Reisebericht: Großfisch Tauchen der Extraklasse in der Südsee


Tauchen um Tahiti

Lange hatten wir uns auf unsere Tauchreise nach Tahiti, Moorea, Bora Bora, Rangiroa und Fakarava gefreut und vorbereitet. Von der Auswahl der Airlines, der Flugroute bis hin zur richtigen Kombination der verschiedenen Inseln Französisch Polynesiens war es ein weiter Weg. Entschieden haben wir uns für Air Tahiti Nui, die mehrfach pro Woche von Paris via Los Angeles direkt nach Papeete auf Tahiti, der Hauptstadt Französisch Polynesiens, fliegt. Das Gepäck (1 x 23 kg + Handgepäck), besonders das Tauchgepäck, ist bei Airlines immer ein Problem und so haben wir uns entschlossen, nur das Nötigste mitzunehmen. Bei unseren Nachforschungen haben wir festgestellt, dass vor Ort die Tauchausrüstung oft im Preis für die Tauchgänge eingeschlossen ist. In unseren Koffern mussten wir somit nur Shorty, Maske und Flossen fürs Tauchen verstauen. Das Gepäck wird in Paris automatisch durchgecheckt und in Los Angeles bleibt es während des zweistündigen Stopps an Bord der Maschine. Wir mussten in den USA nur durch die Immigration, dann ging es auch schon weiter. Der Flug von Deutschland nach Tahiti dauert ca. 19 Stunden. Die Einreise in Französisch Polynesien ist vollkommen unkompliziert und kann theoretisch nur mit einem Personalausweis erfolgen. Wir hatten uns einen Transfer vom Flughafen zum Hotel Manava Suites gebucht. Das war im Nachhinein auch ganz sinnvoll, denn alle Taxis waren schon Minuten nach der Gepäckausgabe weg. Das Hotel hat uns gut gefallen, saubere helle Zimmer, einen sensationellen Pool mit einer tollen Poolbar, nur das Essen war etwas teuer. Dass es keinen Strand gab war nicht so wichtig, weil wir nur eine Nacht dort wohnten. Da wir nur drei Wochen Zeit hatten, hatten wir auf Tahiti nur einen Tag eingeplant. „Nicht so interessant“ hatten wir auf verschiedenen Blogs gelesen, was sich aber im Nachhinein als nicht ganz richtig herausgestellt hat. Von Franzosen, mit denen wir auf Moorea beim Tauchen waren, haben wir erfahren, dass es wohl super schöne Canyons und Höhlen zum Tauchen geben muss. Und vor kurzem wurde ein neuer Sharkpoint entdeckt, der wohl, zum Leidwesen der einheimischen Fischer, auch Tigerhaie anziehen soll…. das nächste Mal dann… – und unsere Tauchgänge werden wir dann wohl mit der Tauchbasis Top Dive planen.…. !

Tauchen um Moorea

Eine echte Alternative zum 15 minütigen Flug nach Moorea ist die Fähre. Die Überfahrt dauert mit dem Speedcat Aremiti ca. 45 Minuten. Auch auf Moorea haben wir den Transfer zum Hotel vorgebucht und so erreichen wir, ohne viel Zeitaufwand unser Ziel, die Pension Linareva. Super nette Bungalowanlage direkt am Strand, zum Schnorcheln nimmt man sich einfach ein Kajak und paddelt 5 Minuten zum Außenriff. Zum Tauchen haben wir uns bei Moorea Fun Dive eingeloggt. Greg und Catherine sprechen deutsch und geben sich mit den Tauchern und den Ausfahrten sehr viel Mühe. Hier haben wir uns gleich als Freund unter Freunden gefühlt. Das Riff hat unter den Stürmen von vor 3 Jahren sehr gelitten. Das war uns bekannt. Trotzdem waren die Tauchgänge super, schon alleine wegen der Zitronenhaie. Getaucht wird am Vormittag zweimal, mit einer kleinen Tee- und Kuchenpause dazwischen. Wir hatten Moorea zum Eintauchen in unseren Reiseverlauf aufgenommen und blieben dort nur drei Nächte. Wer seinen Tauchurlaub auf Moorea richtig einplant, hat von Juli bis Ende Oktober die Möglichkeit, mit den Buckelwalen zu schnorcheln. Die großen Wale kommen aus den arktischen Gewässern, um in den geschützten Lagunen ihre Kälber zur Welt zu bringen. Die Touren zu den Walen sind ein atemberaubendes Erlebnis. Moorea ist eine traumhaft schöne Insel, die auch über Wasser sehr viel zu bieten hat.

Tauchen um Bora Bora

Mit Air Tahiti flogen wir 30 Minuten weiter nach Bora Bora. Viel hatten wir über diese Insel gelesen und gehört. Die einen sind begeistert, die anderen enttäuscht… Wir waren schon vom Anflug auf die Insel hin und weg. Die perfekte Traum- und Postkarteninsel … – ein Zusammenspiel der verschiedensten Meeresfarben und Inselformen. Unglaublich! Der Flughafen befindet sich auf dem Außenriff. Mit einem Transferboot geht es dann weiter, nochmal ca. 20 Minuten zur Hauptinsel und dem Städtchen Vaitape auf der Westseite der Insel. Uns hatte der Tauchveranstalter in Deutschland im Süden am Matira Point das Hotel Maitai Polynesian empfohlen. Eine sehr gute Wahl. Die schönsten Strände der Inseln findet man hier. Neben dem Hotel gibt auch kleine Geschäfte und Imbissbuden, sodass man zum Essen nicht nur auf das Hotel angewiesen ist. Wir wollten die Inseln nur kurz besuchen und kennen lernen und nur einmal den bekannten Schnorchel- und Tauchgang mit den Mantas innerhalb der Lagune machen. Seit ein paar Jahren zieht wieder eine Schule Mantas durch den Südosten der Lagune – wir hatten sie beim Schnorcheln gesehen….Unglaublich, wie diese riesigen Fische mühelos durchs Wasser fliegen. Gebucht hatten wir diesen Tauchgang beim Bora Diving Centre. Am letzten Abend auf Bora Bora haben wir uns noch ein Essen im Sagen umwobenen Lokal Bloody Mary gegönnt. Ein unglaubliches Buffet – dafür musste aber unsere Kreditkarte ganz schön bluten … Im Nachhinein betrachtet sind wir froh, den Stop auf Bora Bora eingelegt zu haben. Wir verstehen jetzt, warum diese Insel immer wieder als die schönste Insel der Südsee gehandelt wird.

Tauchen um Rangiroa

Der Flug von Bora Bora nach Rangiroa dauert ca. 45 Minuten. Rangiroa ist das größte Atoll Französisch Polynesiens. Die Lagune ist so groß, dass man nicht von der einen auf die andere Seite blicken kann – nicht einmal die Insel Tahiti würde die Lagune ausfüllen. Der Atollgürtel ist nur ca. 300 Meter breit und nicht höher als 5 Meter. Der Inselabschnitt auf dem sich der Flughafen befindet, ist nur ca. 5 km lang. Wir haben uns über den deutschen Veranstalter in der Pension Bounty einbuchen lassen. Alain, der Besitzer, ist rührend bemüht, seinen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet, auf Wunsch konnten wir den Grill verwenden und auch sonst mangelte es uns an nichts. Die Pension liegt nicht direkt am Meer, da wären das Hotel Maitai Rangiroa, oder die Pension Raira Lagoon von der Lage besser gewesen, wir hatten uns für ein gutes Preis-Leistungverhältnis entschieden, die Lage direkt am Meer war uns nicht so wichtig. Zum Tauchen wurden wir von der Tauchbasis Six Passengers immer direkt von der Pension abgeholt. Normalerweise wird einmal morgens und einmal nachmittags getaucht, es können aber auch bis zu 4 Tauchgänge pro Tag organisiert werden. In kleinen Zodiakschlauchbooten wird durch die Passagen von Tiputa oder Avatoru hinaus ins offene Meer gefahren. Je nachdem wie die Gezeiten stehen, werden Strömungstauchgänge durch die Passage organisiert, oder Tauchgänge am Außenriff. Die Unterwasserwelt ist grandios – hauptsächlich Großfische wie Grau- Weiß und Schwarzspitzenhaie, Delfine, Mantas und Barakudaschwärme trifft man hier. Im Februar kommen Schulen von großen Hammerhaien am Atoll vorbei. Selbst der Checktauchgang am Korallengarten war eine Sensation – ein gesundes Riff mit vielen bunten Hartkorallen übersät mit bunten Rifffischen – das ist Tauchen wie im Aquarium. Uns blieb nicht sehr viel Zeit, Rangiroa über dem Wasser zu erkunden. Wir hatten von Ausflügen zum Pink Beach und zur Blauen Lagune gehört, aber das haben wir dann auf unseren nächsten, zukünftigen Urlaub in Französisch Polynesien verschoben. Bei Sichtweiten von bis zu 60 Meter und Wassertemperatur bis 28 Grad und das bis auf 30 Meter, konnten wir vom Tauchen nicht genug bekommen. 5 Nächte verbrachten wir auf dem Atoll und es hätte gerne doppelt so lange sein können. Die Tauchbasis können wir auf jeden Fall sehr empfehlen, super nette Crew, einen guten „Draht“ zu den Delfinen, die hatten wir tatsächlich zum ersten Mal unter Wasser gesehen und Tauchgruppen, die nicht größer als 6 Personen sind, sprechen für sich ….

Tauchen um Fakarava

Sehr gespannt waren wir auf dieses Atoll – wir hatten gehört es seien die besten Tauchspots, die Französisch Polynesien zu bieten hat. Und, um das gleich vorweg zu nehmen, es stimmte! Die Flugzeit von Rangiroa nach Fakarava beträgt ca. 15 Minuten. Dieses Atoll verfügt über zwei große Passagen – eine im Norden in der Nähe des Flughafens – die Garuae Passage ist die größte in Französisch Polynesien und damit ca. 1 km breit – die andere im Süden, die Tumakohua Passage. Wir hatten nur 4 Nächte Zeit eingeplant und hatten uns schon im Vorfeld und nach Anraten unseres Tauchveranstalters in Deustchland für die Passage im Süden entschieden. Hier gibt es eine kleine sehr einfache, aber umso liebevoller geführte Pension mit dem Namen Tetamanu. Diese Pension liegt perfekt – direkt an der Passage, die Tauchgänge enden in der Regel immer direkt vor dem Restaurant…. Und ist man nicht beim Tauchen sondern im Restaurant beim Essen, kann man im Wasser darunter und daneben die jungen Riffhaie beim Jagen beobachten, oder die Clownfische mit frischem Brot versorgen – die Pension Tetamanu ist eine Pension, die sehr nahe an den „Südsee-Traum“ gebaut wurde. Die Bungalows sind einfach eingerichtet und warmes Wasser gibt es nicht. Dafür sorgt Annabelle für die Polynesische Herzlichkeit und ihr Mann Sané für das leibliche Wohl der Taucher. Die Tauchgänge sind einzigartig – auch hier werden die Taucher mit einem kleinen offenen Boot durch die Passage ins offene Meer gebracht, um dann mit der Flut in die Lagune zu treiben – aber man ist dort unten nicht alleine. Bei jedem Tauchgang eskortieren geschätzte 200 bis 400 Riffhaie die Tauchgruppe in die Lagune. Nur um hier einmal tauchen zu dürfen, würde sich die weite Anreise aus Europa lohnen. Wir konnten von diesen Tauchgängen nicht genug bekommen ….. Die Passage ist nur ca. 27 Meter tief, die Sichtweiten genauso gut wie in Rangiroa und auch das Wasser hat bis auf den Grund 28 Grad.

Alles in allem war die Reise nach Französsich Polynesien eine Südseetraumreise – wir hatten uns nur aufs Tauchen konzentriert, aber das nächste Mal werden wir uns auf jeden Fall auch die Schönheiten der Inseln über dem Wasser vornehmen. Hier findet man tatsächlich noch die Südsee, die es eigentlich nur noch in Bildbänden gibt.Vielen Dank an Pacific Travel House, wo wir das Rundreiseabenteur online buchen konnten und jederzeit Hilfe und Unterstützung bei Fragen rund um unseren Südseetauchtrip bekamen.

Reisebericht: Großfisch Tauchen der Extraklasse in der Südsee
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  1. Tauchen auf Fakarava und Rangiroa: Ein absolutes Muss für jeden Taucher, der sich das Tauchen auf Französisch Polynesien verwirklichen kann. Wo Fakarava als Inbegriff für ein idyllisches Eiland der Südsee steht, liegen die Schätze von Rangiroa definitiv unter Wasser. Die Insel selbst hat über Wasser nicht viel zu bieten – auch vermisst man ein wenig das Südseegefühl. Doch die atemberaubenden Tauchgänge entschädigen den Mangel an Inselromantik über Wasser: Fantastische Tauchgründe mit viel Großfisch wie Silberspitzenhai, grauen Riffhaien, Schwarzspitzen, Mantas und gelegentlich auch Tigerhaien.

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