Kunden-Reisebericht: Australien Ostküste November 2018


Sydney Oper

Nach einer reibungslosen Reise von München über Singapur kommen wir ca. 17:30 Ortszeit, 24h nachdem wir unser Heim verlassen haben, am Flughafen in Cairns an. Der kleine Flughafen ist schon im Feierabendmodus. Die Einreisekontrolle ist dennoch nicht zu unterschätzen, aber alles läuft sehr freundlich ab. Nach einem netten Chat und etwas Papierkram am AVIS Schalter haben wir unseren Mietwagen und los geht das Abenteuer. Wir haben uns die Ostküste Australiens vorgenommen und möchten möglichst viel davon sehen und erleben.

Als wir gegen 18:30 das Flughafengebäude verlassen begrüßt uns ein Schwarm kreischender Sittiche, die milde Abendluft hat 28°. Wir verlassen Cairns auf dem Cook Highway in Richtung Norden und erreichen nach einer Stunde die Abfahrt zur Thala Beach Lodge. Es geht durch dichten Regenwald bergauf bis wir nach ein paar Minuten ein großes, auf Pfählen errichtetes, offenes Holzgebäude mit der Rezeption erreichen. Nach einem warmen, freundlichen Empfang und einer kurzen Einweisung in die Örtlichkeiten begleitet uns Marlies an die Bar, wo wir einen kühlen welcome drink zu uns nehmen. Das Restaurant sieht einladend aus, aber wir sind müde und wollen nur noch schlafen. Alles kein Problem, gute Geister parken unser Auto und bringen uns mitsamt Gepäck mit einem Golfcart über verschlungene Pfade zum Bungalow. Nach der langen Reise genießen wir die Fürsorge und den Service und legen uns nach einer kurzen Orientierung im geräumigen Bungalow aufs Ohr. Nachts hatte es heftige Niederschläge, die Regenzeit beginnt, aber am Morgen ist der Himmel blitzblau und es hat bereits wieder 28°. Die Anlage liegt zur Küste hin geneigt am Hang eines Regenwaldes und so gehen wir ca. 200m bergauf zum Frühstück ins Restaurant. Vom überdachten Restaurant, das nach drei Richtungen offen ist hat man einen wunderschönen Blick über den Wald und auf den pazifischen Ozean. Nach dem Frühstück unternehmen wir einen Spaziergang ans Meer. Der Strand ist menschenleer, naturbelassen und vielleicht gerade deshalb postkartenreif. An den Palmen hängen die Kokosnüsse wie hierzulande die Bucheckern. Das Wasser hat 26° – 28°, aber man hat uns abgeraten zu baden denn ab 1. November ist „stinger season“. Insbesondere im warmen Norden gibt es im australischen Sommer giftige Quallen. Baden kann man daher nur mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen.

Thala Beach Lodge

Den restlichen Tag verbringen wir in Port Douglas, einem netten Ort etwa 10 km nördlich mit vielen Bars, Restaurants, kleinen Geschäften und natürlich mit dem riesigen 4 miles beach. Wir unternehmen am Daintree River mit einem Boot eine geführte, sehr informative Tour ins Reich der Krokodile (sehen aber keines) und besuchen das Wildlife Heritage, eine Art Wildpark mit einheimischen Tieren (auch mit Krokodilen).

Abendessen nehmen wir im Restaurant in Thala. Das Essen ist hervorragend und der Service entsprechend.

Am nächsten Morgen werden wir bereits um 7:30 abgeholt für einen Segelausflug zu den Low Isles am nördlichen Ende des Great Barrier Reef. Am Hafen in Port Douglas erwartet uns auf einem 35 Fuß Katamaran die gut gelaunte, dreiköpfige Crew von „Sailaway Cruises“. Es bläst ein straffer Wind, wir machen gute Fahrt und Alex der Skipper ist begeistert: „we make eight knots“. Begleitet von Delfinen erreichen wir nach einer guten Stunde die Low Isles wo Alex den Kat im Windschatten der Inseln in ruhigem Wasser ankert. Für den geplanten Schnorchelausflug bekommt jeder einen „Stinger Suit“ verpasst. Sieht auf den ersten Blick aus wie ein Ganzkörper-Taucheranzug, besteht aber aus herkömmlichem Material etwa wie Badebekleidung. Nebenbei schützt der Anzug gegen die in diesen Breiten bekanntlich aggressive Strahlung der Sonne. Unter Wasser eröffnet sich eine fantastische, bunte Welt aus Korallen und einer Vielzahl an weiteren Meeresbewohnern wie Fledermausfischen, Meeresschildkröten oder den scheuen Riffhaien. Bei der anschließenden Exkursion auf einer der Inseln lernen wir viel über die Entstehung des Riffs aber auch über dessen Verletzlichkeit und der Bedrohung wie sie aus dem Klimawandel entsteht. Schließlich kümmert sich die Crew mit einem Buffet in der Kabine um unseren Hunger und nach einem nochmaligen Schnorchelausflug am Riff (davon kriegst du nicht genug) segeln wir zurück nach Port Douglas. Die Kompetenz aber vor allem die Leidenschaft, mit der die Mannschaft von Sailaway Cruises uns auf diesem Ausflug begleitet hat soll nicht unerwähnt bleiben.

Wie auch im Thala Beach Resort hat man hier den Eindruck: die Leute haben Bock auf das was sie tun, das macht den Unterschied und für uns beides zu Highlights in unserem Urlaub!

Für uns geht es schon wieder weiter in Richtung Süden nach Mission Beach, einem kleinen Ferienort, der sich um eine alte Missionsstation entwickelt hat. Unser TomTom führt uns präzise zu unserer Unterkunft, dem Castaway Resort. Die Anlage könnte etwas „frische Schminke“ vertragen, aber sie liegt direkt am Strand und wir haben vom Zimmer Blick auf den Pazifik wo wir am nächsten Morgen den Sonnenaufgang erleben – ein Wahnsinn. Der Strand ist, wie sollte es anders sein, postkartenreif und riesig. Das Restaurant scheint ok, lacht uns aber nicht direkt an. So fragen wir einen Einheimischen nach Möglichkeiten zum Abendessen worauf er uns ohne Umschweife ins PepperVine schickt. Es sieht einfach aus ist aber gut besucht. Mit Glück bekommen wir ein gerade frei gewordenes Plätzchen. Wir müssen etwas warten aber unser Essen ist frisch zubereitet, reichhaltig und sehr lecker. Der Service ist gut und sehr freundlich, auch Veronika die Eigentümerin schaut vorbei und erkundigt sich, ob es uns schmeckt. Als sie hört, dass wir aus Deutschland kommen erzählt sie uns, daß sie selbst aus Pilsen stammt und als Kind nach Australien kam. Hier ein Restaurant zu haben war immer ihre Leidenschaft und so schmeckt es dann auch.

Insgesamt haben wir auf unserer gesamten Reise gleichbleibend gut gegessen. Natürlich bestehen Unterschiede je nachdem wieviel man ausgeben will, aber auch in kleinen, unscheinbaren Restaurants haben wir gutes Essen, meist frisch zubereitet, bekommen.

Ähnliches gilt für die Betten der Hotels, in denen wir untergebracht waren. In nahezu allen Unterkünften, die PTH für uns ausgesucht hatte fanden wir überdurchschnittlich gute Betten vor.

Am Morgen fahren wir weiter auf dem Cook Highway nach Townsville, der Hauptstadt von Nord-Queensland. Es ist eine lange und interessante Fahrt über ein weites Land. Es gibt Abschnitte mit kilometerlangen, geraden Strecken, riesige Road Trains begegnen uns und immer wieder sehen wir kleine aber auch ausgedehnte Buschfeuer. Am Straßenrand leider immer wieder Kängurus die dem Verkehr zum Opfer fielen. Wir sind im Oaks Gateway untergebracht wo wir ein sauberes, sehr geräumiges Apartment mit separatem Schlafzimmer beziehen. Sogar eine kleine Küche ist vorhanden, sodass man sich ohne Weiteres selbst versorgen könnte. Auf dem Stadtplan finden wir eine ausgedehnte Strandpromenade, die wir uns ansehen. Die Promenade bietet viele Bars, Restaurants, Strände, sowie Parkanlagen mit Grillplätzen und Kinderspielplätzen. Besonders schön finden wir eine Art Wasserspielplatz bei dem an unzähligen Spielgeräten Wasser zum Vergnügen der kleinen Besucher genutzt wird. Bei dem vorherrschenden Klima kann man sowas halt machen.

Am nächsten Morgen verlassen wir Townsville bereits wieder in Richtung Airlie, aber nicht ohne noch das Billabong Sanctuary zu besuchen. In dieser „Zufluchtsstätte“ für einheimische Wildtiere gibt es so ziemlich alles zu sehen ( .. zu streicheln) was im Osten Australiens kreucht und fleucht. Neben den Kängurus, Wombats und Koalas kann man auch viele der hochgiftigen Reptilien oder wunderschöne Greifvögel wie z.B. einen Whistling Kite aus nächster Nähe bewundern. Gehege und vor allem die Tiere machen einen gepflegten Eindruck, offenbar kümmern sich die Ranger sehr gut um ihre Schützlinge. Wir lernen viel bei diesem Besuch, auch weil das motivierte Personal kompetent ist und verständlich erklärt.

Krokodil im Billabong Sanctuary

Airlie Beach ist ein weiterer kleiner Ferienort und für uns der Ausgangspunkt für eine Segeltour auf die Whitsunday Islands. Wir sind im Airlie Beach Hotel untergebracht, das für uns ideal in unmittelbarer Nähe des Hafens liegt. Airlie Beach und natürlich auch das Hotel haben im Frühjahr 2017 die volle Wucht des Zyklons „Debbie“ abbekommen. Die Zerstörungen müssen wohl beträchtlich gewesen sein, jedenfalls sind Teile des Strandes sowie strandnahe Geschäfte und Restaurants auch Ende 2018 immer noch eine ziemliche Baustelle.

Am nächsten Morgen gegen 7:00 sind wir im Hafen und legen mit der „Camira“, einem 75 Fuß Segel-Katamaran, in Richtung der Whitsunday Islands ab. Auf den Inseln ist nahezu schneeweißer Quarzsand, das Wasser schimmert Smaragdgrün. Von verschiedenen, höher gelegenen „look out points“, die wir auf unserer geführten Tour finden hat man wunderschöne Aussichten auf romantische Buchten. In einer Lagune beobachten wir Sting Rays und junge, ca. 70cm lange Zitronenhaie. Überhaupt scheinen Haie heuer die Whitsundays besonders zu mögen, deshalb verkneifen wir uns das Schnorcheln heute. Viele andere Teilnehmer der Tour gehen aber schnorcheln und kommen wohlbehalten zurück.

Whitsunday Islands

Es ist schön in Airlie und den Whitsundays, aber wir wollen weiter, wollen noch mehr sehen und so starten wir zu einer langen Etappe über Mackay und Marlborough nach Rockhampton. Die Fahrt führt uns an endlosen Zuckerrohrfeldern vorbei. Es ist das Ende der Erntezeit und das Mannshohe Zuckerrohr wird in kleinen Eisenbahnen zu den Verarbeitungsbetrieben transportiert. Die schmalen Gleise der „Sugar Cane Railway“ durchziehen die gesamte Ostküste Queenslands, das müssen tausende von Schienenkilometern sein. Neben Zuckerrohr sieht man auf weitläufigen Weiden viele Rinder. Rockhampton ist ohnehin die Stadt der Rinderzucht (Beef City) und hier soll es die besten Steaks ganz Australiens geben. Im Travelodge Hotel werden wir, wie so häufig, freundlich empfangen. Das Hotel ist einfach aber sauber und bietet uns alles was wir für eine Nacht benötigen. Es liegt direkt am Fitzroy River, nicht weit vom Zentrum. In einem nahen Restaurant essen wir die berühmten Steaks, finden diese aber auch nicht besser als an anderen Orten vorher, nur etwas teurer. Die historische Promenade am Fitzroy River ist aufwendig restauriert und in jedem Fall sehenswert.

Rockhampton war für uns nur ein Zwischenstopp, denn wir wollen weiter südlich nach Hervey Bay bzw. nach Fraser Island, auf die größte Sandinsel der Welt. Mit der Fähre geht es von River Heads in einer dreiviertel Stunde rüber auf die Insel wo wir im Kingfisher Bay Resort einen Bungalow an einer kleinen Lagune beziehen. Unser Bungalow ist geräumig, die Betten sind sehr gut, aber das Badezimmer könnte etwas sauberer sein. Am Nachmittag unternehmen wir noch einen Spaziergang am naturbelassenen Strand, Fraser Island wurde 1992 zum Weltnaturerbe erklärt. Es ist Ebbe und wir entdecken im vom Wasser freigegebenen Sand frische Spuren von Dingos. Das Frühstück am nächsten Morgen ist sehr reichhaltig und der Frühstücksraum liegt wunderschön einerseits am Pool und grenzt auf der anderen Seite an den Wald. Insgesamt ist in diesem Hotel sehr viel Betrieb, obwohl alles ausreichend dimensioniert scheint. Offenbar bleiben viele Gäste jeweils nur kurze Zeit (wir ja auch) und natürlich nimmt jeder an irgendwelchen Touren teil. Das führt dazu, dass immer wieder eine Art rush-hour entsteht (z.B. beim Frühstück) was das Personal dann entsprechend fordert. Es gibt aber keinen schöneren Ausgangspunkt für eine Inseltour auf Fraser Island und so starten auch wir mit einem Allrad Bus auf eine geführte Tour, es ist -schon wieder- blauer Himmel. Auf der Insel gibt es keine festen Straßen und unser Bus wühlt sich wacker durch zum Teil abenteuerliche Wege. Butch, unser Ranger und zugleich Fahrer bringt uns durch eine üppige Vegetation zunächst zum Lake Mc Kenzie, einem See mit glasklaren Süsswasser der zum Baden einlädt. Für die ursprünglich hier beheimateten ca. 1000 Butchulla, ein Stamm der Aborigines, war der See eine Art heilige Stätte und das Wasser wurde zum Trinken verwendet aber nicht zum Waschen oder Baden. Heute leben noch 4 Nachfahren der Butchulla auf der Insel. Unser Butch ist ein wahrer Quell an Information und er erzählt während der gesamten Fahrt in sehr gut verständlichem Englisch über die Entstehung der Insel, die indigenen Völker, Flora und Fauna und vieles mehr. Nach einer beeindruckenden Wanderung durch den ursprünglichen Wald mit 4m hohen Farnen und riesigen Satinay Pinien (2m Duchmesser) bringt uns Butch zum 75 miles Beach im Osten der Insel. Es ist wieder Ebbe und am Strand ergibt sich eine 100 km lange mehrspurige Piste, auf der Geländewagen mit bis zu 80km/h dahinbrettern und Kleinflugzeuge landen. Auch Butch lässt die 290 Turbo-Pferde unseres MAN fliegen und er bringt uns zum dahinrostenden Wrack der Maheno, einem 130m langen, ehemaligen Luxusliner der 1935 während eines Zyklons hier strandete – ein perfektes Fotoobjekt. Dieser Tag auf Fraser Island war so informativ und vor Allem so erlebnisreich, dass man allein darüber einen mehrseitigen Bericht schreiben könnte. Aber wir wollen ja weiter, wollen mehr sehen von der wunderschönen Ostküste.

Wrack der Maheno Kleinflugzeug Australien

Nächste Station Brisbane, die Fahrt wie immer reibungslos, Benzin kostet 90 €Cent je Liter – da macht Tanken noch Spaß. Wir suchen das Next Hotel und finden es in einer Fußgängerzone. Der Empfang freundlich, alles sehr professionell organisiert. Die Zimmer sind sehr modern eingerichtet und blitzblank. Das Hotel liegt nicht weit vom Brisbane River, perfekt für unsere Pläne. Wir gehen über die Brücke und sind in South Bank einem Stadtteil, in dem sich viele Möglichkeiten zur Unterhaltung bieten. Wir mögen die Natur und haben im Norden Queenslands viel davon gesehen und erlebt. Jetzt ist die Großstadt Brisbane mit ihren Möglichkeiten eine schöne Abwechslung. Das Frühstück am nächsten Morgen ist reichhaltig und dank der guten Organisation in diesem Haus stressfrei.

Brisbane Schild in Brisbane

Wir sind aber schon wieder „on the road“. Wir waren nun schon viel auf Achse und so freuen wir uns nach einer problemlosen Fahrt nach Byron Bay auf zwei ruhige Tage. Der alte Leuchtturm in Byron markiert den östlichsten Teil des australischen Festlands. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf die riesigen Strände südlich und nördlich. Byron ist der ultimative Urlaubsort mit allem was der Strandurlauber benötigt. Das Leben ist hier noch mehr als an anderen australischen Stränden vom Surfen geprägt. Im Ort begegnen wir vielen jungen Leuten, Aussteigern, Ökos und Touristen wie wir es sind. Aus manchen Geschäften riecht es nach Patchouli und wir fühlen uns an die Siebziger erinnert. Unser Hotel, das Lord Byron Resort, liegt ca. 15 Gehminuten vom quirligen Strand in einem ruhigeren, aber nicht abgelegenen Teil des Ortes. Das Personal ist sehr freundlich, es geht fast familiär zu. Im Garten befindet sich inmitten von Palmen der saubere Pool, daneben gibt es Grillplätze. Wir erholen uns bestens im Lord Byron Resort und genießen auch die Möglichkeiten der nahen Gastronomie.

Als nächstes Ziel steht als Zwischenstation Port Macquarie auf unserem Plan. Wir befinden uns jetzt im Bundesstaat New South Wales mehr als 2000 km südlich von unserem Ausgangspunkt Port Douglas. Bei ca. 22° ist es angenehm kühl, aber bei der Brise am Strand verträgt man einen Pulli. Unsere Unterkunft, das Country Comfort, ist ok für eine Nacht, das Personal ist sehr hilfsbereit und freundlich.

Am nächsten Morgen fahren wir weiter ins Hunter Valley, eine gepflegte Weingegend. Etwa bei Newcastle verlassen wir die Küstenregion und fahren ins Landesinnere Richtung Pokolbin. Es erwartet uns weites Farmland. Unterwegs entdecken wir auf einem Feld eine Gruppe Kängurus, die uns aus sicherer Entfernung aufmerksam beobachten. Unsere Unterkunft, das Hunter Valley Resort, betreibt eigenen Weinanbau nebst Kellerei und zusätzlich eine kleine Brauerei mit Restaurant. Trotzdem geht es auf dem gepflegten Anwesen ruhig zu. Man kann die wunderbaren Weine verkosten, wandern, reiten, oder einfach am Pool entschleunigen.

Nach einer ruhigen Nacht im Hunter Valley Resort geht es weiter Richtung Süden in die Blue Mountains. Das Außen Thermometer unseres Toyotas fällt auf 12°, jetzt bewähren sich doch noch die mitgebrachten warmen Klamotten. Leura, unser Ziel in den Bergen, befindet sich auf über 1000 m Meereshöhe. Nach dem Check-in im Leisure Inn Spires rüsten wir uns für eine Wanderung im Nationalpark. Bei den Three Sisters und am Echo Point stockt einem der Atem, man hat eine atemberaubende Aussicht ins 500m tief eingegrabene Jamison Valley. Wir wandern über den Giant Stairway ins Tal hinunter und erleben dabei unterschiedliche Vegetationsstufen. Die beiden Orte Leura und das nahe Katoomba haben den Charme gemütlicher Bergdörfer, bieten viele kleine Geschäfte und eine Vielzahl von Restaurants.

Leura Post Office

Wir hätten Lust auf eine weitere Wanderung in dieser einmaligen Bergwelt aber am nächsten Morgen hat es dichten Nebel mit mäßiger Sicht. So machen wir uns auf in unsere „final destination“, Sydney. Bereits am frühen Vormittag erreichen wir unser Hotel, das Holiday Inn Old Sydney im Stadtteil „The Rocks“. Nachdem wir das Gepäck abgeladen haben geben wir im nahen Stadtteil Woolloomooloo nach 3700 km unseren zuverlässigen Begleiter, den Toyota Corolla, bei Avis zurück. Den Rückweg machen wir zu Fuß. Es ist bei 25° angenehm warm und natürlich ist es sonnig. Für diesen Rückweg zum Hotel nehmen wir uns viel Zeit, denn wir durchqueren zunächst den Royal Botanic Garden. Exotische Pflanzen begeistern uns und Bäume mit riesigen ausladenden Ästen spenden Schatten. Der Garden grenzt direkt an das Opera House. Es ist phantastisch die von Jorn Utzon entworfene, gewagte Architektur in Natura zu sehen. Nachdem wir uns fürs Erste am Haus satt gesehen haben gehen wir über den Circular Quay vorbei am Hotel zur direkt dahinter gelegenen Harbour Bridge. Wir marschieren auch gleich drüber und dabei wird uns die riesige Dimension dieses Bauwerks aus Stahl und Granit bewusst. Wagemutige machen einen geführten „Bridge Climb“ der über die 130 m hohen Stahlbögen führt. Zurück im Hotel gehen wir zunächst auf das Dach von wo man einen Blick auf die Oper, den Hafen und die Harbour Bridge hat – was für eine Lage. Wer Lust hat kann die Aussicht auch schwimmend erleben, denn auf dem Dach befindet sich ein Pool. Das Hotel ist ein schön restauriertes, historisches Backstein Gebäude. Unser Zimmer ist ausreichend geräumig, das Bett 1st class. Unser Badezimmer war sauber, hatte aber schon etwas Patina. Das Hotel Restaurant liegt innen auf einer Art Terrasse, die Speisekarte sieht gut aus. Uns zieht es jedoch in eines der umliegenden, zahllosen Restaurants und anschließend in eine der alten Bars.

Blick auf Sydney

In den folgenden drei Tagen erobern wir uns diese großartige Stadt, besuchen Museen, wie das Australia Museum mit einer beeindruckenden Ausstellung über die indigenen Völker oder das „The Rocks Discovery Museum“ in unmittelbarer Nähe zum Hotel. Bei einer Wanderung an der Küste (Bondi to Cogee Coastal Walk) bestaunen wir die felsige Küste dieses Abschnitts aber natürlich auch die schönen Strände und Buchten. Das Wasser des Pazifiks hat bereits 20° und so schwimmen wir eine Runde am Clovelly Beach. Es ist Ende November und die Stadt ist – bei frühsommerlichen Temperaturen – bereits weihnachtlich geschmückt. Die Geschäfte an der George Street und insbesondere im Victoria House laden zum shoppen ein, aber Sydney ist kein billiges Pflaster und so halten wir uns zurück so gut es geht. Bei unseren Exkursionen hilft uns das sehr einfach zu handhabende (Opal Card!) und komfortable System der öffentlichen Verkehrsmittel. Am letzten Abend geht es zum Abschluss in die Oper, genauer gesagt ins Joan Sutherland Theatre, dem mit 1700 Plätzen größten Saal der Sydney Opera. Das Australian Ballet tanzt Spartacus, in den Pausen trinken wir Prosecco und schauen rüber zur beleuchteten Harbour Bridge ….

Nach etwas mehr als drei Wochen mit unzähligen Erlebnissen und Eindrücken aus wilder, ursprünglicher Natur aber auch aus mondänen Großstädten wartet ein Flieger auf uns, um uns ins neblige, kalte München zurück zu bringen.

Hilft nix und außerdem können wir bald Schifahren, is ja auch was.

Ach ja, fast vergessen, Andrea Baumann von Pacific Travel House hatten das Ganze mit sehr guten Kenntnissen der Verhältnisse in Australien und mit einem guten Gespür für unsere Erwartungen perfekt organisiert. Danke, kann man nur weiterempfehlen.

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