Kunden-Reisebericht: Französisch Polynesien November/Dezember 2018


Hotelstrand Tahiti

Wir waren im November/Dezember 2018 vier Woche lang in Französisch Polynesien unterwegs. Auf den Inseln Tahiti, Moorea, Huahine und Rangiroa haben wir einen unvergesslichen Urlaub erlebt. Wir lagen an schneeweißen Stränden unter Palmen und schnorchelten in türkisblauem Wasser mit vielen bunten Fischen um uns herum. Auf unseren Ausflügen zu und im Wasser haben wir Haie, Meeresschildkröten, Rochen und Delfine gesehen. Unsere Tochter kam teilweise mit glänzenden Augen vom Tauchen zurück. Aber auch die Inseln selbst sind sehr beeindruckend. Dort gibt es teilweise noch unberührten Regenwald, der Wanderungen mit herrlichen Ausblicken belohnt. Die Menschen sind freundlich, offen und sehr verlässlich.

Wurden Zeiten vereinbart, waren die Guides immer bereits „vor der Zeit“ da. Gewöhnungsbedürftig ist der Tagesablauf – nicht so wie im mediterranen Süden. Durch die Nähe am Äquator wird es jahrein jahraus zwischen 5:00 Uhr und 6:00 Uhr am Morgen hell und zwischen 18:00 und 19:00 Uhr dunkel. Ein Nachtleben, wie wir es aus europäischen Urlaubsmetropolen kennen, gibt es nicht; da ist man auf sein Hotel oder sonstige Restaurants angewiesen. Dafür kann, wer will, dann aber schon morgens um 5:45 Uhr im Supermarkt einkaufen gehen. Eine Siesta, wie in Südeuropa üblich, gibt es trotz der Tages- und Nacht(!)temperaturen von mindestens 25 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit nicht. So geht man vergleichsweise früh ins Bett, dafür kann man aber auch wieder früh aufstehen, denn es gab so viel zu entdecken. Außerdem ist es einfach toll, wenn man sich um die Kleidung gar keine Gedanken machen muss: kurze Hose und T-Shirt reichen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wirklich ein Traumziel, wenn nur die lange Anreise nicht wäre …

Tahiti

Für Tahiti hatten wir drei volle Tage eingeplant, die sich durch ein ungeplantes Abenteuer beim Hinflug (s.u.) leider auf eineinhalb Tage reduzierten. Untergebracht waren wir im Hotel Manava in einem Zimmer mit Meerblick. Der Blick über die sehr schöne Poolanlage (Infinity-Pool!) und das Meer hinüber nach Moorea war einfach traumhaft, besonders am Abend bei Sonnenuntergang. Unseres Erachtens lohnt es sich nicht, zum Frühstück das Buffet zu nehmen, sondern à la carte zu frühstücken. Davon wird man auch gut satt und es kommt alles frisch aus der Küche. Für den sonstigen Anspruch des Hotels empfanden wir das Buffet als etwas einfallslos.
Unbedingt sollte man eine Fahrt durch die Insel machen; sie wird direkt im Hotel angeboten. Es geht durch den Regenwald in grünen Tälern vorbei an vielen Wasserfällen hinauf in die Berge Tahitis (der höchste ist immerhin etwa 2.500 Meter hoch!) und auf der anderen Seite steil wieder nach unten auf die andere Seite der Insel. Verschiedene Agenturen bieten auch Bergwanderungen an, die sicher ein tolles Erlebnis sind.

Tahiti Inselinneres

In die Markthallen nach Papeete sollte man unbedingt am Vormittag gehen. Sie schließen – entgegen den Ausführungen in manchen Reiseführern – nachmittags schon recht früh und ggf. steht man – wie leider wir – vor lauter abgedeckten Stränden. Dafür kann man abends gegen 18:00 Uhr die rush hour erleben; Papeete ist wirklich kein romantisches Südseestädtchen, sondern ein geschäftiger Ort mit viel zu vielen Autos. Zum Abendessen empfehlen sich die Roulottes (neudeutsch Food-Trucks, normaldeutsch Imbisswagen) am großen Platz am Hafen, die weit mehr als nur einen Imbiss anbieten. Hier kann man gut und preiswert landestypisch und unter vielen Einheimischen essen. Dabei sieht man auch welche Kreuzfahrtschiffe gerade angelegt haben. Insgesamt sind die Roulottes über alle Inseln eine gute Wahl. Aber so viele gibt es nur in Tahiti.

Moorea

In Moorea waren wir sechs volle Tage. Unser Quartier dort war das Interconti Hotel. Es war das insgesamt beste Hotel auf der Reise. Der Bungalow an der Lagune war geschmackvoll eingerichtet und geräumig mit großer Terrasse. Der Service war sehr gut und am Frühstücksbuffet gab es so alles, was man sich vorstellen konnte. Abends konnten wir mit einem Drink in der Hand im Pool den Sonnenuntergang genießen. Dem Hotel angeschlossen ist eine Schildkröten-Aufzuchtstation, die regelmäßig Führungen über Ihre Arbeit anbietet. Das dem Hotel zugehörige und beworbene Moorea Dolphin Center sollte nach unserer Ansicht eher gemieden werden. Die Tiere sind in Ihren Bassins in keinster Weise artgerecht untergebracht.

Rochen in Moorea

Wir hatten in Moorea für drei Tage ein Auto. AVIS hat einen Counter direkt im Hotel und auch die Autos gleich auf dem Parkplatz stehen – sehr bequem. Es gibt aber noch einen Anbieter nur wenige Schritte von der Zufahrt zum Hotel entfernt. Ein Auto ist nicht zwingend nötig, aber man ist halt mobiler und zeitlich flexibler. Alle Touranbieter und Restaurants holen einen auf Wunsch vom Hotel ab und liefern einen wieder ab – selbst, wenn die Fahrzeit bis zu 45 Minuten oder mehr einfach beträgt. Einen öffentlichen Nahverkehr, wie wir ihn kennen, gibt es nicht. Das gilt für alle Inseln. Ohne größere Stopps umrundet man Moorea mit dem Auto in maximal 90 Minuten. So wie auf allen anderen Inseln auch, gilt Inselweit Tempo 60 und alle halten sich dran.

Ein „Muss“ auf Moorea ist unserer Meinung nach das Lagoonarium (= Aquarium in der Lagune). Auch hier werden die Fische, Haie und Rochen sowie Vögel durch Füttern angelockt. Sie schwimmen jedoch im offenen Meer und nicht eingesperrt in Drahtkäfigen wie in Bora Bora. Es gibt eine Fütterung am Vormittag und eine am Nachmittag. Dazwischen kann man noch so einiges mit Schnorcheln entdecken. Es wird auch ein leckeres und reichliches Mittagessen angeboten – der poisson cru war einer der besten. Weiterhin sollte man unbedingt eine Fahrt hinauf zum Belvédère machen. Wenn das Wetter mitspielt, hat man einen herrlichen Blick auf die zwei großen Buchten der Insel. Außerdem gehen von hier einige Treks in den Regenwald los. Schon wenn man nur ein wenig hinein läuft, ist man in einer ganz anderen Welt. Für ausführliche Wanderungen ist aber sicher ein Guide erforderlich. Auf der Rückfahrt zur Küste empfehlen wir die nach rechts abzweigende, nicht geteerte Piste in Richtung Cook’s Bay. Die ist zwar eigentlich von der Autovermietung her nicht zulässig, aber bei trockenem Wetter in so einem guten Zustand, dass bei vorsichtiger Fahrweise nichts passieren kann. Dafür fährt man mit schönen Blicken durch das Herz des Ananas-Anbaus in Moorea hinunter zur Küste.

Jetski Richtung Cooks Bay Moorea

Ebenso ist ein Besuch des Tiki Villages Pflicht. Wer mit den Vorstellungen des Maori Craft Centers in Rotorua in Neuseeland kommt, wird ziemlich enttäuscht sein. Alles ist viel kleiner und weniger professionell aufgemacht. Die abendliche Tanzshow ist aber einfach klasse. Hier spürt man richtig, dass es den Einheimischen viel Freude macht, den Touristen ihre Geschichte vorzustellen. Das Angebot in den Hotels, soweit wir es mitbekommen haben, ist nur ein fader Abglanz davon.

Dabei ist unser Urlaubsverhalten zum Teil schon sehr widersprüchlich. Am einen Tag ist man auf Ausfahrt, um Delfine und Wale und die unberührte Natur zu sehen und sich darum zu sorgen. Bei uns waren die Wale leider schon weg, dafür sahen wir eine Meeresschildkröte im offenen Meer. Und am nächsten Tag donnert man dann mit dem Jetski die Küste entlang – nicht sehr umweltfreundlich, macht aber unheimlich Spaß!

Huahine

Huahine sind zwei kleine, touristisch noch eher unentdeckte und deshalb noch sehr ursprüngliche Inseln, die in jedem Fall einen Besuch wert ist: Huahine Nui und Huahine Iti. Wir waren drei volle Tage dort, es hätte gerne aber auch eine Woche sein dürfen. Unser Hotel, das Maitai Huahine, lag am Ortsrand der Inselhauptstadt Fare. Die Haupteinkaufsstraße dort ist nur etwa 300 m lang und schnell abgegangen. Sie liegt direkt am Hafen; vom Hotel in 5 Minuten zu erreichen. Der dortige Supermarkt lohnt einen kurzen Besuch. Was von vorne ziemlich klein aussieht, wird nach hinten immer größer. Es gibt alles, was die Einwohner für das Leben auf der Insel brauchen – werktags ab 5:45 Uhr und sonntags sogar ab 5:30 Uhr! Daneben bieten viele Inseleinwohner frische Früchte und frisches Gemüse „ab Ladefläche Pick-up“ an.

Hauptstraße im Huahines Hauptort Fare

Um einmal um die Inseln zufahren, benötigt man mit dem Auto ca. eineinhalb Stunden, mit dem Fahrrad entsprechend länger; es sind etwa knapp 70 km. Wir haben bei unserer Rundfahrt tolle Wettererlebnisse gehabt. Gestartet sind wir in Fare bei strömendem Regen. Auf der anderen Seite der Insel, sozusagen hinterm Berg, schien dann überwiegend die Sonne und wir konnten mit einem Boot zu einem Ponton in der Lagune fahren, wo über die Zucht von Perlen informiert wird – und natürlich welche verkauft werden sollen. Von dort geht es dann steil hinauf – laut Verkehrsschild 30%! –und dahinter mit einem fantastischen Blick auf die Bucht und Huahine Iti wieder hinab. Im Blick zurück sahen wir Wolken, die sich heftig abregnend über die Hügel arbeiteten, voraus blauen Himmel und blaues Meer sowie mit Palmen bestandene Inselchen am Riff, die von der Sonne beschienen wurden.

Strand vor dem Hotel in Huahine

Im Süden von Huahine Iti gibt es schöne Strände sowie Bade- und Surfmöglichkeiten und auch das eine oder andere Hotel mit Restaurant. Leider waren wir in der Nebensaison unterwegs, da hat alles schon zu und so sind wir nach einer schönen Fahrt durch bewaldete Hügel und mit vielen Blicken aufs Meer an der Küste entlang zum Kaffee beim Crepes-Roulotte wieder in Fare gelandet. Wer viel bestellt bekommt Rabatt.

Aber auch wer sich für die Kultur der Polynesier interessiert, ist in Huahine gut aufgehoben. In Maeva, nicht weit weg von Fare, gibt es eine Vielzahl von gut erhaltenen Kultstätten zu sehen, zu denen ein neues und sehr informatives Visitor Center im historischen Stil gebaut wurde. Von dort geht auch eine ca. halbstündige Wanderung durch den Wald zu einer weiteren Kultstätte, von der aus sich ein fantastischer Blick über die Lagune mit ihren palmenbewachsenen Inseln bietet. Vorbei geht es dabei u.a. an einer Kultstätte mit einem Banyard Tree, der einen Vergleich mit dem Baum in David Camerons Avatar nicht scheuen muss. Der Weg lohnt den reichlich fließenden Schweiß in jedem Fall!

Blick über die Lagune in Huahine

Die Bungalows im Hotel waren riesig und schön in einem kleinen Park gelegen – je näher zum künstlichen See, umso mehr Mücken gab es. Der Pool ist relativ klein, aber davor liegt unmittelbar ein schöner Strand – traumhaft zum Sonnenuntergang. Bei klarem Wetter sind von hier am Horizont sogar die Berge Bora Boras zu erkennen, das ca. 20 Flugminuten entfernt liegt. Apropos Strand: In Französisch Polynesien sind nahezu alle Strände weiß, aber meistens keine Sandstrände. Die gibt es hauptsächlich auf den kleinen am Riff vorgelagerten Inseln, den so genannten Motus. Die meisten Strände bestehen aus Korallenbruchstücken, so dass Badeschuhe immer eine gute Empfehlung sind – auch im Wasser.

Bora Bora

Bora Bora ist die zweifellos am touristisch erschlossenste Insel – eben das  Sehnsuchtsziel am anderen Ende der Welt. Bora Bora ist ein „richtiges“ Atoll, d.h. ein Zentralberg in der Mitte ist von einem Korallenriff fast vollständig umgeben, an dessen innerer Seite viele kleine Inselchen, die oben bereits erwähnten Motus, liegen. Auf diesen finden sich dann auch die ganz exklusiven Hotels mit den berühmten Overwater-Bungalows; statt Taxi fährt man mit dem Boot dorthin. Wir waren in der Nebensaison da. Wenn in der Hauptsaison wirklich alle Hotels voll sind, wird es wahrscheinlich ganz schön eng. Denn zu den Touristen an Land kommen immer noch ein bis zwei Kreuzfahrtschiffe, die im Atoll vor Anker liegen.

Blick über die Lagune in Bora Bora

Aber schon alleine der Anflug auf die Insel mit dem Blick auf die überwiegend türkisblaue Lagune ist ein Traum. Vom Flughafen, der auf einer Motu liegt, geht es mit der Katamaranfähre über das türkisblaue Wasser zu Hauptstadt Vaitape. Unser Hotel, das Maitai Bora Bora lag auf der Westseite der Insel. Eigentlich liegt es direkt an der Hauptstraße, ist aber doch so geschickt angelegt, dass man davon nicht viel mitbekommt und am kleinen hoteleigenen (künstlich angelegten) Sandstrand gut relaxen kann. Das Hotel liegt nur ca. 15 Gehminuten vom Matira Beach entfernt, einem echten, mehrere Kilometer langen, aber nicht sehr tiefen Sandstrand. Vom dortigen Beach Club aus kann man wunderschön den Sonnenuntergang beobachten und gut essen. Es gibt auch noch andere Lokale dort – bei allen sollte man die Preise hinten an stellen, die Insel hat eben ihren Preis.

Das spektakulärste auf Bora Bora sind jedoch die Ausflüge zu und unter Wasser. Wie bereits bei Moorea gesagt, lohnt der Ausflug zum hiesigen Lagoonarium nicht wegen des Lagoonariums an sich. Der Ausflug ist aber trotzdem sehr zu empfehlen, weil es mit dem Boot einmal durch die Lagune um die ganze Insel geht. Dabei gibt es  verschiedene Stopps zum Schnorcheln mit Haien und Rochen, mit vielen anderen bunten Fischen und schönen Korallen. Bei der ganztägigen Tour kann man sich nachmittags auf der Motu mit dem Lagoonarium mit einem traumhaften Blick über die Lagune auf die Zentralinsel in die Sonne legen oder den Palmenwald auf der Motu erkunden und auch den einen oder anderen Abstecher zu einer der benachbarten Inseln machen. Das Wasser zwischen den Inselchen ist nicht tief; man kann problemlos von einem Inselchen zum anderen laufen – Badeschuhe oder Tauchfüßlinge natürlich vorausgesetzt.

Rochen in Bora Bora

Auf einer anderen schönen Ausfahrt sahen wir Manta-Rochen, wieder viele bunte Fische und nochmals schöne Korallen. Unsere Tochter, die taucht, kam von ihren Tauchgängen mit strahlenden Augen zurück. Alle Ausflüge können bei der Concierge im Hotel gebucht werden; allerdings ist es da etwas teurer. Dank Internet ist es aber auch kein Problem, sich das selbst zu organisieren und die am besten bewerteten Tour-Veranstalter herauszusuchen. Wir haben auf allen Inseln überwiegend eigenständig direkt bei einheimischen Unternehmen gebucht und sind immer gut damit gefahren. Nervig war nur, dass das W-LAN im Maitai Bora-Bora wirklich lausig war.

Zeitlich nicht mehr gereicht hat es uns zur Bergbesteigung, die aber wohl nicht ohne örtlichen Führer unternommen werden sollte. Wenn man unten am Fuß der beiden Berge steht und den blanken Fels an seiner Spitze sieht, weiß man warum – jemand sollte den Weg kennen.

Rangiroa

Die letzte Station auf unserer Reise war Rangiroa, das man von Bora Bora aus mit einem Zwischenstopp in Tahiti erreicht. Rangiroa ist das zweitgrößte Atoll und hat unfassbare Ausmaße – über 60 km lang und über 25 km breit. Wenn man mit dem Flugzeug anfliegt, sieht man die Kette der Inselchen am Korallensaum, die sich irgendwo im Horizont verlieren. Einfach fantastisch.

Unser Hotel, das Maitai Rangiroa, lag unweit der Startbahn des Flughafens. Das macht aber gar nichts, denn mehr als drei Flugzeuge pro Tag kommen nicht. Außerdem ist das Inselchen (eigentlich sind es auch schon wieder mehrere, die durch eine Straße miteinander verbunden sind), auf dem das Hotel ziemlich in der Mitte liegt, nicht mal einen Kilometer breit, dafür aber etwa 10 Kilometer lang. Egal ob man zur einen Seite, der Meerseite, oder der anderen, der Lagunenseite, geht, es ist nur Wasser zu sehen. Das in der Lagune ist allerdings deutlich ruhiger. Mit dem Fahrrad ist man schnell, aber schweißtreibend am einen oder anderen Ende angelangt. Die Fahrradmiete im Hotel fanden wir selbst für tahitianische Verhältnisse recht teuer – aber es gibt halt keine Konkurrenz. Sehenswürdigkeiten gibt es auf dem Inselchen keine; es werden aber verschiedene Ausflüge mit dem Boot angeboten.

Schwimmen mit Fischen in Rangiroa

Unbedingt empfehlen können wir das Schnorcheln durch den Tiputa-Pass. Pässe werden in französisch Polynesien die größeren Durchgänge zwischen dem Meer und der Lagune genannt. Der Tiputa-Pass ist schiffbar und er ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn das regelmäßige Versorgungsschiff kommt und anlegt. Wenn die verschiedenen Güter be- und entladen werden, herrscht richtig Leben am Quai, während es ansonsten im Dornröschenschlaf liegt. Durch die Gezeiten herrscht im Pass eine starke Strömung und deshalb geht es –die richtige Uhrzeit vorausgesetzt –, sich von der Meerseite durch den Pass in die Lagune treiben zu lassen – ein einmaliges Erlebnis mit vielen „fischigen“ Begegnungen. Der Pass ist darüber hinaus für Taucher aus aller Welt ein Hotspot. Hier gibt es mit nahezu 100 %iger Wahrscheinlichkeit beim Tauchen im Pass Delfine zu sehen, und zwar große Tümmler, also richtige Flipper, wie sie die ältere Generation noch aus dem Fernsehen kennt. Unsere Tochter bekam hier noch glänzendere Augen als auf Bora Bora und hat die Zahl der Eintragungen in ihrem Tauchbuch kräftig angehoben. Sie hat davon auch wunderschöne Aufnahmen mitgebracht. Den Nicht-Tauchern bleibt da nur, sich gegen Abend an den Pass zu setzen und zu hoffen. Das tun viele – manche werden sogar mit Shuttle-Bussen aus dem Hotel dorthin gefahren. Wenn es dann dämmrig wird und die Gezeiten günstig sind, entsteht im Pass ein starker Wellengang und wenn auch keine Taucher mehr im Wasser sind, springen die Delfine einfach so zum Spaß zwischen den Wellen aus dem Wasser: ein großartiges Erlebnis!

Da wog es dann auch nicht so viel, dass wir sonst keine Ausflüge gemacht haben. Wir waren ja nur 4 Tage zum Abschluss dort und am geplanten Ausflugstag durften wir noch ergiebigen tropischen Dauerregen erleben. Wolken und Meer verschwammen am Horizont zu einem und sogar in der Lagune herrschte plötzlich heftiger Seegang. Da haben wir dann auch endgültig verstanden, warum dort nahezu alle Häuser erhöht auf Pflöcken stehen – so kann das Wasser einfach darunter durch- und wieder ablaufen.

Den letzten Tag haben wir am Pool unseres Hotels verbracht, denn richtige Strände – schon gar mit Sand – gibt es in Rangiroa da, wo man wohnt, nicht. Dafür ist der Blick vom Liegestuhl unter den Palmen über den kleinen Pool auf die Lagune wunderschön. Und am Abend im Pool mit einem Drink in der Hand stimmungsvoll die Sonne  untergehen zu sehen, war ein wunderbarer Abschluss einer fantastischen Reise. Beim Rückflug nach Tahiti sind wir über eines der Aranui-Schiffe geflogen, die Tahiti mit den Marquesas-Inseln, einer noch weiter entfernteren Inselgruppe Französich Polynesiens verbinden. Die Aranui-Schiffe sind Frachter und Kreuzfahrtschiff zugleich. Die Tour von Tahiti aus dauert zwei Wochen. Wir waren noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff …

Atollrand von Rangiroa

Sonstiges

Hin- und Rückflug

Geflogen sind wir mit der Air Tahiti Nui ab Paris über Los Angeles. Der Airbus A 340-300 hat einen passablen Sitzabstand. Nur wenn man über 1,85 m groß ist und der Vordermann meint, seinen Sitz völlig zurückfahren zu müssen, wird’s doch arg eng. Da wir beim Hinflug in Paris den Flieger der Air Tahiti Nui verpasst haben, sind wir schließlich mit deren Nachtmaschine von Los Angeles nach Papeete geflogen. Das war ein nagelneuer Dreamliner (Boeing 787), in Dienst gestellt im Oktober 2018. Ein schönes modernes Flugzeug, aber die Bestuhlung war furchtbar eng; für Menschen über 1,85 m – dazu noch übermüdet – eine Qual. Das ist uns unverständlich, da auch nicht alle Polynesier rank, schlank und mittelgroß sind. Unbedingt sehenswert vorab ist allerdings das Video mit den Sicherheitshinweisen – zu finden auf Youtube. Beim Fliegen über Los Angeles muss man weiterhin wissen, dass es kein reiner Zwischenstopp im Transit ist, sondern man in der Aufenthaltszeit erst in die USA einreisen und dann wieder ausreisen muss. Das bedeutet volle erkennungsdienstliche Behandlung (alle Fingerabdrücke abgeben und Fotos für zusätzliche biometrische Erkennungsmerkmale) und nochmaligen kompletten Sicherheitscheck der Person und des Handgepäcks. Darüber sollte das Reisebüro unseres Erachtens vorher informieren. Wir hätten dann auf die „Ost-Route“ bestanden. Mir ist nicht wohl dabei, dass meine Daten bei den amerikanischen Sicherheitsbehörden sind.

Reiseplanung

Eine Rückreise direkt von Rangiroa aus würden wir nicht mehr machen. Das ist  insgesamt einfach zu lange, wenn zu den 20 Stunden Langstreckenflug auch noch eineinhalb Stunden Flug vorab von Rangiroa nach Tahiti und dort sechs Stunden Wartezeit bis zum Abflug des Langstreckenfluges dazu kommen. Warum man auf Rangiroa außerdem 90 Minuten vor Abflug am Flughafen sein muss, haben wir nicht verstanden. Wahrscheinlich, damit der dortige Kiosk überhaupt einmal ein Geschäft macht. In Huahine sind wir 20 Minuten vor Abflug am Flughafen abgeliefert worden und die Maschine war auch nicht kleiner.

Geld

In Französisch Polynesien gibt es den polynesischen Franc (XPF), der fest an den Euro gekoppelt ist. Geld bekamen wir auf allen unseren Inseln an Geldautomaten, die dort ATMs heißen. Zu unserem Erstaunen konnte man bei der Banque de Tahiti und der Banque de Polynesie auch mit der Eurocheque-Karte Geld abheben. Bei der Banque de Tahiti nur bis 30.000 XPF, bei der Banque de Polynesie sogar bis zu 100.000 XPF. Samstagnachmittag ist allerdings ein schlechter Zeitpunkt – da waren auch alle Einheimischen da und der Automat ist leer. Grundsätzlich kann man aber fast alles mit Kreditkarte bezahlen – eben ein französisch geprägtes Land. Für kleinere Ausgaben, wie den Crepe am Roulotte oder die frischen Früchte oder Kokosnüsse am Straßenrand sollte man allerdings etwas Bargeld parat haben.

Auto

Ein Auto mieten ist auf den Inseln relativ teuer; mit ca. 90 EUR pro Tag zzgl. Sprit ist man dabei. In Bora-Bora hat „der Tag“ nur 8 Stunden. Wer eine echte 24-Stunde-Miete will, zahlt mehr. Einen internationalen Führerschein braucht man zumindest bei AVIS und Europcar nicht, der nationale europäische reicht überall aus. Für das Volltanken vor der Rückgabe gilt es die begrenzten Öffnungszeiten der wenigen Tankstellen zu beachten. „Mountain Roads“ sind grundsätzlich von der Benutzung ausgeschlossen, d.h. es sollten eigentlich keine ungeteerten Straßen hinein in die Insel benutzt werden. Die Fiat Pandas, die wir hatten – und völlig ausreichten -, sind aber sehr robust und vertragen auch eine Naturstraße, wenn man aufmerksam und umsichtig fährt. Alle Mietwagen sind durch einen orangenen Punkt vorne und hinten gekennzeichnet.

Hotels

Unverständlich war uns, dass obwohl wir ja eindeutig drei Personen gebucht hatten, wir in jedem Hotel – außer in Tahiti – den Liegestuhl, den Balkonstuhl, das Geschirr, den Zahnputzbecher usw. für die dritte Person extra ordern mussten. In Bora Bora war man darüber wohl so erschrocken, dass wir zu einem Overwater Bungalow upgegraded wurden. In jedem Hotel gab es eine Mappe bzw. eine Übersicht mit Vorschlägen für Ausflüge – nur auf Bora Bora nicht, dort sollte ein Exemplar bei der Concierge für alle ausreichen. Außerdem war das W-LAN lausig, selbst in den als Hotspots ausgewiesenen Bereichen.Getoppt wurde das allerdings noch im Maitai Rangiroa. Da gab es nur an einem Platz – bezeichnenderweise die ehemalige Telefonzelle – mit manchmal (!) gutem Internet-Zugriff. Außerdem lohnt es sich unserer Ansicht nach nicht, dort einen der direkt an der Lagune liegenden Beach Bungalows zu nehmen. Den „Beach“ ist glatt gelogen. Vor dem Bungalow ist nur ein felsiger und dazu noch  abgesperrter Zugang zum Meer. Aus der zweiten Reihe, wo unser Bungalow stand, sieht man auch noch gut aufs Meer.

Unternehmungen

Bei allem was man unternimmt ist zu beachten, dass jahraus jahrein täglich zwischen 18:00 Uhr und 19:00 Uhr Sonnenuntergang ist. Bis dahin sind alle Touristen auch spätestens wieder zurück im Hotel. Meistens sogar schon früher – sich zum Abendessen richten. Deshalb gibt es ab 17:00 Uhr, spätestens 17:30 Uhr kein öffentliches und auch keine offenen Läden mehr; alles dicht. Ausnahme: die kleinen Lebensmittelgeschäfte in den Dörfern; die haben oft bis spät abends noch offen.

Fotografieren

Wer gerne fotografiert, findet Motive in Hülle und Fülle. Es gilt entsprechend Zeit einzuplanen. So kann eine Umrundung z.B. von Huahine in einem Tag schon mal knapp werden. Gut ist es, zumindest ein unterwassertaugliches Gerät dabei zu haben, um auch dort ein Fotos machen zu können. Zumindest bei jüngeren Reisenden scheinen inzwischen die Geräte der Firma GoPro Standard zu sein, die an Land ebenso wie unter Wasser gute Bilder machen.

Ausgaben

Ein Mitarbeiter von Pacific Travel House hat uns vorher den Rat gegeben, pro Person und Tag mit Ausgaben in Höhe von ca. 80 Euro zu kalkulieren. Das kam ganz gut hin, wir haben durchschnittlich 95 Euro pro Tag und Person ausgegeben, einschließlich aller Ausflüge, aller Mahlzeiten (das Frühstück im Hotel war außer in Tahiti bei allen Hotels bereits im Reisepreis enthalten) und allen Mitbringseln.Dabei haben wir nicht (übermäßig) auf die Preise geschaut, waren großzügig unterwegs und haben viele geführte Ausflüge gemacht. Motto: Wer weiß, ob wir nochmals hierher kommen. Aber mehr auszugeben ist hier natürlich gar nicht schwer. Den zehnminütigen Hubschrauberrundflug auf Bora-Bora für 170 US$ pro Person haben wir z.B. nicht gemacht, ebenso haben wir keine Jacht oder ein Motorboot gechartert und das überall beworbene Quad-fahren war uns auch nicht wichtig.

Hinweis zum Nelle-Guide

Die beschriebene Tanzshow im Painapo Beach Hotel gibt es schon lange nicht mehr. Das Hotel scheint aufgegeben zu sein und langsam zu verfallen.

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