Kunden-Reisebericht: Rundreise durch Vanuatu & Fiji im Oktober / November 2025

Kaum eine andere Region weckt eine so starke Sehnsucht nach Ferne und Ursprünglichkeit wie die Inselwelt der Südsee. Türkisfarbenes Wasser, schneeweiße Strände und sanft wiegende Palmen prägen das Bild eines fast mythischen Paradieses. Wer hier ankommt, spürt sofort die Ruhe und Gelassenheit eines Lebens im Rhythmus der Natur.

Doch die Südsee ist weit mehr als ein makelloses Traumziel. Ihre Landschaften erzählen von ständiger Veränderung, die durch Feuer, Wind und Wasser geprägt ist. Vulkane, Zyklone und die unbändige Kraft des Meeres sind eine ständige Erinnerung daran, dass diese Region auch die wilde, manchmal zerstörerische Seite der Natur in sich trägt.

Gleichzeitig ist die Südsee ein Ort, an dem Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise ineinandergreifen. Die koloniale Vergangenheit, die von Ausbeutung, Missionierung und politischer Abhängigkeit geprägt war, hat in vielen Inselstaaten tiefe Spuren hinterlassen. Bis heute prägen soziale Ungleichheiten, ethnische Spannungen und der Kampf um Selbstbestimmung das politische Leben – ein Erbe einer bewegten und oft schmerzhaften Geschichte. Palau stand nacheinander unter spanischer, deutscher und japanischer Herrschaft, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA verwaltet wurde und 1994 die Unabhängigkeit erlangte. Vanuatu erlebte eine ungewöhnliche Doppelkolonialherrschaft durch Frankreich und Großbritannien, die erst 1980 endete – ihre Folgen sind bis heute spürbar. Fiji wiederum war ab 1874 britische Kolonie und wurde 1970 unabhängig. Doch die Spannungen zwischen den indigenen Fijianern und der indischstämmigen Bevölkerung prägen die Politik bis heute.

Gerade das Zusammenspiel von natürlicher Schönheit, geschichtlicher Tiefe und kultureller Vielfalt macht den besonderen Reiz der Südsee aus. Sie lädt nicht nur zum Träumen, sondern auch zum Nachdenken ein – als ein Ort, an dem Paradies und Realität eng miteinander verwoben sind. Wer hierher reist, lernt Demut vor der Natur und nimmt Eindrücke mit, die ein Leben lang bleiben: von stillen Lagunen bis zu donnernden Brandungen an den Rändern des Paradieses.

 

Anreise und Abreise

Bis wir in Vanuatu ankommen, liegt eine etwas ungewöhnliche Anreise hinter uns. Wir starteten mit dem Expeditionskreuzfahrtschiff HANSEATIC spirit in Japan, kreuzten durch die japanische Südsee und passierten die Inseln und Atolle Mikronesiens, bis wir schließlich in Koror in Palau ankamen. Die weitere Reise wurde durch Pacific Travel House für uns organisiert. In Koror wurden wir an der Pier, an der uns das Kreuzfahrtschiff absetzte, vom Transferservice unseres Hotels abgeholt. Koror bot uns mit seinen beiden Museen einen guten Einblick in die bewegte Geschichte und Kultur Palaus. Von dort aus ging es mit einem Zwischenstopp in Brisbane und einer Übernachtung im Airport-Hotel weiter nach Port Vila.

 

 

Auf dem Rückweg nach Hause legten wir einen viertägigen Stopp in Sydney, Australien, ein. Das war kaum lang genug, um sich einen ersten Eindruck von dieser faszinierenden Stadt zu verschaffen. Danach ging es über Seoul zurück nach Frankfurt am Main. Den Flug von Sydney nach Seoul hatten wir bei Air Asiana gebucht, er wurde mit einem Airbus A380 durchgeführt. Somit hatten wir während unserer Reise Gelegenheit, mit einem der kleinsten Flugzeuge, die im Liniendienst unterwegs sind, und dem derzeit größten Passagierflugzeug der Welt zu fliegen. Von der 19-sitzigen Twin Otter bis zum Giganten A380 – Reisen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

 

Tag 1 bis 5: Insel Efate, Vanuatu

» Übernachtung: Fatumaru Lodge / Port Vila

Efate ist eine der Hauptinseln des südpazifischen Staates Vanuatu. Unsere Unterkunft liegt in Port Vila, der Hauptstadt des Landes. Die rund 900 km² große Insel ist vulkanischen Ursprungs und geprägt von üppigem Regenwald, fruchtbaren Böden und einer abwechslungsreichen Küstenlandschaft. Hier leben etwa 66.000 Menschen, die meisten davon in Port Vila. Während unseres Aufenthalts schwankt das Wetter zwischen 26 °C in der Nacht und über 30 °C am Tag bei vorwiegend heiterem Himmel. Nach der Ankunft dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis wir die Einreisekontrolle durchlaufen haben und unser Gepäck erhalten. Der internationale Terminal des Flughafens von Port Vila ist geschäftig und leider nicht klimatisiert. Nach der Einreise werden wir von Vertretern der Reiseagentur freundlich empfangen, erhalten ein Heft mit den Vouchers für die in Vanuatu gebuchten Leistungen und werden in unsere Unterkunft, die Fatumaru Lodge in Port Vila, gefahren. Der erste Eindruck von Port Vila ist enttäuschend, doch das ändert sich bei näherem Hinsehen schnell. Die Unterkunft liegt günstig am Eingang der Stadt, unterhalb der Haupteingangsstraße und direkt an der Meeresbucht, die den Hafen von Port Vila bildet, in einem idyllischen kleinen tropischen Garten. Unser Zimmer ist geräumig, gut ausgestattet und liegt sehr schön und ruhig direkt oberhalb des Wassers.

 

 

Zur Strandpromenade von Port-Vila sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Ein modernes Einkaufszentrum mit einer Reihe von Schnellrestaurants liegt sogar noch näher. Außerdem gibt es in Port-Vila ein gut funktionierendes Bussystem. Entlang der Hauptstraße befinden sich in kurzen Abständen ausgeschilderte Haltestellen. Dort kann man einen der zahlreichen Kleinbusse heranwinken, dem Fahrer das Ziel nennen und wird dann zum Einheitspreis innerhalb des Stadtgebiets dorthin gebracht.

 

 

Über Pacific Travel House haben wir auf Efate zwei Ganztagesausflüge gebucht. Zum einen eine Rundfahrt über die gesamte Insel und zum anderen ein Ausflug zum Schnorchel- und Bade-Paradies Pele Island. Auf Efate gibt es eine geteerte Straße, die im Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen Armee angelegt wurde. Auf ihr kann man einmal um die gesamte Insel herumfahren. Außerhalb des Stadtgebiets besteht sie jedoch mehr aus Schlaglöchern als aus geteerten Abschnitten. Gut, dass wir einen erfahrenen Guide und Fahrer haben!

 

 

Zunächst besuchen wir das Pepeyo Cultural Village, ein Dorf in der Nähe der Stadt. Hier erfahren wir viel über das traditionelle Leben auf Vanuatu. Außerdem wird uns und den anderen Gästen eine Musik- und Tanzshow geboten, bei der ein junger Mann über glühend heiße Steine läuft. Anschließend fahren wir zur „Blauen Lagune“, einem Badeparadies mit einem Naturpool, der zur Hälfte mit See- und zur Hälfte mit Süßwasser gefüllt ist. Ein kurzes Stück weiter befindet sich ein Gebiet mit natürlichen heißen Quellen, die einige Becken mit heißem Schlamm speisen. Ein Bad in diesem Schlamm soll die Haut wieder sanft und geschmeidig machen. Nach dem Bad in diesem „Freiluft-Thermal-Spa“ fühlen wir uns zwar nicht wie neu geboren, aber gut und offen für neue Erlebnisse. Während der Weiterfahrt kommen wir immer wieder an kleinen Plattformen am Straßenrand vorbei, auf denen die Einheimischen Obst und Gemüse aus ihren Gärten anbieten. Schließlich erreichen wir den „Top Rock View Point“, wo wir neben der Aussicht ein kleines Mittagessen genießen. Von hier aus geht es gut gestärkt zurück zu unserer Unterkunft.

Am nächsten Morgen beginnt unser Ausflug nach Pele Island mit einer anderthalbstündigen Fahrt zu einem Bootsanleger. Mit einem der kleinen Boote geht es in rasanter Fahrt zur Insel. Wir landen an einem Strand, im Hintergrund befindet sich ein kleines Dorf, das uns mit Erfrischungen und einem Mittagsimbiss versorgt. Wir sind die einzigen Touristen und haben den ganzen Strand mehr oder weniger für uns allein. Mit dem Boot fahren wir ein kleines Stückchen hinaus ans Riff, um die prächtige Unterwasserwelt mit Schnorchel und Taucherbrille zu erkunden. Aber auch vom Strand aus lässt es sich hervorragend schwimmen und das Meer genießen.

 

 

In Port Vila gibt es eine ganze Reihe guter Restaurants. Die meisten davon können wir von unserer Unterkunft aus gut zu Fuß erreichen. Sie liegen entweder oberhalb der Strandpromenade und bieten einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang oder direkt an der Promenade am Wasser. Für den Nachmittag unseres letzten Tages haben wir über die Rezeption einen Ausflug zu einer Feuer- und Tanzshow an einer etwas außerhalb gelegenen Beach-Bar gebucht. Wir sitzen gemütlich am Strand und gönnen uns ein leider nur mäßig gutes Abendessen. Nach Einbruch der Dunkelheit wird uns eine flotte Show mit Fackeltanz geboten.

 

 

Zum Abschied heißt es: „Die Koffer umpacken.“ Für unsere weitere Reise gilt für das Fluggepäck ein striktes Limit von 10 kg pro Person. Also packen wir alles, was wir in der nächsten Zeit zu benötigen glauben, in eine leichte Reisetasche und deponieren die großen Koffer an der Rezeption unseres Hotels.

 

Tag 6 bis 7: Insel Malekula, Vanuatu

» Übernachtung: Malekula Holiday Villas / Malekula

Malekula ist die zweitgrößte Insel Vanuatus und gilt als eine der ursprünglichsten und kulturell vielfältigsten Regionen des Landes. Hier leben rund 23.000 Menschen, verteilt auf zahlreiche Dörfer, in denen fast 30 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Bei unserer Ankunft auf Malekula werden wir von sonnigem und heiterem Wetter bei 26 °C bis 30 °C begrüßt. Unsere Reise startet zur Mittagszeit vom nationalen Terminal des Flughafens von Port Vila. Wir besteigen das Flugzeug, das uns nach Norsup bringt. Wir fliegen mit einer älteren Twin Otter der Air Vanuatu. Beim Check-in wird zunächst unser Gepäck gewogen, dann müssen wir zusammen mit unserem Handgepäck auf die Waage und erhalten unsere Bordkarten. Die Passagiere werden je nach Gewicht auf die Plätze verteilt, damit das Flugzeug gut getrimmt ist. Danach müssen wir noch die Ausreisesteuer bezahlen und uns den Quittungsstempel der Behörde auf die Bordkarte stempeln lassen. Nach kurzer Wartezeit geht es zum Flugzeug. Wir klettern die Bordtreppe hinauf und zwängen uns auf unsere Plätze in der ersten Reihe. Da es keine Tür zum Cockpit gibt, können wir den Piloten gut über die Schulter blicken.

 

 

Der Flug nach Malekula dauert knapp eine Stunde. Wir können aus den Fenstern einen ersten Blick auf die dicht bewaldete, grüne Insel werfen. Dörfer und Siedlungen können wir nicht ausmachen, da wir nicht über Urwald, sondern über Plantagen fliegen. Den Anflug auf den Flughafen Norsup erleben wir durch das Fenster des Cockpits mit. Die Twin Otter dreht scharf auf den geschotterten Landestreifen ein, setzt sanft auf und rollt zur Abstellfläche. Hier wird das Gepäck ausgeladen und auch wir verlassen das Flugzeug. An der Abstellfläche wartet bereits ein Pick-up, der uns abholen soll. Das Gepäck ist schnell verladen, und nach weniger als zehn Minuten stehen wir vor unserer Unterkunft. Die Malekula Holiday Villas entpuppen sich als eine sehr einfache, aber ausreichend komfortable Unterkunft in einem schönen Garten. Dass Pacific Travel House uns diese Unterkunft inklusive des täglichen Abendessens gebucht hatte, war dort allerdings nicht angekommen. Erst durch eine Nachfrage per WhatsApp bei der Partneragentur in Port Vila können wie dieses klar stellen und der freundliche Besitzer der Villas improvisiert für uns ein Abendessen. Zum Trinken haben wir die Wahl zwischen Leitungswasser und Wasser aus der hauseigenen Zisterne, mehr kann uns der Besitzer nicht anbieten. Gut, dass wir uns in einem kleinen Geschäft in der Nähe mit abgepackten Getränken versorgt haben, wobei wir fast den gesamten Vorrat aufgekauft hatten.

 

 

Pünktlich um 8 Uhr steht Alex, unser Fahrer und Guide für heute, vor der Tür, um uns abzuholen. Alex spricht einigermaßen gutes Englisch, gehört aber eigentlich zur französischsprachigen Gemeinde der Insel. Er erzählt, dass er ein Dreivierteljahr in Neuseeland als Kiwi-Pflücker gearbeitet hat und sich von dem ersparten Geld den Pick-up kaufen konnte, mit dem er jetzt Touristen über die Insel fährt. Zunächst fahren wir entlang der ausgedehnten Kokosplantagen, die auf uns wie eine Agrarwüste wirken. Die Palmen in den Plantagen sind schon recht alt. Sie sehen schlank, hoch und dünn aus, mit nur einer kleinen grünen Krone. Eigentlich müsste man schleunigst neue Palmen setzen, um die alten zu ersetzen, so unser Fahrer. Immer wenn die Straße steil nach unten beziehungsweise nach oben führt, ist sie gut betoniert, ansonsten ist sie in miserablem Zustand. Sie wurde von einer australischen Entwicklungshilfeorganisation angelegt. Dann wird die Straße noch schlechter. Wir nehmen noch einen lokalen Guide mit, der unserem Fahrer den Weg durch den Dschungel weist. Schließlich geht es nur noch zu Fuß weiter, so dicht ist der Dschungel. Wir kommen zu einer Stelle, an der bis zur christlichen Missionierung vor vielleicht 80 bis 100 Jahren – so genau kann das keiner sagen – Kannibalen lebten. Von deren Hinterlassenschaften ist wenig zu sehen; einige Steine und Schädel bilden ein makaberes Bild. Gut, dass wir genügend Fantasie mitbringen, um uns einigermaßen vorstellen zu können, wie es hier früher ausgesehen haben muss. Der nächste Höhepunkt ist ein Besuch bei den „Small Nambas“.

 

 

Auf den großen Plantagen werden zwischen den Kokospalmen Rinder gehalten, unterwegs in den Dörfern sehen wir aber auch anderes Vieh wie Schweine und Ziegen. Schweine spielen dabei sowohl in der Ernährung als auch in der Kultur der Insulaner eine bedeutende Rolle. Die gedrehten Hauer einer besonderen Schweinerasse werden von den Häuptlingen der Stämme als Abzeichen ihrer Würde getragen. Sie finden sich auch im offiziellen Staatswappen von Vanuatu.

 

 

Die Stämme der Insel Malekula lassen sich in kleine und große Nambas unterteilen. Die kleinen Nambas tragen einen sehr schmalen Penisschutz, die großen Nambas einen breiten. Warum das so ist, weiß niemand so genau, es hat sich halt historisch so entwickelt. Die „Dorfgemeinschaft“ der kleinen Nambas, die wir heute besuchen, besteht aus einer Großfamilie. Zunächst kommt eine jüngere Frau, die gut Englisch spricht und als lokale Führerin für uns auftritt. Sie stellt uns ihre Familie vor. Offensichtlich hat sie das Familienunternehmen „Cultural Village – Small Nambas Tour at Rano“ gegründet. Sie erzählt uns, dass sie damit die Kultur und die Überlieferungen ihrer Vorfahren bewahren und an ihre Kinder weitergeben möchte. Es steht uns nicht zu, das zu beurteilen. Zunächst bekommen wir die Siedlung gezeigt, dann werden wir mit einigen traditionellen Tänzen begrüßt. Nach einer Demonstration zur Zubereitung des Essens und zum Entzünden des Feuers ohne Werkzeuge dürfen wir noch zwei weitere Tänze bestaunen, bevor es zurückgeht. Natürlich können wir nicht ohne formelle Abschiedsgrüße fahren. Die ebenso formelle Erwiderung in Form einer kleinen Rede ist mir eine Freude. Auf der Rückfahrt bitten wir Alex, kurz an einem Supermarkt für Einheimische anzuhalten, damit wir uns mit einigen abgepackten Getränken versorgen können.

 

Tag 8 bis 11: Insel Espiritu Santo, Vanuatu

» Übernachtung: Deco Stop Lodge / Luganville

Espiritu Santo ist mit einer Fläche von rund 3.955 km² die größte Insel des südpazifischen Staates Vanuatu. Die Landschaft ist vielfältig und umfasst dichte Regenwälder, hohe Berge sowie traumhafte Strände und die berühmten „Blauen Löcher“. Im Südosten der Insel liegt Luganville, die zweitgrößte Stadt Vanuatus, die als Ausgangspunkt für viele touristische Aktivitäten dient.

Um 4:20 Uhr morgens werden wir durch das Konzert der Hähne geweckt, in das etwas später die Vögel einfallen. Nach einem schnellen Frühstück geht es zum Flughafen. Der Terminal des Flughafens von Norsup besticht durch seine schlichte Funktionalität. Er besteht aus einem kleinen Container, in den eine Tür geschnitten wurde. Im Inneren steht ein Tisch und eine große Waage, auf der sowohl das Gepäck als auch die Passagiere mit ihrem Handgepäck gewogen werden. Der Flug von Norsup nach Luganville dauert keine 20 Minuten. Luganville ist eine deutlich größere Stadt. Dementsprechend ist der Flughafen größer und es starten hier sogar gelegentlich internationale Flüge. Als wir ankommen, stehen wir zunächst dumm herum und warten vergeblich darauf, abgeholt zu werden. Unser Hotel hatte schlicht und einfach vergessen, dass wir den Transfer mitgebucht hatten. Erst als ein freundlicher Mensch dort für uns anruft, fällt ihnen ihr Versäumnis siedend heiß ein. Wenige Minuten später steht ein Auto für uns bereit, das uns in unsere Unterkunft bringt.

 

 

Auf Espiritu Santo haben wir viel Glück mit dem Wetter. Fast die ganze Zeit scheint die Sonne, nur gegen Abend gibt es mehr Wolken und nachts gelegentlich einen Schauer. Aufgrund der Insellage unterscheiden sich die Tages- und Nachttemperaturen nur marginal. Sie reichen von 25 °C bis 31 °C, wobei es am Nachmittag häufig sehr schwül wird.

Die Deco Stop Lodge ist eine sehr schöne und gepflegte Unterkunft oberhalb von Luganville. Vom Poolbereich aus haben wir einen großartigen Blick auf die Stadt, die Bucht, den Hafen und die gegenüberliegende Insel. Die Lodge gehört einem Australier, der selbst vor Ort lebt und sich um die Anlage kümmert nur das Kochen überlässt er seinen einheimischen Köchen, die schmackhaftes und gutes Essen zu vernünftigen Preisen zaubern. Das Restaurant der Lodge ist ein beliebter Treffpunkt der dauerhaft in Luganville lebenden Ausländer. Wir lernen ein Paar aus Australien kennen, das hier auf freiwilliger Basis für einige Tage als Zahnärzte arbeitet. Die ganze Insel hat nämlich keinen einzigen Zahnarzt, weshalb ihre Hilfe hochwillkommen ist. Luganville hat vielleicht 18.000 Einwohner – so genau weiß das niemand, und auch die Zahlen der offiziellen Volkszählung sind nicht besonders verlässlich. In der kleinen Stadt gibt es einige Restaurants und auch ein oder zwei bessere Hotels. Dennoch erscheint uns unsere Unterkunft mit ihrem Restaurant als die beste Wahl in der Stadt. Wie wir später beim Vorbeifahren sehen, gibt es außerhalb der Stadt, ein gutes Stück Fahrzeit auf schlechter Straße entfernt, noch einige luxuriöse Hotelanlagen an einsamen Stränden.

 

 

Von der Terrasse der Lodge aus hat man einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang. Während unserer Nächte hier fällt dieser allerdings nicht so prächtig aus, wie erhofft. Das liegt einerseits daran, dass abends häufig Wolken aufziehen und andererseits daran, dass die Sonne über der Landzunge und nicht über dem Wasser untergeht. Daher gibt es nur einige schön rosa gefärbte Wolken zu bewundern. In den Tropen wird es sehr schnell dunkel und ohne Beleuchtung kann man sich nur schwer zurechtfinden, wenn der Mond nicht scheint. Es gibt zwar eine Straßenbeleuchtung in Luganville, aber die ist sehr rudimentär und beschränkt sich auf die wenigen Straßen im Innenstadtbereich in der Nähe des Hafens. Der Fußweg zurück von der Stadt in die Lodge ist nach Einbruch der Dunkelheit daher etwas schwierig.

Wir hatten über Pacific Travel House einen Ganztagesausflug zum Champagne Beach gebucht. Zunächst gibt es zum Frühstück jedoch einen „Plunger-Kaffee“, der in einer French-Press-Kanne zubereitet wird. Der Kaffee ist ein wahrer Genuss. Er stammt von der Insel Tanna und wird dort als Fair-Trade-Produkt in Premiumqualität erzeugt. Bis der Ausflug beginnt, müssen wir etwas warten und dann die Hilfe des Besitzers der Lodge in Anspruch nehmen. Der lokale Dienstleister hatte uns nämlich vergessen. Wenige Minuten später ist der Manager von Paradise Tours da, entschuldigt sich, und dann kommt auch unser Fahrer und Guide mit einem der typischen Toyota-Hiace-Kleinbusse.

Wir nehmen nur das Nötigste mit: Badetücher, Badehosen, Badeschuhe, Fotoapparat bzw. Handy und Sonnenschutz. Das Wichtigste haben wir allerdings vergessen, wie wir an unserem nächsten Stopp feststellen. Mücken- und Moskito-Repellent. Je weiter wir uns vom Stadtgebiet entfernen, desto mehr Schlaglochstrecken gibt es, bis es schließlich fast mehr Schlaglöcher als geteerte Strecke gibt. Rechts und links der Straße liegen große Plantagen. Bis auf eine Plantage, die von einem chinesischen Konsortium betrieben wird und auf der irgendwelche Früchte für den Export nach China angebaut werden, sind es Kokospalmen, die in langen Reihen gezüchtet werden. Der Anblick dieser Plantagen ist nicht besonders schön, vor allem, wenn man bedenkt, wie viel wertvoller Urwald dafür geopfert wurde. Auf den besser bewirtschafteten Kokospalmenplantagen werden viele Rinder gehalten. Dort weiden große Herden. Sie halten den Bewuchs zwischen den Palmen niedrig, sodass die heruntergefallenen Kokosnüsse einfach eingesammelt und zur Verarbeitung gebracht werden können.

Dann gibt es wieder Strecken, an denen die Bäume am Straßenrand von riesigen Mengen an Schlingpflanzen überwuchert sind. Das sieht so aus, als fahre man durch ein erstarrtes grünes Meer. Oder es erinnert an gewaltige grüne Kissen – je nachdem, welcher Fantasie man gerade nachhängt. Ab und zu liegen umgestürzte, gewaltige Banyan-Bäume am Straßenrand. Einer der Stümpfe dürfte deutlich mehr als zehn Meter Durchmesser haben.

 

 

Am Riri River steigen wir in ein größeres Kanu aus Fieberglas mit einem hölzernen Ausleger um. Der Bootsführer schwingt sich ins Boot und paddelt uns flussaufwärts. Das Wasser ist kristallklar, sodass wir ohne Schwierigkeiten bis auf den Grund sehen können. Der Flussgrund ist sandig, gelegentlich liegen Steine oder Baumstümpfe im Wasser. Die Bäume des Urwalds – hier ist es noch ein echtes Stück Urwald – neigen sich über den Fluss. Lianen hängen von den Ästen ins Wasser hinab. Die über das Wasser ragenden Äste sind mit Farnen und anderen Gewächsen überwuchert. Nach etwa 15 Minuten lautloser Fahrt erreichen wir das Riri River Blue Hole, eine Erweiterung des Flusses, an der wir aussteigen. Hier könnte man baden, zumindest ist das vorgesehen. Auf der Plattform am Ufer erwartet uns schon unser Guide. Er hat unsere Taschen mit den Badesachen mitgebracht, damit wir schwimmen können. Wir verzichten darauf und begnügen uns damit, den Fischen von hier aus zuzuschauen. Wir sehen mindestens drei verschiedene Arten: einen recht großen Fisch, einige kleine Fische, die wie Clownfische aussehen, und einige ganz kleine silbrig schimmernde Fische. Wenn sie sich auf die Seite legen, sehen sie fast wie ein Stück Spiegel aus. Dann sehen wir ein Tier, das sich im Wasser wie eine Schlange bewegt. Unser Guide vermutet, dass es sich dabei um einen Tausendfüßler handelt. Schnell jedoch vertreiben uns die Moskitos in den Bus, mit dem wir bis zum Champagne Beach fahren. Unterwegs kauft unser Fahrer zwei Kokosnüsse, öffnet sie mit dem Messer, improvisiert einen Strohhalm aus einem Kohlestängel und gibt uns die frische Kokosmilch zum Trinken. Sie schmecken gut und erfrischen. Außerdem kauft er einen Bund Bananen, die ganz anders schmecken als bei uns zu Hause und richtig lecker sind.

Wie fast überall in Vanuatu ist auch auf Espiritu Santo das meiste Land in privatem Besitz. Wenn ein Besitzer eine Attraktion wie ein Blue Hole, einen Wasserfall oder einen schönen Strand besitzt, versucht er, damit über Eintrittsgeld Geld zu verdienen. Der Champagne Beach, an dem wir uns jetzt befinden, gehört einer Familie, die sich richtig Mühe gegeben hat. Es gibt einige kleine Hütten, die Schatten spenden und zum Verweilen einladen, dann eine große Hütte mit Umkleide, Duschen und Toiletten sowie ein Restaurant. Unser Guide bestellt im Restaurant unser Mittagessen: Fish & Chips. Die Pommes frites sind gut gemacht und auch der Fisch ist gekonnt gegrillt und schmeckt lecker.

Nach dem Essen heißt es: Rein in die Badeklamotten und ab ins Wasser! Der Strand ist feinpudrig weiß und traumhaft schön. Das Wasser ist wunderschön klar und angenehm warm. Es ist eine wahre Pracht, hier schwimmen zu gehen. Wir bleiben zweieinhalb Stunden und sind in dieser Zeit fast die einzigen Gäste an dem weiträumigen Strand.  Bevor wir losfahren, zeigt uns unser Guide noch einen Baum, der giftige Nüsse trägt. Diese Nüsse erinnern uns an chinesische Lampions. Die Einheimischen zermahlen die Nüsse und werfen sie ins Wasser. Dadurch werden die Fische betäubt, treiben an die Oberfläche und können eingesammelt werden. Die Fische werden durch die Nüsse zwar vergiftet, sind aber dennoch für den menschlichen Verzehr geeignet.

 

 

Auf der Rückfahrt stoppen wir noch beim Matevulu Blue Hole, einer Erweiterung des Matevulu River mit wunderschön blauem Wasser. Neben dem Farbspiel des Wassers und der üppig grünen Vegetation gibt es alles, was man braucht, um sich im Wasser zu tummeln. Auf der Seite, an der wir angekommen sind, gibt es zwei Plattformen und eine Bank. Auf der gegenüberliegenden Seite steht auf dem Hang ein riesiger Banyan Baum. Am Fuß des Baumes ist eine Leiter angebracht, über die man hinauf- und in den Baum hineinklettern kann. An einem hohen Ast ist ein Tau befestigt, an dem man sich hinausschwingen und ins Wasser fallen lassen kann.

Ein über Pacific Travel House gebuchter Halbtagesausflug zum “Leweton Cultural Village” erfüllt unsere Erwartungen nicht, da die Tour nicht den versprochenen Standard bietet. Das „Dorf“ besteht aus zwei kleinen Hütten im traditionellen Baustil, einigen Nebengebäuden und einer kleinen überdachten Tribüne. In den beiden Hütten, die ein Frauen- und ein Männerhaus darstellen sollen, wird uns lieblos gezeigt, wie Essen und Kava zubereitet werden. Kava ist ein Getränk, das aus der Wurzel des Rauschpfeffers gewonnen wird, leicht nach Erde schmeckt und berauschend wirken soll. Die anästhesierende Wirkung auf der Zunge spüren wir, doch das leicht sedierend-berauschende Gefühl will sich nicht einstellen. Außerdem wird eine „Wassermusik“ vorgeführt. Einige Frauen stellen sich dazu in einen traurigen, halbleeren Pool und planschen herum. Das Platschen des Wassers soll an Rhythmen der Natur erinnern, wirkt auf uns jedoch nur lächerlich.

Die restliche Zeit auf Espiritu Santo verbringen wir am Pool unserer Lodge und unternehmen einen Spaziergang in die Stadt Luganville. Es gibt zwar einige nette Geschäfte. Unter anderem solche, die traditionelle Gewänder für die einheimischen Frauen herstellen. Aber für uns ist dort nichts so rechtes zu finden.

 

Tag 12 bis 14: Insel Tanna, Vanuatu

» Übernachtung: White Grass Resort / Tanna

Tanna ist eine der faszinierendsten Inseln des südpazifischen Staates Vanuatu. Die etwa 40 km lange und 19 km breite Insel hat rund 28.000 Einwohner und ist besonders bekannt für den aktiven Vulkan Mount Yasur, der seit mindestens 800 Jahren nahezu ununterbrochen tätig ist.

Unser Flug wurde kurzfristig etwas früher angesetzt. Als wir diese Information erhalten und an die Rezeption weiterleiten, wird der Transfer um eine Stunde vorverlegt. Am Flughafen stellt sich heraus, dass der Flug zwar für einen etwas früheren Zeitpunkt geplant wurde, dann aber doch zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt durchgeführt wird. Air Vanuatu verfügt nur über drei eigene Flugzeuge, alles ältere Maschinen vom Typ Twin Otter. Da der erste Abschnitt unserer Reise von Luganville nach Port Vila stark gebucht ist, hat Air Vanuatu eine Maschine des Typs ATR 72-600 mit 72 Sitzplätzen von der Air Calédonie gechartert. Unser Gepäck wird beim Check-in mit einigen „Transit“-Aufklebern versehen, da wir in Port Vila wieder in eine Twin Otter umsteigen müssen. Das funktioniert völlig problemlos. Es ist aber auch kein Kunststück, da nur etwa ein Dutzend Fluggäste weiter nach Tanna fliegen wollen.

Während des einstündigen Flugs nach Tanna können wir die Inselwelt Vanuatus sehr gut bestaunen. Wir fliegen an der Insel Erromango vorbei, über der sich eine Kumuluswolke wie aus dem Lehrbuch gebildet hat. Unsere Piloten umfliegen die Wolke und landen uns sanft auf dem White Grass Airport von Tanna. Hier hat es ganz offensichtlich vor kurzem recht heftig geregnet, jetzt aber scheint die Sonne. Auch an den nächsten Tagen ist es sonnig und angenehm warm, wenn auch etwas diesig. Lediglich mittags gibt es einen kurzen Schauer. Am Flughafen werden wir bereits vom deutschen Geschäftsführer unseres Ressorts erwartet. Er fährt uns und zwei weitere Gäste das kurze Stück bis zum Ressort. Nachdem wir die üblichen Meldezettel ausgefüllt haben, bringt man uns zu unserem Bungalow, bzw. der Hütte, oder auch „Bure“, wie sie hier dazu sagen. Wir haben Bure 1, die direkt am Restaurant und in der ersten Reihe mit Meerblick liegt. Die Anlage liegt in einem wunderschönen Garten mit blühenden Pflanzen, Palmen und allem, was einen großzügigen, sehr schön angelegten und gepflegten tropischen Garten ausmacht. Leider gehören dazu auch allerlei Insekten. Die Buren haben keine Klimaanlage, dafür aber einen großen Ventilator und ein Moskitonetz über dem Bett.

 

 

Nach dem Mittagessen schauen wir erst einmal, ob Schnorcheln und Baden möglich sind.  Aktuell ist Ebbe, aber das Wasser beginnt gerade wieder zu steigen. Das sind ideale Bedingungen für einen Ausflug mit Schnorchel und Tauchermaske zum Riff direkt an der Lodge. Das ansteigende Wasser drückt an Land, sodass der Korallengarten gut zugänglich ist. Außerdem brechen sich die Wellen am vorgelagerten Riff. Bei tiefer Ebbe und auch beim Höchststand der Flut ist es nicht ungefährlich, ins Wasser zu gehen. In der Anlage gibt es einige schön angelegte Aussichtspunkte, von denen aus man den Sonnenuntergang über dem Meer beobachten kann. Heute ist um 18 Uhr Sonnenuntergang. Er wird nur etwas getrübt durch ein dünnes Wolkenband, das am Horizont über dem Wasser liegt. Aber auch so ist er für die Tropen jedenfalls recht schön. Nachdem die Sonne schon einige Minuten untergegangen ist und es dunkel geworden ist, strahlt es plötzlich tiefrot am Horizont auf – ein sehr beeindruckendes, wenn auch nur kurzes Farbschauspiel.

 

 

Bereits zu Hause hatten wir über Pacific Travel House einen Ausflug zu einem der touristischen Höhepunkte dieser Reise gebucht: eine Fahrt zum Vulkan Yasur. Das Resort bietet seinen Gästen eine Reihe von Ausflügen an, darunter auch die Fahrt zum Yasur sowie eine ganztägige Inselrundfahrt, die ebenfalls eine Fahrt zum Yasur beinhaltet. Unsere gebuchte Fahrt mit den Highlights der Rundfahrt zu ergänzen, ist kein Problem. Unsere Fahrt führt uns über Land, vorbei an kleinen Siedlungen mit ärmlichen Hütten, durch eine großartige Landschaft. Wir fahren über eine Hügelkuppe, die mit urtümlichen Farnen bewachsen ist. Es geht durch eine Landschaft, die direkt aus „Jurassic Park“ stammen könnte. Danach fahren wir durch die Ash Plaines, eine beeindruckende Landschaft, von der aus wir einen ersten Blick auf den Yasur werfen können. Der Vulkan lässt sich nicht lumpen und stößt fleißig Aschewolken aus. Weiter kämpft sich unser Fahrzeug durch den Dschungel, um uns ins John Frum Village zu bringen. Hier wird noch der für uns sehr befremdliche Cargo-Kult praktiziert. Wir erfahren etwas darüber und besuchen dann die in der Nähe gelegenen heißen Quellen. Der Yasur thront oberhalb des Dorfes. Er ist für die Einwohner Segen und Fluch zugleich. So ist er für den außerordentlich fruchtbaren Boden verantwortlich, quält aber die Anwohner immer wieder mit seiner Asche. Immer wenn die Aschewolke in Richtung Dorf zieht, müssen die Anwohner schleunigst ihre Wasservorräte und Zisternen abdecken.

 

 

Die Magmakammer unter dem Yasur heizt das Wasser eines kleinen Flusses auf. Von hier aus ist es nur ein kurzes Stück Fahrt durch allerdings sehr unwegsames Gelände bis zur malerischen und einsamen Port Resolution Bay. Sie wurde nach der Resolution, dem Schiff des Entdeckers James Cook, benannt. Am nahe gelegenen Strand machen wir Mittagspause. Unser Fahrer hat dazu vom Resort eine große Kühlbox mit allerlei kleinen Snacks und kühlen Getränken erhalten. Während wir vom Strand aus zu unserem nächsten Ziel, einem weiteren Cultural Village, fahren, prasselt ein kurzer, aber heftiger tropischer Regenschauer nieder. Nach etwa zehn Minuten hört der Schauer wieder auf und die Sonne strahlt vom Himmel. Im kleinen Dörfchen, das wir als Nächstes ansteuern, wird uns von den Einheimischen eine nette Show aufgeführt. Zunächst erfahren wir einiges über das Leben im Dschungel, dann werden für uns vor der malerischen Kulisse des Yasur einige Tänze vorgeführt.

 

 

Schließlich ist es so weit: Wir fahren zum Besucherzentrum des Vulkans. Dort müssen wir uns zunächst registrieren lassen und werden über die Gefahren des Vulkans aufgeklärt. Aktuell steht der Aktivitätsindex auf „2“, was für einen Besuch optimal ist. Das bedeutet, dass wir vulkanische Aktivität sehen können, ohne übermäßig gefährdet zu sein. Ab einem Index von „3” wird der Zugang gesperrt und bei einem Index von „1” gäbe es nur wenig zu sehen. Dann bricht ein kleiner Konvoi aus fünf Fahrzeugen auf. Geleitet von zwei einheimischen Führern geht es zunächst mit den Autos zum Parkplatz und von dort aus nochmals etwa 200 Meter zu Fuß bis zum Krater des Vulkans. Bereits beim Aufstieg sind das eindrucksvolle Grollen und Explosionsgeräusche aus den Schloten zu hören. Als wir dann am Kraterrand stehen und in den Höllenschlund hinunterschauen, da läuft uns ein Schauer über den Rücken. Nach Einbruch der Dämmerung wird das Schauspiel der kochenden Lava etwa 200 Meter unter uns gut sichtbar. Immer wieder schießen glühende Lavabrocken und Fontänen aus geschmolzenem Gestein hinauf, die jedoch in sicherer Entfernung vom Kraterrand bleiben. Dieses Schauspiel ist einfach fantastisch und der Höhepunkt jeder Reise in die Südsee. Zurück geht es auf einer guten Straße, allerdings zieht sich die Fahrt durch die Dunkelheit gefühlt wie eine kleine Ewigkeit hin. Im Resort wartet man schon auf uns, denn wir hatten unser Essen reserviert.

 

 

Die nächsten Tage verbringen wir mit dem Erkunden des Haus-Riffs und mit Faulenzen am Pool.

 

Tag 15 bis 19: Insel Viti Levu, Fiji

» Zwischenübernachtung: Fatumaru Lodge / Port Vila, Vanuatu

» Übernachtung: Yatule Resort & Spa / Viti Levu, Fiji

Der Fahrer des White Grass Resort bringt uns sehr früh zum White Grass Airport, da man sich im Resort Sorgen machte, dass wir ansonsten möglicherweise von Air Vanuatu nicht mitgenommen werden. Diese Sorge erweist sich als begründet, denn als das Flugzeug startklar gemacht wird, sind über 200 kg zu viel Ladung an Bord. Ein Passagier muss aussteigen und außerdem wird Fracht ausgeladen, bis das maximale Abfluggewicht für die Twin Otter erreicht ist. Bei der Zwischenübernachtung in der Fatumaru Lodge erhalten wir unser großes Gepäck zurück und können am nächsten Morgen mit einem größeren Airbus der Fiji Airways nach Nadi auf Fidschi fliegen. Der internationale Flughafen von Nadi ist ein modernes Gebäude mit gut klimatisierten Warteräumen. Wir hatten die Einreisekarten schon im Flugzeug ausgefüllt. Bei der Kontrolle wird die Karte gescannt und damit sind unsere Daten in den Computern der Behörden gespeichert. Bis wir an der Kontrolle sind, dauert es etwas. Parallel zu uns ist ein noch größeres Flugzeug gelandet, aus dem hunderte Passagiere strömen. Schließlich haben wir das geschafft und müssen anschließend noch durch die Zoll- und Biosicherheitskontrolle. Dort wird das Gepäck der einreisenden Fluggäste gescannt. Die Tüte mit getrockneten Bananenchips, die wir dabeihaben, wird nicht beanstandet. Eine frische Banane, die ein anderer Fluggast im Handgepäck hat, wird jedoch herausgefischt und in die Tonne mit den zur Vernichtung bestimmten Produkten geworfen. Der Fluggast hat dabei noch Glück, denn üblicherweise wird zusätzlich noch eine saftige Strafe fällig.

Der Archipel Fidschi umfasst über 330 Inseln, von denen rund 110 bewohnt sind. Die beiden Hauptinseln Viti Levu und Vanua Levu, die überwiegend vulkanischen Ursprungs sind, machen fast 90 % der Landesfläche aus. Auf Viti Levu lebt der Großteil der knapp eine Million Einwohner des Landes. Fidschi ist seit 1970 unabhängig vom Vereinigten Königreich und heute eine parlamentarische Republik. Zerklüftete Gebirge, dichte Regenwälder und ausgedehnte Korallenriffe machen Fidschi zu einem der beliebtesten Reiseziele im Südpazifik. Die meisten Touristen kommen aus dem nahen Australien. Der mit weitem Abstand wichtigste Flughafen für den internationalen Verkehr der Fidschi Inseln ist der Flughafen von Nadi, der auch das Drehkreuz für die nationalen Flüge ist.

Hinter den Kontrollen befindet sich eine Empfangshalle. Hier stehen einige Geldautomaten, an denen wir uns mit etwas Bargeld versorgen. Außerdem warten hier einige Mitarbeiterinnen von Rosie Holidays, dem lokalen Reiseveranstalter, über den das Pacific Travel House unsere weitere Reise organisiert hat. Rosie Holidays ist seit 1974 im Touristikgeschäft tätig und gehört zu den größten Dienstleistern in diesem Bereich auf Fiji. Entsprechend gut organisiert verläuft unsere weitere Reise. Wir werden zunächst freundlich begrüßt und erhalten eine gedruckte Übersicht über unsere gebuchten Leistungen mit exakten Angaben zu den geplanten Abfahrtszeiten der jeweiligen Leistungsbausteine. Papier-Voucher wurden abgeschafft, alle Vorgänge erfolgen jetzt digital.

Ein freundlicher, indisch-stämmiger Fahrer fährt vor, wir steigen in sein Auto ein und er bringt uns zu unserer Unterkunft. Die Fahrt dauert über eine Stunde, denn in den Außenbezirken von Nadi herrscht dichter Verkehr und wir stehen eine Weile im Stau. Bevor es dunkel wird, erhaschen wir noch einen Blick auf die ausgedehnten Zuckerrohrplantagen. Dann geht es durch kleine Ortschaften und schließlich durch einen dichten Wald. Jetzt bricht die Dunkelheit herein. Schließlich erreichen wir unsere Unterkunft, wo wir mit einem kleinen Ständchen auf Trommeln freundlich empfangen werden. Der Check-in geht sehr schnell, dann bringt uns ein Mitarbeiter zu unserem Bungalow. Die Bungalows sind modern und schick eingerichtet. Es gibt einen sehr großen Fernseher und ein schönes Badezimmer. Das Schlafzimmer selbst ist nicht sehr groß, dafür gibt es eine kleine Terrasse mit Blick auf den Pool. Auch das Meer ist in etwa 100 Metern Entfernung zu sehen. Im Moment hören wir jedoch nur die Brandung, die an den Strand schlägt. Das Resort verfügt über zwei Restaurants. Das kleinere ist ein japanisches Grillrestaurant, das Hauptrestaurant bietet eine gute und abwechslungsreiche Karte mit lokalen Spezialitäten.

 

 

Am größeren der beiden Pools befindet sich eine Plattform, von der aus wir die wöchentliche Folklore-Show bestaunen können. Eine lokale Tanzgruppe zeigt nach Einbruch der Dämmerung schwungvolle Tänze und Akrobatik mit Fackeln.

Während unserer Zeit auf Viti Levu ist das Wetter sehr angenehm. Die Temperaturen liegen zwischen 25 °C und 30 °C und bis auf einen etwas längeren Regenschauer scheint die Sonne. Am Tag nach unserer Ankunft wird uns der über Pacific Travel House gebuchte Mietwagen von Avis zu unserer Unterkunft gebracht. Auf Fidschi herrscht Linksverkehr. Der Verkehr ist, mit Ausnahme des Stadtgebiets von Nadi, sehr ruhig, sodass es sich angenehm fahren lässt. Außerhalb geschlossener Ortschaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Unterwegs sehen wir einige Radarkontrollen. Es gibt eine gut ausgebaute Ringstraße, die um die Insel herumführt; ansonsten sind die Straßen befestigte Schotterpisten.

 

 

Wir nutzen den Mietwagen für einen Ausflug in den Orchideengarten des „Sleeping Giant“, der seinen Namen von einer markanten Felsformation erhalten hat. Hier blühen und gedeihen hunderte Orchideen, jede schöner als die andere. Im zweiten Teil des Gartens führt der Weg durch einen tropischen Wald und wir können die exotischen Pflanzen des Dschungels bewundern.

 

 

Ein weiterer Ausflug führt uns in den Singatoka Dunes Nationalpark. Leider erreichen wir den Park erst am späten Vormittag, als es bereits zu heiß ist, um ihn vollständig zu erwandern. Die Dünenlandschaft sollte man nämlich nur während der kühleren Stunden des frühen Vormittags erkunden. Wir bleiben daher im Schatten des Waldes und genießen die Aussicht auf die Dünen- und Steppenlandschaft. Zum Nationalpark gehört auch ein kleiner Wald mit Mahagonibäumen, in denen eine große Kolonie fliegender Hunde wohnt.

Sowohl Singatoka als auch Nadi sind für Fiji typische Städte, die durch ihre indisch-stämmige Bevölkerung geprägt sind. Beim Bummeln durch die lokalen Obst- und Gemüsemärkte fühlt es sich an, als spazierten wir über einen indischen Markt. Während Singatoka eine eher kleinere und übersichtlichere Stadt ist, ist Nadi deutlich größer. In Nadi kämpfen wir uns durch den Verkehrsstau und finden tatsächlich noch einen Parkplatz in der Nähe des Markts – gegen kleines Geld. Anschließend können wir uns ins Gewühl der Einkaufsmeile stürzen. Hier gibt es allerlei zu entdecken: vom Kleider-Discounter bis zur Boutique mit edlen Souvenirs der gehobenen Preisklasse.

 

 

Tag 20 bis 23: Insel Taveuni, Fiji

» Übernachtung: Aroha Taveuni Resort / Taveuni

Taveuni ist die drittgrößte Insel Fidschis. Wegen ihrer üppigen Vegetation wird sie oft als „Garteninsel“ bezeichnet. Sie ist etwa 42 Kilometer lang und rund 15 Kilometer breit. Ein Großteil der Insel besteht aus dichtem Regenwald, durchzogen von Wasserfällen und Naturpools. Die genaue Anzahl der Einwohner ist nicht bekannt, jedoch schätzt man, dass zwischen 14.000 und 20.000 Menschen auf der Insel leben. Wir erreichen die Insel mit einem Flug der Fiji Airways, der mit einer Twin Otter durchgeführt wird. Zunächst geben wir den Mietwagen am Flughafen von Nadi ab, nachdem wir ihn vollgetankt haben, und checken dann am nationalen Terminal für den Flug ein. Der Taveuni Airport, auch Matei Airport genannt, ist ein kleiner Flughafen. Es gibt zwei Gebäude, und der Bereich unter dem Vordach, das beide Gebäude verbindet, dient als Warte- und Abfertigungsbereich. Als wir ausgestiegen sind, fährt ein Pick-up vor, aus dem der Besitzer des Aroha Taveuni Resorts aussteigt. Er und seine Frau stammen aus Australien und haben sich vor einem dreiviertel Jahr hier selbstständig gemacht. Die Fahrt vom Flughafen zum Resort dauert länger als gedacht. Zwar ist die Strecke nicht so weit und die Straße ist sehr gut ausgebaut, aber es geht durch einige kleine Ortschaften hindurch.

Wenn eine Insel von Regenwald bedeckt ist, muss es dort auch häufiger regnen. Und dem ist auch so. Die Temperatur schwankt zwischen 25 °C und 30 °C. Zwar scheint am Morgen die Sonne, doch im Laufe des Vormittags bewölkt es sich. Gegen Mittag ziehen Gewitter auf. Die meisten dieser Gewitter sind kurz und nicht sehr intensiv. Nur einmal erleben wir einen sehr heftigen Gewittersturm mit starkem Regen. Doch auch dieser Sturm ist nach zwei Stunden vorüber und wir werden mit einem äußerst prachtvollen Sonnenuntergang belohnt.

 

 

Das Aroha Taveuni Resort ist ein kleines Resort mit nur vier Zimmern. Diese sind sehr großzügig und traditionell möbliert, aber modern ausgestattet mit Klimaanlage und einer kleinen Küche im Vorraum zum Zimmer. Besonders gut gefällt uns die Außendusche an der freien Luft. Zum Resort gehört auch ein Restaurant, das solide australische Hausmannskost und Pizza serviert.

 

 

Über das Resort könnten wir eine große Auswahl an Ausflügen und Exkursionen buchen. Die meisten davon sind uns jedoch zu anstrengend, sodass wir uns nur für einen Ausflug zur Insel Korolevu entscheiden. Korolevu ist eine einsame, unbesiedelte kleine Insel in der Meeresenge zwischen Taveuni und Vanua Levu. In dieser Meeresenge liegt auch das berühmte „Regenbogen-Riff“, an dem sich sehr viele Weichkorallen angesiedelt haben. Es gibt so viele und sie sind so schön, dass das Riff als „Welthauptstadt der Weichkorallen“ vermarktet wird. Für unseren Ausflug werden wir von Mitarbeitern der Tauchbasis „Taveuni Ocean Sport“ im Resort abgeholt und fahren mit unserem privaten Guide zur Insel. Wir sind heute die einzigen Besucher.

 

 

Die internationale geographische Datumsgrenze verläuft entlang des 180-Grad-Meridians und teilt die Insel Taveuni somit in zwei Hälften. Die offizielle Datumsgrenze wurde jedoch nach Osten verschoben, um eine einheitliche Zeit für ganz Fidschi zu gewährleisten. Am 180-Grad-Meridian steht eine Hinweistafel, die als Fotomotiv für Touristen dient – eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen lassen. Ansonsten verbringen wir unsere Zeit auf Taveuni mit kleineren Exkursionen zu Fuß in die nähere Umgebung und mit Erholung am Strand unseres Resorts.

 

 

Tag 24 bis 30: Insel Kuata, Yasawas-Inseln, Fiji

» Transfer-Übernachtung: The Palms / Denarau, Fiji

» Übernachtung: Barefoot Kuata Resort / Yasawa, Fiji

Die Yasawa Inseln bestehen aus rund 20 vulkanischen Inseln. Die Inselkette erstreckt sich über mehr als 80 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Ihre Gesamtfläche beträgt etwa 135 km². Die Landschaft ist bergig mit Gipfeln zwischen 250 und 600 Metern Höhe. Lange Zeit waren die Inseln für den landbasierten Tourismus gesperrt, erst seit 1987 gibt es dort Resorts. Die Inseln sind dünn besiedelt und bieten ein ruhiges, traditionelles Fidschi-Erlebnis. Sie sind mit dem Katamaran „Yasawa Flyer” ab Port Denarau erreichbar.

 

 

Der Yasawa Flyer legt morgens in Port Denarau ab, fährt die Inselkette der Yasawas hinauf bis zur am weitesten entfernten Insel, wendet dort und fährt zurück nach Port Denarau. Unterwegs stoppt das Boot vor Inseln und Resorts. Die Gäste, die in die jeweiligen Resorts wollen, werden von kleinen Booten abgeholt und auch wieder zum Einschiffen auf den „Yasawa Flyer” zurückgebracht. Das Aus- und Einschiffen ist gut geübt und dauert jeweils nur wenige Minuten. Um zur Insel Kuata zu gelangen, müssen wir also morgens früh die Yasawa Flyer nehmen. Das bedeutet, dass wir am Vortag mit dem Flugzeug von Taveuni nach Nadi fliegen und im nahegelegenen Port Denarau übernachten müssen. Bei der Rückreise kommen wir am Abend mit dem Yasawa Flyer zurück und müssen noch einmal in Port Denarau übernachten, bevor wir am nächsten Morgen mit Fiji Airways von Nadi nach Sydney fliegen.

Als unser Fahrer uns an der Rezeption des The Palms Denarau absetzt, entpuppt sich unsere Unterkunft als wahre Luxusunterkunft. Wir übernachten in einem riesigen, voll eingerichteten Appartement. Port Denarau ist ein gepflegtes, internationales touristisches Zentrum mit einer großen, modernen Marina, einem Golfplatz und Hotels für den gehobenen Tourismus. Von unserer Unterkunft aus sind es keine 300 Meter bis zur Marina, von der aus der Yasawa Flyer ablegt, und bis zum Einkaufszentrum, in dem sich eine große Auswahl an Restaurants für jeden Geschmack befindet. Diese reichen von Fast Food bis zu Restaurants mit fijianischer Küche. Hier probieren wir auch das „Nationalgericht“ von Fidschi: Kokoda. Dafür wird frischer weißer Fisch in Limetten- oder Zitronensaft „gegart“ und anschließend mit Kokosmilch, Zwiebeln, Tomaten, Gurken und Chili vermischt.

 

 

Der Stopp der Yasawa-Flyer vor der Insel Kuata ist der dritte auf ihrer Reise entlang der Yasawas. Hier werden sowohl Tagesgäste, die nur wenige Stunden bleiben und auf der Rückfahrt wieder mitgenommen werden, als auch Gäste, die einige Tage auf Kuata verbringen, an Land gebracht. Kuata ist bekannt für seine markanten vulkanischen Felsformationen, weißen Strände und das klare, türkisfarbene Wasser. Steile Klippen treffen auf ruhige Buchten und Korallengärten liegen direkt vor der Küste. Von den Aussichtspunkten aus eröffnen sich zudem weite Panoramen. Kuata ist außerdem für Schnorchel- und Tauchgänge mit Riffhaien berühmt, die von hier aus besonders leicht zugänglich sind. Auf der Insel selbst liegt nur das Barefoot Kuata Resort; ansonsten gibt es hier keine permanente Ansiedlung. Selbst das Personal wohnt entweder im Resort oder auf der gegenüberliegenden Insel.

 

 

Das Resort bietet verschiedene Unterkünfte, die vom Mehrbettzelt bis hin zum Bungalow für zwei Personen reichen. Wir hatten Pacific Travel House darum gebeten, uns in der luxuriösesten Unterkunft unterzubringen. Das sind kleine Bungalows, die direkt am Strand liegen. Von der Terrasse aus sind es weniger als 50 Meter durch den weißen, feinpudrigen Sand bis zum Wasser. Das Wasser ist glasklar und sehr angenehm warm. Bis auf wenige Meter schwimmen kleine Baby-Riffhaie an den Strand heran. Die Bungalows selbst sind klein und bieten nur Platz für ein Bett, einen Tisch und zwei Stühle. Unser Gepäck müssen wir auf dem Boden abstellen. Dafür gibt es ein wunderschönes großes Freiluft-Badezimmer. Eine Klimaanlage gibt es nicht – und wir vermissen sie auch nicht. Der Bungalow ist rundum mit Klappläden versehen, durch die die Luft hindurchstreichen kann. Ein großer Ventilator unterstützt dies, sodass wir ein sehr angenehmes Raumklima haben.

 

 

Neben den Ausflügen zum Schnorcheln mit Riffhaien werden auch geführte Schnorchel-Ausflüge in das nächtliche Riff angeboten. Bei gutem Wasserstand ist das Hausriff tagsüber immer einen Besuch wert. Außerdem werden täglich Vorträge zu marine-biologischen Themen abgehalten und es finden Vorführungen und Erläuterungen zur lokalen Kultur der Fidschi Inseln statt. Am Samstagabend wird für die Hausgäste ein Showabend gefolgt von einem großen Buffet mit lokalen Spezialitäten veranstaltet. Neben traditionellen Tänzen wird dabei eine Kava-Zeremonie abgehalten. Wir gewinnen bei dieser Zeremonie den Eindruck, dass sie eher für die Einheimischen selbst veranstaltet wird und wir als Gäste daran teilhaben dürfen. Höflichkeitshalber werden die Gäste gefragt, ob sie eine „volle“ oder nur eine „kleine“ Portion Kava wünschen. Wir entscheiden uns für die „kleine“ Portion und nehmen sie unter Wahrung des recht komplexen Zeremoniells dankend entgegen.

 

 

Wir verbringen die Tage auf Kuata mit Schnorcheln, Baden und Erholen am Strand. Der Höhepunkt ist unzweifelhaft das Erlebnis, des Schnorchelns mit den Riff-Haien. Das Wetter ist optimal, die Temperatur schwankt zwischen 24 °C und 29 °C. Die Tage sind überwiegend sonnig, nur am Tag unserer Abreise prasselt am Mittag ein heftiger Regenschauer nieder. Zum Glück hört er rechtzeitig auf, bevor wir uns einschiffen. Auf den kleinen Booten wäre es ansonsten recht ungemütlich geworden. Bei unserer Abreise werden wir vom Chor der Angestellten stimmgewaltig und stilvoll verabschiedet.

So sehr wir uns auch auf die Heimat freuen, so sehr spüren wir, dass unser Herz auf den Fidschi Inseln Wurzeln geschlagen hat.

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