi nach Perth und den richtigen Pier finden. Das hat aber gut geklappt, und wir sahen ein voll verglastes Ausflugsschiff, das innen an langen Tischen festlich eingedeckt war. Unsere Sorge wuchs allerdings, als nach und nach immer mehr Menschen um das Boot herumstanden. Sie war aber unbegründet, denn bald wurden wir einzeln auf das Boot gelassen und an unsere Plätze geführt, während die Meute offenbar auf ein anderes Boot ging. Schnell saßen wir auf den Plätzen und die junge, charmante Crew – selbst die Kapitänin war keine 30 – ging beständig auf und ab, um unsere Gläser nachzufüllen. Damit schwand auch meine zweite Sorge: Das Ziel der Reise sollte eine Weinprobe in einem renommierten Weingut sein – Eine Weinprobe nach zwei Stunden Bootsfahrt, das hätte eine trockene Angelegenheit werden können! So aber breitete sich schnell eine Riesenstimmung aus, während wir bei fantastischem Lunch und stets gefüllten Gläsern nordwärts aus der Stadt schipperten. Wir hatten wieder sehr nette Tischnachbarn, einige Leute kannten wir schon von der Cruise, so dass wir uns wieder gut unterhalten konnten. Deutschland, und zudem noch Munich, Bavaria, Oktoberfest, bietet verlässliche Anknüpfungspunkte für amüsanten Smalltalk.


Die schwarzen Schwäne, die wir schon in den Parks am Fluss sahen, wurden inzwischen abgelöst durch Ibisse, Kormorane, Reiher und Pelikane, die sich an den immer näherkommenden Flussufern zeigten. Es dürfte schwierig sein, eine solch unzerstörte Flusslandschaft in Europa zu finden. Der Fluss wurde langsam so schmal, dass man die Kapitänin bewundern musste. Schließlich gelang ihr, noch ein scharfes Wendemanöver, und wir konnten anlegen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nach dieser weinfröhlichen Anfahrt, die drei edlen Sorten eigentlich nur noch anhand der Farbe unterscheiden konnte. Und falls einer glaubt, die Rückfahrt nach Perth verlief irgendwie anders? – Gefehlt!
36. Tag: Beginn einer epischen Bahnreise mit dem Indian Pacific
Zuerst ein paar Daten über den INDIAN PACIFIC: Bahnreisen über die ganze Breite Australiens wurden schon vor über hundert Jahren ermöglicht. Zu Beginn des 20. Jhdt war Westaustralien eine isolierte Kolonie, die dringend eine Anbindung an die anderen Staaten Australiens brauchte und außerdem einen sicheren Weg, das Gold zu transportieren, das in Kalgoorlie und Umgebung abgebaut wurde. Der Erste Weltkrieg beschleunigte den Ausbau der Ost-West Verbindung, die schließlich 1917 fertiggestellt war. Wenn damals jemand von Sydney nach Perth reisen wollte, musste er mindestens acht mal umsteigen, weil jeder einzelne Streckenabschnitt sein eigenes Bahnsystem hatte, mit eigenen Lokomotiven, eigenen Waggons — und eigener Spurweite! Erst 1970 wurde die Spurweite standardisiert. Der Indian Pacific war der erste Zug, der im Februar 1970 die Strecke als Hotelzug in einem durchfuhr. Seitdem fährt er die Strecke Sydney-Perth wöchentlich. Eine Woche hin, die nächste Woche zurück.

Strecke: 4.352km, Zuglänge: 665m, 30 Waggons.
So, inzwischen sitzen wir seit 2 Stunden im Flieger Richtung Heimat. Wir haben es uns in den geräumigen Kojen eingerichtet, und hatten gerade ein 4-gängiges Lunch. Jetzt gibt es vier Möglichkeiten für mich: Lesen, Schlafen, Fernsehen oder den PC hervorholen und zu schreiben. Das will ich tun, denn ich habe noch nicht über unsere 5-tägige Bahnfahrt berichtet. Es ist auch eine gute Uhrzeit, denn meine treuen Leser in Deutschland schlafen um 6 Uhr früh noch! (Außer Gübi. Der spielt gerade Klavier, falls er die Süddeutsche schon ausgelesen hat.)
Ja, mit meinen Berichten bin ich leider etwas ins Hintertreffen geraten. Im Zug gab es zwar ein brauchbares WIFI, aber leider nur im Salonwagen. Da wollte ich mich aber nicht stundenlang mit meinem Notebook niederlassen. So dachte ich, die viele Zeit im Flieger auszunutzen. Das WIFI hier über den Wolken ist aber recht langsam und taugt nicht, die Fotos hochzuladen. So werde ich, soweit mich nicht der Schlaf übermannt, hier ein wenig offline schreiben. Mein Reisetagebuch kann ich erst zu Hause fertigstellen.
Letzten Samstag ging es also morgens mit dem Taxi zu einem bestimmten Bahnhof in Perth, wo wir zwischen eins und drei beim Indian-Pacific einchecken sollten. Das Kofferpacken am Abend zuvor bedurfte einiger Logistik, denn wir können nur einen Koffer mit ins Abteil nehmen, die zwei anderen müssen in den Gepäckwagen. (Dass wir den größten wählten war suboptimal, aber davon später mehr.)
Als wir am Sonderschalter der Asian-Pacific eingecheckt hatten, wurden wir zum überdachten Bahnsteig geleitet, wo sehr viele Tische und Stühle bereitstanden für eine Welcome Party, die nach und nach auf Hunderte von Leuten anwuchs. Auch hier trafen wir auf bekannte, nette Gesichter, die wir schon von der Cruise her kannten. Die Stimmung erreichte mit MTM ( Musi, Trink und Mampf) sehr schnell wieder das fröhliche Niveau, dass so offensichtlich zu Australien gehört wie das Känguru. – Und es waren noch zwei Stunden bis zur Abfahrt des Zuges! – Welchen Zuges? Wir saßen alle vor einem interessanten, aber doch leeren Gleis!
Dann endlich kam er leise und im Schritttempo herangerollt und – hörte gar nicht mehr auf. Als er endlich etwa mittig vor uns stand, war weder Anfang noch Ende des Zuges in der Ferne zu sehen. 665 m lang, 30 Waggons, gezogen von einer einzigen dieselelektrischen Lokomotive im Monster Format. Das hatte ich mir nicht vorstellen können. Zu beiden Seiten unserer Partyzone entstand nun viel Leben an dem Zug, denn er war tatsächlich in diesem Moment aus Sydney angekommen, mit lächerlichen 15 Minuten Verspätung nach über 4350km, das schafft mancher ICE leicht nach 40km.


Bis zu unserer Abfahrt durften wir eine weitere Stunde bei MTM ‚ausharren‘, denn jetzt mussten zunächst die eben angekommenen Passagiere aussteigen, und der Zug für die 5-tägige Rückreise vorbereitet werden. Allein die Organisation dieses “Room Service” auf 600m mag man sich nicht vorstellen. Es rückte ein Bataillon von Putzleuten an, bewaffnet mit unzähligen Staubsaugern, Eimern und Säcken, die die Abteile reinigten, Betten bezogen und die Badezimmer mit frischen Handtüchern versorgten. Andere putzten sämtliche Fenster von außen.
Dann wurden an bestimmten Stellen Rampen bereitgestellt, und junge Damen mit braunen Hüten im Aussie-Look wiesen uns zu unseren Abteilen. Wir waren begeistert, wie perfekt und entspannend alles organisiert war. Wir machten die Tür zu unserem „Gold“ Abteil auf — und bekamen eine ausgesprochene Schnappatmung. Schön zwar, dass unser Koffer schon im Abteil bereitstand, aber er war zugleich auch Teil unseres Schreckens.
Auf unserer bisherigen Reise haben wir uns gerne an Suiten von mindestens 30qm gewöhnt, und nun stand da ein Koffer, der die Hälfte unseres Abteils in Anspruch nahm! Anstatt „Platin“, das ausgebucht war, haben wir „Gold“ gebucht. Da gibt es nicht das Doppelzimmer, das gern im Prospekt gezeigt wird, sondern eine 3-sitzige Bank, die nachts in zwei Etagenbetten übereinander verwandelt wird, links davon ein großes Fenster mit Klapptischchen und gegenüber die Tür zu Bad, Dusche und Toilette in Einem. Rechts daneben noch der Einbauschrank, der angesichts unseres Koffers zu Puppenhaus-Dimensionen schrumpfte.
Aber wir haben uns doch bald von diesem Schrecken erholt und versuchten unser Geraffe unter Zuhilfenahme jeder kleinsten Nische und Ablage unterzubringen. Zum Aufhängen musste jede hervorstehende Schraube oder Kante als Haken missbraucht werden, denn es gab nur vier Kleiderbügel im Schrank – und ich allein hatte schon vier Saccos dabei, weil wir ja an vier Abenden mit den gleichen Leuten im Restaurant und im Salonwagen sitzen würden, da wollte ich nicht immer das Gleiche anhaben.
Aber mit der nötigen Kreativität und Geduld haben wir alles untergebracht, und sogar noch Platz für den leeren Koffer gefunden.
Aber die Frage der Garderobe war auch so ein Trugbild, das ich aus dem Prospekt mitgenommen hatte! Und so erschienen die zwei einzigen Europäer ordentlich gekleidet zum unserem ersten Dinner, während rings um uns herum in den stilvollen Waggons ein unglaublich brutaler Aussie-Look vorherrschte: Barfuß in Badelatschen, T-Shirts, Baseball-Käppis, Arme und Schultern gerne auch tätowiert und unter den kurzen Schlabberhosen zeigte man stolz seine Bandagen, Krampfadern und andere medizinische Probleme. So erschienen sie tatsächlich zum 5-gängigen, eleganten Dinner! Wir nannten sie Unterhosen-Cowboys, denn es waren vorwiegend die Männer, die irgendetwas beim Dresscode nicht verstanden hatten. Uns, und wohl auch die Crew, hat das sehr geärgert, denn wir bekamen von ihnen ausdrückliche Komplimente für unser Aussehen!
Aber so viel im Voraus: es blieb bei diesen zwei Ärgernissen für die nächsten Tage. Von jetzt an gibt es nur noch Schönes zu berichten! – und Lustiges: In diese Kategorie gehört auch unser späteres Zu-Bett-Gehen. Aber noch rumpelten wir durch eine unendliche Finsternis mit blassem Mondlicht, ohne auch nur das kleinste Licht, als Zeugnis menschlicher Besiedelung, zu entdecken. Wir waren schon im tiefen Outback, den Nullarbor Plains.
Als wir nach dem ausgezeichneten Dinner in den Salon-Wagen nebenan gingen, fanden wir unsere „Zellennachbarn“ bei guten Drinks und lustigem Plausch und gesellten uns dazu. Und wieder: Oh, Munich, Bavaria, Hofbräuhaus, Oktoberfest…
Organisiert ist der Zug prima. Nach jeweils drei Waggons mit Abteilen, sind hintereinander ein Salon-, ein Restaurant- und ein Küchenwaggon gekoppelt, mit den entsprechenden Kapazitäten für die Abteile. So sind die Wege in den schwankenden Gängen kurz, und es gibt keine Gedränge im Salon oder Restaurant.
Zurück in unserem Abteil, hatte die Crew schon unsere Betten aufgeklappt und an der Fensterseite eine stabile Leiter für das obere Bett angebracht. Im Bad funktionierte alles, sogar die Dusche war optimal, eine gewisse Körperbeherrschung allerdings vorausgesetzt.
Der Zug fuhr eigentlich nicht sehr schnell. Er bot uns aber ein gewaltiges Klangorchester, das auch einen Eisenbahn-Fan wie mich herausforderte. Gundi versuchte mit extra starken Ohrstöpseln, ich (einfacher) mit der Herausnahme der meinen, den Geräuschen etwas zu entgehen. Schwieriger wird es werden, sich mit den chaotischen Bewegungen des Part de deux von Rad und Schiene zu arrangieren, der zeitweise den Verdacht aufkommen ließ, als seien die Räder achteckig! Das versprach eine wilde Nacht zu werden! (Reumütige Gedanken an den gescholtenen ICE beschlichen uns.)
Und so krabbelten wir in unsere Betten, ich hatte zuvor noch die Herausforderung, den Aufstieg nach oben zu meistern, der mir, einem vollgefressenen Koala gleich, doch gut gelang, wenn man davon absieht, dass ich auf statt unter der Bettdecke zu liegen kam, und es gar nicht einfach war, mich drunterzuwurschteln. Ich hatte ja noch viermal die Gelegenheit, den Prozess zu verbessern…
37. Tag: Erstes Erwachen im Outback
Beide haben wir, trotz des immerwährenden Gerumpels, sehr gut geschlafen, obwohl Gundi morgens behauptete, der meiste Krach sei von oben gekommen! Ich weiß gar nicht, wie sie das wohl gemeint hat!!!
Der erste Blick aus dem Fenster: Sonnenaufgang! Über dem Meer? Nein, es ist Land! – Rote Erde, Felsbrocken, kleine Büsche, ansonsten platt bis zum Horizont. Seit gestern Abend fahren wir schon durch die riesige, baumlose Nullarbor Ebene. (Null arbor = Null Baum)
Die Behauptung, Perth sei die abgelegenste Großstadt der Welt ist plausibel: Im Norden und Süden unbesiedelte Küste, im Westen der Ozean und im Osten beginnt in 40km das Outback.
Aber Halt! Heute mussten wir früh raus, es wird ein langer Tag mit viel Programm. Wir haben ja eine Reihe von Ausflügen gebucht, die entlang der Wegstrecke organisiert werden. Oft gibt es mehrere Alternativen, und für uns ging es heute früh um 7 Uhr raus. Nur eine Tasse Kaffee im Bauch, so stiegen wir in bereitstehende Busse. Alles wieder perfekt organisiert mit genauer Registrierung, damit kein Rentner in der Wüste abhanden kommt.


Es ging mit dem Bus aus Kalgoorlie hinaus in die rote Wüste bis wir in eine Industrielandschaft kamen. Wir waren an einer der größten, aktiven Goldminen angekommen. In einem Werkshof bekamen wir ein paar Schnittchen und ein paar Gläschen und konnten zwei der Fahrzeuge bewundern und begehen, wie sie in der Mine im Einsatz sind: Ein Muldenkipper und ein Radlader, beides in riesiger Größe. Danach gings noch mal in den Bus, und wir fuhren an den Rand des „Super Pit“. So heißt der kolossale Tagebau, aus dem seit 1989 Gold abgebaut wird. Der offene Trichter hat einen Durchmesser von 3,7km. Zuvor bekamen wir Schutzbrillen verpasst, wegen des fliegenden Sandes, und Helme auf den Kopf, weil es vermutlich einfach schick aussah.

Zurück im Zug, gab es ein vorzügliches und reichhaltiges Lunch. Und so saßen wir im Speisewagen und schauten aus dem großen Fenster. In der Gleichförmigkeit des vorbeiziehenden Bildes sucht das Auge nach Besonderem, und bleibt höchstens an einem eigenartigen Busch oder Felsen hängen. Man sucht nach Tieren, aber keines ist zu sehen. (Kängurus werden wir allerdings an späteren Tagen noch viele vom Zug aus sehen können.) Es sollen hier auch Emus, wilde Ziegen, Dingos, ja sogar wilde Kamele geben, die früher mal eingeführt, dann freigelassen wurden. Die Kamele gelten in bestimmten Gegenden inzwischen als Plage. So werden sie heute eingefangen und für gutes Geld an Saudi Arabien verkauft.
Und noch ein Weltrekord: Wir fahren gerade über die längste Geradeaus-Strecke der Welt (478km) auf Schienen. Muss man sich mal vorstellen: München – Frankfurt ohne eine einzige Kurve!


Der Zug erreichte gegen Abend Cook. 1917 gegründet als Versorgungsstützpunkt der Bahn gab es dort ein paar Wohnhäuser, eine Schule, ein Krankenhaus und ein Kaufhaus. Als man 2009 beschloss die Gemeinde aufzulösen, hatte sie noch vier Einwohner. Dennoch ist Cook keine Geisterstadt, denn sie wird turnusmäßig von Service-Leuten der Bahn bewohnt. Die hatten nun einen von Fackeln gesäumten Weg vom Zug ausgehend gesteckt, wo wir nach dem Dinner zu einem Feuer und Stehgetränken geführt wurden. Es sollte eine kleine Sterngucker-Party werden. Heute war der Himmel klar, wenn auch der Mond noch etwas zugenommen hat, und auch das Feuer etwas störte, aber schön wärmte. Ein Australischer Barde trug schöne Country Songs vor. Wir konnten aber das „Kreuz des Südens“ sehr gut sehen und waren wirklich fasziniert von diesem Sternenhimmel. Kein Wunder, dass wir in München immer nur vier Sterne sehen, wenn die sich alle hier unten herumtreiben!
38. Tag: Weinprobe und Dinner im Barossa Valley
Die Reise ging noch in der Nacht weiter. Als die Sonne aufgeht, befinden wir uns in einer komplett anderen Landschaft, im Barossa Valley. Ein „Tal“ zu durchqueren, bedeutet hier schon einmal eine Tagesreise mit der Bahn! Bekannt ist das Valley als eine der wichtigsten Weinbaugebiete Australiens. Es zeigt eine fantastische Landschaft aus Weinfeldern, sanften Hügeln, idyllischen, historischen Städten, die den Charme und Charakter der Gegend ausmachen. Es gibt hier über 150 Weingüter. Angebaut wird hauptsächlich Shiraz, Chardonnay Grauburgunder und Riesling. (Letzterer ist aber nicht für unseren Geschmack, er gehört in den Rheingau!). Zwischen den weiten Kulturflächen mit ausladendem Ackerbau, liegt dann immer wieder naturbelassene Wildnis mit Wiesen und Bäumen. Hier sahen wir dann auch viele Kängurus in großen Gruppen herumstehen.

Hier im Weinbauland gibt es viele historische Bindungen auch zu Deutschland, die z.B. im Namen des Weinguts anklingen, zu dem wir am Nachmittag aufbrachen: „Seppeltsfield”. Das Weingut wird heute in achter Generation eines deutschen Winzer-Vorfahren geführt.
Hier sollte es zur Weinprobe mit Dinner gehen. Dazu standen am Nachmittag an einem namenlosen, 600m langen Bahnsteig im Nirgendwo wieder ein Parkplatz voller weißer Busse bereit, um uns in 2-stündiger Fahrt zum Weingut zu bringen. Wir kamen an einem bombastischen Weingut an, das wie ein Schloss in einer weitläufigen Parkanlage lag. Es folgte ein Sektempfang auf einem Rasen und danach eine Weinprobe an vier großen kreisrunden Bartresen in der Halle. Der Chef des Weingutes hielt eine launige Rede und führte uns durch die Produkt-Beschreibungen dreier Weine, die wir vor uns fanden.


Anschließend wanderte die ganze Meute durch den Park in eine große, hübsch dekorierte Lagerhalle, mit langen Tischen, deren festliche Eindeckung Vorfreude aufkommen ließ. Und tatsächlich wurde bald ein mehrgängiges Dinner von höchster Qualität aufgefahren. Glücklicherweise hatten wir die Probiergläser nicht mitnehmen müssen, sondern es wurde bei Tisch gut und beständig ein- und nachgefüllt.
Bald erklang Tanzmusik von einer Drei-Mann-Band… – und wer Gundi kennt, weiß, dass sie mit den ersten Klängen locker zur Tanzfläche swingt, – und wer mich kennt, weiß, dass ich in solchen Situationen lieber auf mein Weinglas aufpasse!

Die Busse fuhren uns spät abends auf einer anderen Strecke zum Bahnhof von Adelaide. Hierher war inzwischen unser Zug gerollt. Alle einsteigen, die Fahrt geht weiter. Noch eine letzte, große Anstrengung: die Leiter zu erklimmen, und es war Nachtruhe! (Naja, sagt Gundi…)
Es gibt eine interessante Tradition im Seppeltsfield Vinary, das 1851 gegründet wurde und damit einer der ältesten Betriebe dort ist.
1870 begann der damalige Winzer ein kleines Kontingent besonders guten Weines in einem verschlossenen Keller zu lagern und nicht zu verkaufen. Das wurde seitdem mit allen Jahrgängen über alle Generationen hinweg fortgeführt, so dass das Weingut im Jahre 1970 eine erste Auktion von hundertjährigem, eigenem Wein veranstalten konnte. Durch die Kontinuität der Einlagerungen, kann das Weingut seit dem mit großem Zeremoniell eine jährlich Auktion von hundertjährigem Wein veranstalten. (Preis pro Flasche ca. 1800$) – Unternehmertum mit erstaunlicher Weitsicht!
39. Tag: Ausflug in Broken Hill
Wieder wachten wir aufan einem abgelegenen Bahnsteig, und wieder sahen wir eine Phalanx von Bussen bereitstehen. Wo die nur alle herkamen in dieser Wildnis? Wir waren in Broken Hill angekommen, einem ehemaligen Bergbaustädtchen rund um eine Silbermine, die aber heute keine Bedeutung mehr hat. Heute ist es ein Zentrum für Lebens- und andere Künstler geworden. Dieser Teil der Wüste lag vor Millionen von Jahren unter einem Meer, und so ist auch heute der Salzgehalt im Boden so hoch, dass nichts wächst außer einem besonderen Gestrüpp, dem essbaren Salt Bush. Davon später mehr.

Es ging heute wieder früh los, dieses Mal aber nach einem prächtigen Frühstück im Speisewagen. Die Fahrt ging durch den Ort und hinaus in die Wildnis. Am Parkplatz angekommen gingen wir mit einigen Leuten einen angrenzenden Hügel auf markiertem Weg hinauf. Der Rest konnte auch außen herum mit dem Bus hoch fahren. Der Hügel sah eigentlich nicht hoch aus, der Weg zog sich aber doch gute 40 Minuten lang. (Mir hat’s gereicht!) Oben auf einem Parkplatz angekommen hatten wir eine herrliche Aussicht in eine grenzenlose Landschaft. Alle Busse waren auch da, was mich beruhigte, so brauchten wir nicht wieder den ganzen Weg hinablaufen. Mit dem Bus waren auch einige Serviceleute mitgekommen, die bereits Tische mit Obst und Erfrischungsgetränken (und natürlich auch Sekt für Gundi) aufgestellt hatten. Nach dieser kleinen Stärkung ging es noch einmal weiter hinauf auf ein Plateau mit Felsen und Wiese. Hier standen, eindrucksvoll positioniert, eine große Zahl interessanter Skulpturen. Diese wurden von weltweit angereisten Bildhauern während eines Symposium in Broken Hill geschaffen. In unterschiedlichsten Motiven und Größen vereinte alle nur Eines: Das Material. Alles war aus dem gelben, grob gewachsenen Sandstein des ehemaligen Meeres gehauen. Das anzusehen, zumal im flachen Morgenlicht, hat uns sehr beindruckt.
Danach gings in die Busse zu einem Lokal in der Stadt, dem „Old Salt Bush“. Das war nicht nur Name, sondern zugleich Programm. Die engagierte Chefin des Hauses beschrieb uns in einer emotionalen Rede ihre Mission. . Ihr Ziel ist es, Gewürze dieser Region die schon die Aborigines kanntenwieder populär zu machen. Besonders aber den Salt Bush wieder in die heutige Küche zurückzubringen. Er wird fein gemahlen und gibt einen salzigen, sehr aromatischen Geschmack. Hier werden weit über die lokalen Grenzen hinweg Kochseminare gegeben. Wir erhielten Kostproben von allen Gewürzen, die, wenn nicht salzig doch ganz schön nach Wildnis schmeckten. Dann gab es auch ein Mittagessen, zubereitet unter diesen Premissen. Na ja, hat trotzdem gut geschmeckt!


Die Busse brachten uns danach in weiterer Besichtigungsfahrt zurück zum Zug, wo wir gemütlich im Klubsessel bei einem Cocktail auf die vorbeiziehende Landschaft schauten, die nun immer hügeliger wurde, so dass unsere Lok erstmalig Verstärkung durch eine Vorspannlok erhielt.
Es war unser letzter Abend im Zug, und das Abschieds-Dinner war wieder grandios. Danach gings nochmal kurz in den Salonwagen, dann aber bald in unsere Kabine. Wir mussten nämlich noch unseren Koffer packen, weil dazu am nächsten Tag keine Zeit mehr sein würde, denn es stand noch ein letztes Highlight auf dem Programm…
40. Tag: …in die blauen Berge fahren wir…
Unser Koffer ist gepackt und macht sich in der Kabine wieder breit. Er wird mit unseren zwei anderen im Gepäckwagen ohne uns nach Sydney reisen, denn wir werden nach dem Frühstück den Zug verlassen und nicht zurückkehren. Es geht auf eine Tagesexkursion in die Blue Mountains. Und abends fährt uns ein Sonderzug nach Sydney, wo wir unsere Koffer (hoffentlich) wiedersehen werden.
Der Bus fährt uns tief in die Berge. Wir erleben eine monumentale Bergwelt aus gelbem Sandstein eingebettet in dichtem Regenwald. Diese Landschaft gehört zum World Heritage, und ist wirklich einmalig. Und ja, über den Wäldern im Tal liegt tatsächlich ein bläulicher Schimmer. Man sagt es seien die ätherischen Dämpfe der viele Eukalyptus Bäume.


Wir wundern uns, dass uns der Bus an einer normalen Wohnstraße entlässt. Wir gehen ein paar Stufen hinauf und sind in einem großen Empfangsgebäude vom harme einer Einkaufsmall mit Essbereichen und Souvenir- Ständen. Man fragt sich, was man hier eigentlich soll, und noch ein paar Schritte hinter dem Ausgang bleibt uns fast das Herz stehen. Was aussieht wie eine große Fototapete ist real. Wir blicken in eine tiefe, grüne Schlucht mit Felsen und Wasserfällen. Wir besteigen eine horizontal fahrende Seilbahngondel, genannt Skyway, die uns über diese grünr Schlucht auf das gegenüberliegende Plateau bringt. Die Rundumsicht ist atemberaubend! Von hier aus sehen wir schon die berühmten „Three Sisters“, drei freistehende Sandsteintürme am Rande der Schlucht. Ein weiter Blick eröffnet sich in eine Art Canyon. Unten tiefes, geschlossenes Grün und oben ringsherum ein Felsplateau aus gelbem Sandstein. Kaum hat man diesen 360 Grad Anblick auseichend bewundert, geht es von einer Terrasse aus zu einer Bergbahn, die uns steil nach unten auf die Talsohle bringt. Es ist eine Seilbahn auf Schienen, die, (Achtung Weltrekord) = mit 52 Grad, 128% Gefälle die steilste Personen Seilbahn der Welt ist. Historisch war es eine Bahn, die die Bergleute zu ihrem Kohleschacht tief unten auf die Talsohle brachte.


Unten angekommen, gingen wir auf einem Board Walk durch den Regenwald. Leider wussten wir nicht, dass der recht kurz war, und so konnten wir unsere Zeit schlecht einteilen. Es gab nämlich sehr viel zu sehen und auch auf Schautafeln zu lesen, da hätten wir uns gerne etwas mehr Zeit gelassen. Der Weg endete schließlich an der Talstation, einer Seilbahn, die uns wieder nach oben auf die Terrasse brachte. Zurück ging es wieder mit dem Skyway über die Schlucht.

Wir hatten noch Zeit, auch hier oben noch ein wenig zu gehen und die fantastischen Ausblicke zu genießen. Der Bus brachte uns zu einem Restaurant, wo wir ein spätes Mittagessen bekamen und dann später zu einem Bahnhof. Hier kam bald unser Sonderzug nach Sydney, wo wir am Abend eintrafen. Alle drei Koffer warteten schon auf uns.
Unser Hotel für die letzte Nacht in Sydney war nicht weit, und so rollerten wir unser Gepäck über ein paar Straßen zu unserem Hotel. Während sich Gundi der Anziehungskraft des Hotelschwimmbades nicht entziehen konnte, saß ich am eleganten Hotelschreibtisch, futterte eine Packung Erdnüsse aus der Minibar für 8 Dollar und schrieb ein wenig an meinen Berichten, die etwas vernachlässigt waren.
41. und 42. Tag: Zwei Tage Heimflug
Nach einem Frühstück in unserem Stadt-Hotel in Sydney ging es per Taxi zum Flughafen. Wir wollten gut zwei Stunden vor Abflug dort sein. Das Einchecken beim Business-Schalter ging aber so schnell, dass wir eigentlich viel zu früh da waren. Schön auch, dass unsere drei Koffer gleich eine Banderole mit MUC erhielten, so brauchten wir uns bei der Zwischenlandung in Singapur nicht um unser Gepäck zu kümmern.
Wir gingen also in die Lounge der Singapore Airlines, um auf den Abflug zu warten. Dort fanden wir ein großes Frühstücks Buffet vor, so dass wir uns eigentlich das teure Frühstück im Hotel hätten sparen können. Wir nahmen nur eine Kleinigkeit und suchten uns eine stille und bequeme Ecke, um noch ein bisschen Schlaf nachzuholen.

Dann ging es zum Boarding, wieder privilegiert über eigenen Zugang, in den vorderen Teil des Fliegers, und wir richteten uns in unseren Kojen ein. Kaum in der Luft wurden schon unsere Tische eingedeckt zum 3. Frühstück des Tages: Weiße Tischdecken, Stoffservietten, Metallbesteck und Porzellan, – alles, wie wir es schon beim Hinflug genießen konnten.
Es stand uns nun ein sieben-stündiger Flug nach Singapur bevor, wo wir zum Frühstück (!) ankommen werden. Irgendwie kommt man mit der Zeitrechnung nicht mehr mit. Man versucht die reine Flugzeit mit der lokalen Zeit rechnerisch in Einklang zu bringen. Auf der Armbanduhr hat man noch Sydney-Zeit, das Handy zeigt, dank vorhandenem W-LAN rückläufige, lokale Uhrzeiten, und der Infoschirm sagt, dass man am nächsten Tag morgens in Singapur sein wird. Mit solch paradoxen Gedanken bin ich sehr bald im bequemen Liegesitz entschlummert, während Gundi sich schon gleich nach dem Frühstück das Bett bauen ließ!
So ging für uns der lange Flug mit Lesen, Schlafen, Fernsehen, Essen tatsächlich ‚wie im Fluge‘ vorbei, und wir erreichten Singapur am Freitag Morgen ziemlich entspannt, satt und ausgeruht. Wir hatten nun sieben (!) Stunden Aufenthalt, bis zu unserem Anschlussflug nach München. Das ist eine lange Zeit im Flughafen, doch zu kurz, um den Flughafen zu verlassen. (Dachten wir.)
Wir hatten gehört, und Bilder gesehen, von der Welt größtem Indoor-Wasserfall, den es hier im Flughafen gibt. Den wollten wir uns ansehen, wir hatten ja genügend Zeit. So gingen wir los und suchten nach irgendeinem Hinweis, wie man ihn findet, – nichts zu sehen! Wir fragten mehrmals und erhielten widersprüchliche Wegbeschreibungen. Wir fuhren mit der Skytrain zu anderen Terminals, aber auch hier kein einziges Schild, also wieder frustriert zurück zu unserem Terminal 3.
Nach weiterem Fragen erfuhren wir endlich, dass sich der Wasserfall gar nicht im Flughafen, sondern in einer benachbarten Einkaufs-Mall befindet. Damit erklärt sich das Fehlen jeglicher Hinweise, denn der Flughafen beherbergt Hunderte von Geschäften und hat wohl kein Interesse, die Kunden außer Haus zu schicken. Aber was heißt jetzt eigentlich ‚außer Haus‘? Natürlich, wir waren im internationalen Bereich des Flughafens und mussten jetzt nach Singapur „einwandern“! Beide mussten wir ein umfangreiches Immigration-Formular ausfüllen mit Fragen, ob wir ansteckende Krankheiten hätten, wie unser Kontakt in Singapur heißt, oder mehr als drei Monate bleiben wollten! Dann ging es zur automatisierten Zoll- und Passkontrolle mit Fingerabdruck und Fotokontrolle – und waren nun berechtigt, drei Monate in Singapur zu bleiben. Wir wollten doch nur sieben Stunden bleiben, wovon drei inzwischen vergangen waren.


Über endlos lange Rollbänder erreichten wir schließlich das Einkaufszentrum und sahen nun diesen wirklich imposanten Wasserfall, der da aus einer riesigen Glaskuppel als ein Zylinder aus Wasser aus 40 Metern Höhe zu Boden stürzt. Die Wände des Rundbaus sind dschungelartig in mehreren Ebenen mit echten Pflanzen bewachsen. Die einzelnen Ebenen kann man über Treppen und Fahrstühle erreichen. Sie bieten rundherum neue Ausblicke auf das herabstürzende Wasser in der Mitte und das wilde Grün gegenüber. Die Illusion, sich in einer beeindruckenden Natur zu bewegen, wird allerdings getrübt durch Lärm und Gerüche aus den vielen Restaurants und Bars, die auf allen Ebenen ringsherum angeordnet sind. – Natürlich es ist schließlich ein Shopping-Center!
So blieben wir nicht allzu lange hier und begaben uns zurück zur automatisierten Einwanderungsbehörde, die uns zum Glück auch wieder ausreisen ließ. Wir gingen zur Lounge, die wir schon vom Hinflug kannten, luden uns ein leckeres Tellerchen auf und suchten ein gemütliches Eckchen, um unsere Akkus und die unserer Handys ein wenig aufzuladen.
Irgendwie kam dann doch die Zeit für unseren Weiterflug. Ein neues Flugzeug, aber mit der gleichen komfortablen Ausstattung, charmantem Service und gehobener Verpflegung. Auch die jetzt noch fälligen elf Stunden Flugzeit vergingen entspannt und angenehm im Liegen. Bis wir früh morgens in München gelandet waren. Nach einem erleichternden Wiedersehen mit unseren Koffern, ging es mit der S-Bahn zur Donnersberger Brücke und von dort rollerten wir unsere Koffer nach Hause. – Nach sechs Wochen waren wir wieder daheim!
Wieder Daheim
Nach sechs wunderbaren Ferienwochen sind wir wieder gut zu Hause angekommen. Etwas erschöpft zwar, – das männliche Känguru ist schließlich 81 Jahre alt – aber voll mit schönen Erlebnissen und lange anhaltenden Erinnerungen. Auch mit Dankbarkeit, das große Abenteuer ohne Pannen bei bester Gesundheit gemeistert zu haben.
Unser gründlich vorbereiteter Reiseplan erwies sich als optimal. Wir haben unendlich viel gesehen von diesem großartigen Land und sind überall freundlichen und unkomplizierten Menschen begegnet. Der Zeitraum des dortigen Spätsommers war für uns gut gewählt, wir hatten durchgängig angenehmes Sommerwetter, aber keine unerträgliche Hitze.
Die Entscheidung aber, alle einzelnen Etappen der Reise: die Flüge, die Hotels, die Kreuzfahrt und die Bahnreise in jeweils luxuriösen Kategorien zu buchen, gab der Unternehmung erst jene Einmaligkeit, die wir uns für unser Jubiläum gönnen wollten und die für uns nicht zu toppen sein wird.
Zum Silberjubiläum wollten wir eine ONCE-IN-THE-LIFE-TIME Reise nach Australien machen, – und das wurde sie auch!
Herzlich danken wir Frau Nathalie Storz und ihren Kolleginnen vom Reisebüro PACIFIC TRAVEL HOUSE in München.
Hier wurden unsere ambitionierten Reise-Ideen durch Kompetenz, Ortskenntnis und viel Geduld in einen geschlossenen Reiseplan gewandelt und schließlich die ganze Reise professionell im Voraus gebucht. Vor Ort konnten wir mit Freude feststellen, dass alles perfekt vorbereitet war!
Gundi & Cuno G.


